Verein bringt neue Nutzung auf brachliegende Wiesen

Weide Staatssekretärin Dr. Tappeser besucht ausgezeichnete „Augenweide in Hessen“
Bild: umwelt.hessen.de

Wenn Naturschutzvereine Agrarland übernehmen und bewirtschaften, lässt Kritik über Verunkrautung und nicht fachgerechte Bewirtschaftung meist nicht lange auf sich warten. Dass es auch anders geht, wollte Hessens Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser diese Woche bei einem Besuch im Burgwald zeigen. Dort will ein Projekt der Vereine „Freunde des Goldbachtales e. V.“ und NABU/NAJU Frankenberg e. V. zeigen, wie brachliegende Weiden zu einer blühenden Landschaft entwickelt werden können.
 
„Das Goldbachtal zeigt sehr deutlich, wie erfolgreich eine nachhaltige Landschaftspflege für den Erhalt der Artenvielfalt und der Stärkung bedrohter Tierrassen ist“, sagte Tappeser am Mittwoch. Denn alte Nutztierrassen, wie das Rhönscharf oder das rote Höhenvieh, würden sich besonders gut zur Landschaftspflege eignen. Das Rote Höhenvieh wird vom Land Hessen besonders gefördert, da es zu den gefährdeten Haustierrassen zählt.
 
Auf Initiative der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Waldeck-Frankenberg und des NABU begann das Beweidungsprojekt im Herbst 2008. Nach einer ersten Bestandsaufnahme wurde ein Pflege- und Entwicklungskonzept für die wertvollen Grünlandstandorte mit Orchideenbeständen entwickelt. Die meisten Wiesen waren seit mehreren Jahren brach gefallen und schon teilweise verwildert. Interessierte Landwirte, Förster, Grundstückseigentümer und ehrenamtliche Naturschützer gründeten den Verein „Freunde des Goldbachtales“, der gemeinsam mit der NABU/Naturschutzjugend e.V. die Weidegemeinschaft Goldbachtal GbR bildet. Die Weideflächen umfassen rund 25 Hektar auf einer Länge von drei Kilometer entlang des Goldbaches. Sie wurden von Hessen- Forst und zahlreichen Privateigentümern gepachtet. Die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche wird nach den EU-Richtlinien zum Ökologischen Landbau betrieben und wird regelmäßig kontrolliert.
 
Durch die Beweidung der Fläche konnte ein weiterer Verlust der Artenvielfalt im Goldbachtal eingedämmt und der Lebensraum für einen Teil der Arten  wieder hergestellt werden, so Tappeser weiter. „Die Artenvielfalt darf in ihrer Bedeutung auch für uns Menschen nicht unterschätzt werden. Sie ermöglicht u.a. die ausreichende Produktion von Lebensmitteln, sauberer Luft, sauberem Wasser.  Leider ist dies noch nicht im Bewusstsein vieler so angekommen. Eines unser wichtigsten Ziele, als Politik und Gesellschaft, muss es daher sein, diese Vielfalt zu erhalten. Projekt wie dieses im Goldbachtal dienen hierbei als Aushängeschild und als Vorbild für andere“, lobte die Staatssekretärin. Abschließend übergab sie dem Verein einen Förderbescheid über 500 Euro aus Lottomitteln.

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Steffek · 1.
    Ausreichende Produktion von Lebensmitteln!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Wenn diese Art der Bewirtschaftung eine ausreichende Produktion von Lebensmitteln sicherstellen würde, dann frage ich mich wieso unsere "Experten" immer wieder anmahnen die Landwirtschaft müsste effektiver werden, um die zunehmende Weltbevölkerung zu ernähren. Ist das hier ideologisches Wunschdenken der Staatssekretärin ohne entsprechendem Fachwissen oder werden wir hier nur von unseren "Experten" für dumm verkauft um unserer Ernährungsindustrie ausreichende und billige Rohstoffe zu liefern. Bereits 1898 hatte aber der englische Chemiker William Crookes in einem Vortrag davor gewarnt, dass bei steigenden Bevölkerungszahlen in Europa bis 1918 eine Hungersnot ungeahnten Ausmaßes auftreten könnte würde man die Stickstoff-, bzw. Eiweißunterversorgung nicht lösen können. Damals lebten im deutschen Kaiserreich ca. 55 Mio. Menschen auf einer Fläche von 541.000 km². Heute hat die Bundesrepublik noch knapp 360.000 km² Fläche aber 82 Mio. Einwohner. Wie wollen diese Traumtänzer die Versorgung der Bevölkerung mit dieser extensiven Bewirtschaftung sicherstellen? Noch dazu ist der Hinweis auf die saubere Luft und das Wasser auf dem Land eh eine Farce. Beachtet man die Diskussion um die Feinstaubbelastung in den Städten so muss man doch fragen was soll das. Der Dreck entsteht doch in der Stadt und nicht auf dem Land. Vor diesem Hintergrund ist es auch eine Idiotie ohnegleichen, wird der Verzicht auf Glyphosat gefordert. Durch den Einsatz von 5330 to. Glyphosat wurden im Jahr 2015 200.000 to. Diesel eingespart. Da verlangt dann der unwissende ideologisierte Städter doch tatsächlich dass der Landwirt auf dem Land seine Luft durch die vermehrte Bodenbearbeitung mit Dieselabgasen verpestet. Das gleiche Spiel geschieht beim Wasser. München bezieht seit über 100 Jahren sein Wasser aus dem 40 km entfernten Mangfalltal, bzw. aus dem 80 km entfernten Loisachtal bei Garmisch-Partenkirchen. Das alles nur, weil sie ihr Wasser aus dem eigenem Umfeld nicht mehr nutzen können. Und? Wie sieht es bei den anderen Städten aus? Im Grunde doch auch nicht anders. Siehe der OOWV, der Oldenburgisch-Ostfriesische-Wasserverband macht doch hier auch nur einen Riesenterz um den Nitratgehalt im Grundwasser um die Versorgung seiner Kunden mit qualitativ hochwertigem Grundwasser so billig wie möglich zu gestalten. Dazu wird die Politik und der Umweltschutz vorgespannt, nur um mit die Bauern, unter dessen Grund und Boden er das Wasser wegsaugt nicht entsprechend entschädigen muss für eine extensivere Bewirtschaftung ihrer Böden.

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  2. von Josef Doll · 2.
    Bienensterben

    Sowohl intensives Grasland wie extensives ,gerade, Langjährig " nicht " gedüngtes Grünland mit einmaliger Nutzung sind nahezu blütenfrei . Alles andere ist aber kostenintensiv und hat wenig Nel je kg TS und gerade die braucht man um eine intensive (Groß ) nein landwirtschaft pofitabel zu halten oder machen. Auch wir Landwirte müssen mit Arbeitszeit und Urlaub mithalten können !!! Mit Blumenwiesengras ( die Hornschotenklee,Zaunwinde,.... noch blühen lassen ) nicht superextensiv (anders die superintensiv , meist nur Weidelgräser) ist da kein Staat zu machen. Mit 5,5 bis 5,9 Nel im Futter wie eine Blumenwiese liefert ist da kein Gewinn mehr zu erwirtschaften !!! .Ob eine Weide da zur Erhaltung von Artenvielfalt ,Orchideenen beiträgt (Tritfest ) liegt im Einzelfall. Was aber nicht in diesem Beitrag nicht steht --- wieviel kostet hier das Hektar und kann/wird das auch langfristig bezahlt ???

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