Tierhaltung in Brandenburg am Scheideweg

Henrik Wendorff Henrik Wendorff
Bild: LBV

Vor einem Jahr hat der Landtag einen Beschluss zur Weiterentwicklung der Nutztierhaltung in Brandenburg gefasst.

Die Umsetzung erfolgt derzeit, u. a. mit der Erarbeitung eines Tierschutzplanes. Den Landwirten und Experten, ist dabei klar, dass dies eine äußerst komplexe Herausforderung ist, da viele Bereiche moderner Tierhaltung bis hin zum Klimaschutz zu berücksichtigen sind. Kernanliegen des Landesbauernverbandes ist, dass die Tierhaltung in Brandenburg nachhaltig gestärkt wird und die wenigen Produktionsstätten nicht in andere Regionen mit niedrigeren Standards verlagert werden. Dies würde weder der heimischen Landwirtschaft und dem ländlichen Raum dienen, noch zu mehr Tierwohl führen.

Augenmaß bei der Realisierung des Landtagsbeschlusses ist gefragt, denn die landwirtschaftliche Tierhaltung darf nach zwei finanziell extrem schwierigen Jahren nicht überfordert werden, so Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes. Ein so sehr komplexes Thema wie Tierhaltung lasse sich nicht mit Schnellschüssen verändern, wenn man an nachhaltigen und praxistauglichen Verfahren interessiert ist, so Wendorff weiter. Die Brandenburger Landwirtschaft ist an tragfähigen Lösungen, die zur mehr Akzeptanz der Tierhaltung führen, interessiert und arbeitet daher aktiv an der Umsetzung mit.

Für Veränderungen und nötigen Investitionen in mehr Tierwohl muß in vielen Bereichen die Wissenschaft in Zusammenarbeit mit den Praktikern noch nach Antworten gesucht werden, die sich dann auch in der täglichen Praxis bewähren und finanzierbar sind. Professor Grethe vom Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik des Bundesagrarministeriums beziffert die jährlichen Kosten für höhere Standards auf 3-5 Mrd. EUR. in Deutschland, die letztlich durch den Verbraucher zu tragen sind.

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