Tierärzte fordern Pflicht zur Nullmeldung bei Nichteinsatz von Antibiotika

Holger Vogel Holger Vogel
Bild: www.wir-sind-tierarzt.de
Die Einführung einer sogenannten Nullmeldung über den Nichteinsatz von Antibiotika hat der Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) noch für diese Legislaturperiode verlangt. Anlässlich des heute stattfindenden Veterinärkongresses in Bad Staffelstein beginnt, wies BbT-Präsident Holger Vogel darauf hin, dass die Kennzahlen zum Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung wie erwartet auch im dritten erfassten Halbjahr zurückgegangen seien.

Dieses eigentlich erfreuliche Ergebnis werde allerdings getrübt durch ungewollte Nebeneffekte, erklärte Vogel. Nach seiner Darstellung krankt das aktuelle System daran, dass Tierhaltern freigestellt wird, sich selbst für oder gegen eine Meldung zu entscheiden, wenn sie keine Antibiotika eingesetzt haben. So lasse sich nicht eindeutig unterscheiden, ob eine notwendige Meldung unterblieben oder tatsächlich nichts eingesetzt worden sei, monierte der Verbandspräsident.

Das führe dazu, dass die Behörden in die Kontrolle der Richtigkeit der Eingaben zu viel Zeit investieren müssten, die für den eigentlichen Schwerpunkt, nämlich das Absenken eines überproportional häufigen Einsatzes, am Ende fehle. Umgangen werden kann das Problem nach Vogels Darstellung durch eine Nullmeldung, also durch eine verbindlich vorgeschriebene Meldung, die auch im Falle des Nichteinsatzes von Antibiotika abgegeben werden muss.

Der BbT wisse in diesem Punkt die tierärztlichen Praktiker und die Bundestierärztekammer (BTK) an seiner Seite, erklärte Vogel. Ihm zufolge haben die tierärztlichen Spitzenverbände aber auch noch andere Schwachpunkte identifiziert, die im Sinne der Sache rasch angegangen werden sollten. Notwendig sei insbesondere die Zusammenführung der Daten zu Tiergesundheit und Tierwohlindikatoren mit den Antibiotikadaten in einer Tiergesundheitsdatenbank. Eine solche Datenbank könne auch der Beurteilungssicherheit in der amtlichen Fleischuntersuchung dienen, die immer mehr auf Befunde aus den Haltungsbetrieben angewiesen sei.

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Siewecke · 1.
    Nullmeldung???

    Wenn ich nichts melde, ist das doch die perfekte Null-Meldung! Oder sieht das jemand anders? Außerdem könnten Antibiotika (was ich persönlich für sinnvoller erachte) doch schon bei der Herstellung registriert werden und jeweils der Übernehmer meldet wieviel und was er bezogen hat. Aber das hieße ja auch statt nur gläserner Landwirt auch gläserner Tierarzt, und (oh Schreck!!!) gläserne Apotheke und (wie ketzerisch und natürlich absolut undurchführbar!!!) : GLÄSERNER PHARMAKONZERN!!!

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  2. von Paul Maier · 2.
    Nullmeldung.

    Wo gibt es in unserem Rechtssystem vergleichbares? Muss ich künftig auch halbjährlich melden, dass ich nicht zu schnell und immer alkoholrei gefahren bin , nicht falsch geparkt habe, kein Hasch oder ähnliches gekauft bzw. gehandelt habe usw. Die Liste leiße sich sicher noch verlängern. Auch wenn der Verbauch von Antibiotika in der Nutztierhaltung stetig weiter sinkt gibt es immer noch Leute, die nach weiteren bürokratischen Schikanen für Tierhalter Ausschau halten und dass der BpT in diesen Chor mit einstimmt und so für weitere Plichten seiner Kunden eintritt bzw. den Weg bereitet finde ich eigentlich beschämend. Über die Zustände in der Humanmedizin und in den Kleintierpraxen wird der Mantel des Schweigens gebreitet. Der BpT wird schon wissen, warum er nie über den Einsatz von Antibiotika im Kleintierbereich spicht. Diese, seine Kunden will es doch sicher vor ähnlichen Schikanen wie er sie für Nutztierhalter befürwortet bewahren.

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