Tierarzt wird teurer

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Bild: Archiv

Tierärztliche Leistungen sollen besser honoriert werden. Die Bundesregierung strebt eine pauschale Anhebung der einfachen Gebührensätze um 12 % an. Das Entgelt für die Beratung von Nutztierhaltern soll um 30 % steigen. Das geht aus der Änderung der Tierärztegebührenordnung hervor, die das Bundeskabinett am 14. Juni beschlossen hat.

Mit ihren Vorschlägen bleibt die Bundesregierung hinter den Forderungen der tierärztlichen Fachverbände zurück. Sie halten eine Anhebung der einfachen Gebührensätze um mindestens 20 % sowie der Beratungsgebühren um 100 % für notwendig. Gerade die Beratung habe in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und sei anspruchsvoller und zeitintensiver geworden, so die Verbände.

Zuletzt war die Gebührenordnung der Tierärzte 2008 angepasst worden. Auch damals war eine Anhebung der einfachen Gebührensätze um 12 % erfolgt. Die Tierärzteschaft hatte bereits die damalige Erhöhung als unzureichend kritisiert.

Die Bundesregierung erkennt in der jetzt vorgelegten Verordnung die Forderungen der Tierärzte als „grundsätzlich berechtigt“ an. Allerdings müssten auch die wirtschaftlichen Entwicklungen im landwirtschaftlichen Bereich berücksichtigt werden. Bei tierärztlichen Betreuungsverträgen sollen weiterhin von der Gebührenordnung abweichende Vereinbarungen möglich sein. Laut Regierungsangaben entfallen rund drei Viertel des Umsatzes, den Tierärzte mit ihrer Tätigkeit für Landwirte erwirtschaften, auf therapeutische Leistungen, ein Viertel resultiert aus Beratungstätigkeiten.

Die Mehrkosten für die landwirtschaftlichen Tierhalter infolge der neuen Gebühren veranschlagt die Bundesregierung auf insgesamt rund 58 Mio Euro im Jahr; davon entfallen 26,5 Mio Euro auf die höheren Gebühren für die Beratung. Statistisch kommen auf jeden tierhaltenden Betrieb zusätzliche Kosten von jährlich gut 290 Euro zu.

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6 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Josef Vietoris · 1.
    "Leistungen ist das Schlüsselwort"

    Selbstverständlich soll qualifizierte Leistung auch entsprechend bezahlt werden. Viele von uns halten doch nur mangels Alternative an ihrer Tierarztpraxis fest. Ständig wechselnde Assistenten, ewig dauernde Operationen und ständig das Gefühl, dass Haustiere lukrativ und Nutztiere lästig sind. Ich bin bereit das Chefarzthonorar zu bezahlen - dann will ich aber auch Chefarztbehandlung!! Selbstverständlich bin ich für Frauen in diesem Beruf - aber ihre Kinder sollten während der Arbeitszeiten anderweitig betreut sein. Fazit: Sind die "Leistungen" nicht entsprechend ist diese Erhöhung eine miese Abzocke. Waltraud Vietoris

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  2. von Diedrich Stroman · 2.
    Marktwirtschaft!!

    Ob Tierarzt, Schornsteinfeger, Steuerberater, Frisör und was weiß ich noch wer sonst noch alles, bis auf die dummen Bauern, alle legen vor und die Bundesregierung stimmt zu, was das für ne Wirtschaft??? Sollte der Bauernverband auch mal der Bundesregierung knall hart vorlegen!!!!Aber da diskutiert man lieber und zieht sich wieder zurück! Das schlimme daran ist nur derjenige der die Zeche bezahlen muss, ist der Bauer und der kann es nämlich nicht weitergeben!!Wie sagt man, die Bauern sind wie ein Sack Mehl, brauchst nur drauf hauen, es kommt immer noch etwas Staub!!Traurig!!!

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  3. von Gerald Hertel · 3.

    Marktwirtschaft gibt es also doch nicht ?

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  4. von Andreas Thiel · 4.
    Spielfeld Nutztierhaltung

    Was will man den Landwirten(Nutztierhalter) nicht noch alles zumuten ? Wolfs Abwehr, Duengeverordnung, höhere Kosten in allen Bereichen... Und das am besten gleich alles sofort beieinander

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  5. von Hans Nagl · 5.
    Lieber Bauernverband !

    Das ist eine Berufsvertetung​ ! Wo ist da der freie Markt ?

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  6. von · 6.
    ich bin Bauer, ich bin schuld

    Und das legen wir dan als Kosten auf unsere Produkte um !!!!

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