"Tierschützer haben in den Medien die bessere Lobby"

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Bild: top agrar

Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident und ehemalige Landwirtschaftsminister Hendrik Hering äußerte sein Unverständnis darüber, dass Tierschützer in den Medien und auch in der Politik eine bessere Lobby hätten als die Landwirte. Dabei seien viele Ideen von Tierschützern vielfach nicht umsetzbar oder mit negativen Folgen für die Höfe verbunden, erklärte der SPD-Politiker auf dem Landesbauerntag des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau.

Agrar-Staatssekretär Peter Bleser bezeichnete die gesellschaftliche Debatte um die Landwirtschaft als indiskutabel. Stalleinbrüche bis hin zur Stigmatisierung des landwirtschaftlichen Berufes müssten konsequent bekämpft werden, sagte er. Beim Tierschutz stehe die heimische Landwirtschaft an der Spitze in der Welt. Eine vorschnelle Umsetzung von weiteren Tierschutzmaßnahmen dürfe nicht zur Vernichtung landwirtschaftlicher Arbeitsplätze führen, warnte Bleser.

Auch der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Norbert Schindler, kritisierte die Medien. Berichtet würden Unwahrheiten oder nur Teile der Wahrheit. Ferner werde sich nicht an die Regeln des Anstands gehalten, beklagte der CDU-Bundestagsabgeordnete.

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Willi Kremer-Schillings · 1.
    "Eigenverantwortung ist der Schlüssel zum Erfolg"

    Dieser Satz von Matthias Zahn gefällt mir sehr gut. Jammern bringt nichts. Wenn jeder von uns die Sache selbst in die Hand nimmt und sei die Aufmerksamkeit noch so klein, so wird sich in der Summe aller doch viel erreichen lassen. Wir haben uns die Deutungshoheit über Landwirtschaft abnehmen lassen. Wir können sie wieder zurückbekommen. Aber nur, wenn viele mitmachen. Ja, das macht Arbeit, das kostet auch Geld. Aber wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass das schon andere für uns machen. Wer denn? "Auf einem schwankenden Schiff fällt nur der nicht um, der sich bewegt!".

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  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Zusammensetzung des Rundfunkrates!

    Dieser ist eigentlich eine der Schlüsselstellungen bei den Medien. Schließlich bestimmt der auch die Programmauswahl. Wenn ich mir jetzt den Rundfunkrat beim ZDF (https://www.zdf.de/zdfunternehmen/zdf-fernsehrat-mitglieder-100.html) anschaue, dann weiß ich warum die Medien entsprechend agieren. Die evangelische Kirche ist sehr stark vertreten, etliche Staatssekretäre, zwei Naturschutzverbände (Brunsmeier Klaus, BUND, Olaf Tschimpke NABU), der Grüne Kai Klose (MdL Hessen) aber "nur" einmal DBV (Karotki Kirstin, Leiterin der Stabsstelle im DBV). Bei dieser "grünen" Übermacht braucht man sich doch über eine einseitige Berichterstattung nicht wundern.

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  3. von Matthias Zahn · 3.
    Das Problem liegt in der Vermarktungsstruktur

    Da wir Landwirte die Vermarktung unserer Rohstoffe an externe Verarbeiter abgegeben haben, ist uns damit der Kontakt zum Verbraucher abhanden gekommen. Umgekehrt ebenso dem Verbraucher der Kontakt zum Landwirt. Und diese Entfremdung erzeugt Misstrauen. Welches dann noch von radikalen Tierschützern befeuert wird. Also müssen wir Bauern wieder stärker auf die Bevölkerung zugehen. Seien es Hoffeste, Besuche von Schulen und Kindergärten etc. Nur im direkten Kontakt lässt sich vertrauen aufbauen. Wir Bauern haben dabei eine Schlüsselrolle. Wieder heist es, (wie beim Milchpreis auch) Eigenverantwortung ist der Schlüssel für zukünftigen Erfolg!

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  4. von Alfons Lauer · 4.

    Was mir auffällt bei dem ganzen bashing gegen die Landwirtschft ist folgendes: in den Medien werden die Bauern und die in der Landwirtschaft Tätigen beschimpft und für unbelehrbare "Hornochsen" vorgeführt, Sachkunde und Erfahrung wird uns von Leuten aus der Großstadt abgesprochen. Es wird gehetzt und Halbwahrheiten verbreitet. In anderen Problembereichen, wo es auch Missstände geben soll, wie z. B. in der Alten- und Krankenpflege, bei der Polizei etc., wird das "System" schuldig gesprochen, die dort Tätigen, ob zurecht oder nicht, werden stets in Schutz genommen! Dabei ist es so, dass meiner Meinung nach die Zermürbung der arbeitenden Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind ungleich höher ist, da diese ganzjährig (in der Tierhaltung vielfach ohne freies Wochenende und Urlaub) nicht selten eine 70 und etwas mehr -Stundenwoche absolvieren, während in anderen Wirtschaftsbereichen 3 mal am Tag "die Pferde gewechselt" werden! Das alles wird von dieser Spaß- und Freizeitgesellschaft nicht gewürdigt und anerkannt. Ich glaube, dass diese Gesellschaft tüchtige Menschen nicht mehr verdient hat.

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  5. von Paul Maier · 5.
    Es liegt an der Grundeinstellung der Verantwortlichen in den Medien.

    Die recht einseitige, politische Orientierung dieser Leute ist allgemein bekannt. Solange sich die nicht ändert, werden es die Landwirte nicht schaffen, eine objektivere Betrachtungsweise ihrer Situation zu erreichen. Wenn selbst eindeutige Gesetzesverstösse bei der Beschaffung von Bildmaterial nicht mehr geahndet, ja sogar gerechtfertigt werden, ist der Verfall unseres "Rechtsstaates" doch schon weit fortgeschritten. Aber wenn, wie bisher eigentlich immer, nur landwirtschafliche Tierhalter davon betroffen sind, stört sich weiter niemand daran. Dabei kommen eklatante Tierschutzverstösse doch auch bei den ach so geliebten und gehätschelten Haus- und Hobbytieren vor, nur dass dort so gut wie nicht kontroliert wird und wenn dann doch wieder einmal über eine verwahrloste Wohnung mit Dutzenden Katzen berichtet wird, dann ist es mit einer einfachen Meldung in der Zeitung auch schon getan und niemand schreit nach einer Verschärfung etwaiger (gar nicht existenter) Haltungvorschriften.

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  6. von Karlheinz Gruber · 6.
    Die Wahrheit

    interessiert die meisten Medien und Politiker nicht. Das wichtigste sind Quoten und Stimmen. Dafür wird alles gemacht und akzeptiert. Wie so oft, bleibt die Wahrheit auf der Strecke. Eine Entschuldigung wäre ja das Eingeständnis des eigenen Fehlers. Und seit wann geben die Medien oder Politiker die eigene Schuld zu. Das bedeutet ja Rücktritt und somit keine hohen Bezüge für Nichtstun.

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  7. von Willy Toft · 7.
    Leider ist es so!

    Weil sie uns Tierhalter als Überflüssig bezeichnen, und wir es denen sowieso nicht recht machen können.

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