Tierhalter demonstrierten gegen die ungehinderte Wolfsausbreitung

Manfred Ostendorf Manfred Ostendorf
Bild: NDR

Rund 300 Bürger und Tierhalter haben am Samstag an einem Mahnfeuer gegen den Wolf in Stadland (Landkreis Wesermarsch) teilgenommen. Manfred Ostendorf, Geschäftsführer der Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland erklärte, dass Wölfe in der Küstenregion nicht vereinbar seien mit der Weidehaltung.

Auch Politik und Gesellschaft trügen Verantwortung, wenn Hunderttausende Rinder oder Tausende von Schafen im Stall bleiben müssten, so Ostendorf weiter. Dann werde es keine Weidemilch mehr geben. Wenn erst ein ganzes Wolfsrudel in der Region beheimatet sei, dann sei es zu spät, zitiert ihn der NDR.
 
Nach Angaben der Landesjägerschaft sind derzeit etwa 150 Wölfe in Niedersachsen unterwegs. Die Tierhalter hätten in diesem Jahr bisher weit mehr mutmaßliche Wolfsrisse gemeldet als in den ersten Monaten des vergangenen Jahres. Bis Ende März überprüften die Behörden in diesem Jahr in 51 Fällen bei toten oder verletzten Nutztieren, ob Wölfe hinter einer Attacke steckten, erfuhr der NDR. Im Jahr 2017 waren für diesen Zeitraum lediglich 37 Fälle gemeldet worden - in 24 Fällen wiesen die Behörden anschließend nach, dass tatsächlich Wölfe die Tiere verletzten oder töteten. In diesem Jahr konnte das Umweltministerium 23 Wolfsrisse nachweisen. 24 Fälle werden noch untersucht.
 
Ostendorf fordert daher laut dem Sender ein "aktives Wolfsmanagement". Er versteht darunter, Wölfe aus Weidegebieten zu vertreiben - und notfalls auch zu erschießen. Sogenannte wolfsabweisende Elektronetze seien keine Lösung, findet er. Die Kosten allein für die Landkreise Wesermarsch und Friedland würden bei geschätzten 300 Millionen Euro liegen. Dazu sehen die Kritiker Probleme für den Tourismus in ihrer Region: Die Reisegäste würden die Deiche häufig als Wege benutzen - damit wäre Schluss, wenn überall Zäune den Durchgang versperren.
 
Samstagabend gab es neben der Kundgebung in Stadland in Dahlenburg (Landkreis Lüneburg), Neustadt am Rübenberge (Region Hannover), Bad Lauterberg (Landkreis Göttingen) und Northeim weitere Mahnfeuer. Auf diese Weise wollten Schafzüchter und das Landvolk Niedersachsen ebenfalls gegen die Ausbreitung von Wölfen protestieren.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Karlheinz Gruber · 1.
    Bei immer

    kleiner werdenden Lebensräumen auf dem Lande, immer mehr Konfliktpotenzial mit den Tierhaltern, bleibt außer dem nicht gewollten Abschuß doch nur noch eine Möglichkeit: Den Wolf in den Städten ansiedeln! Das würde mehrere Vorteile in sich vereinen. Die ganzen Wolfsliebhaber haben ihren Kuschelwolf direkt vor der Haustüre und können ihn ungestört beobachten. Die Weidetierhaltung in der LDW ist nicht gefährdet, weil man sofort Wölfe erkennt die nicht in die Kulturlandschaft gehören. Die Nahrung des Wolfes kann sich dieser auch in den Städten selber fangen. Die ganzen freilaufenden Katzen, Hunde, Kaninchen, Waschbären und Ratten. Vor allem letztere haben ja in den Städten zum Teil schon Probleme verursacht. Als Waldflächen können ja dann die Parks usw. herhalten. Ich finde diese Lösung eigentlich ganz akzeptabel. Denn jeder hat dann das, was er will. Und sogar vor der eigenen Haustüre....

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  2. von Eibo Eiben · 2.
    Tierhalter ...

    ... "Tropfen" "höhlen" den Stein ; ... der Wolf ist eine "Gefahr" für die Weidewirtschaft! - ... ich bin froh, dass der Wolf bei uns in Ostfriesland noch nicht "Fuß" gefasst hat - ... ein Spaziergang in den Wald oder das Wäldchen kann dann schon "zu viel" sein; ...

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  3. von Gerd Uken · 3.
    Der Wolf ist dreimal geschützt

    Das haben die wunderbar hinbekommen- keinen natürlichen Feind der ihn aufhält, außer der Straßenverkehr. Auffällige der Natur zu entnehmen das geht ja schon mal gar nicht.

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