WDR 2 wettert gegen konventionelle Landwirtschaft

WDR 2 Westdeutscher Rundfunk
Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) macht offenbar Wahlkampf für die Grünen. Der Radiosender WDR 2 veröffentlichte gestern einen ketzerischen Kommentar zur Zucht von konventionellen Nutztieren. Autor ist Detlev Reepen aus der WDR-Wissenschafts- und Umweltredaktion, der sich in seinen Ausführungen auf die Grünen-Studie
„Qualzucht in der Tierhaltung“ bezieht. Hier der genaue Wortlaut. (ab):

WDR 2-Klartext: Unmenschliche Gier

Dem Putenschnitzel sieht man nicht an, welches Leid die frühere "Besitzerin" des Brustfleisches vorher durchgemacht hat. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass die Leidenszeit relativ kurz war: die intensive Mast bringt das Großgeflügel mit weniger als fünf Monaten zum Schlachthof, die normale Lebenserwartung wären zwölf Jahre.

Detlev Reepen Stellvertretend für den stolzen Mäster schwillt die Brust der Pute so stark an, dass sie sich nicht mehr auf den Beinen halten kann. Da ist es praktisch, dass die vielen tausend Tiere im Stall so eng stehen, dass sie kaum noch umkippen können.

Die Geflügelhaltung ist in der Regel wirklich kein Spaß und so schrecklich, dass niemand daraus schöne Werbefilmchen für die Branche zaubern kann. Das zartrosa Fleisch mit dem gesunden, weil fettarmen Image hat eine ganz fiese, unappetitliche Entstehungsgeschichte.Milchkühe dürfen sich zwar im Boxenlaufstall frei bewegen, sind bei einer Milchleistung von zehntausend Litern im Jahr aber häufig so schnell so krank, dass sie schon nach wenigen Jahren aussortiert und zum Schlachthof gebracht werden.

Krank sind aber nicht nur die Tiere - der Einsatz von Antibiotika und Schmerzmitteln ist erschreckend hoch- krank ist das System Tierhaltung. Nicht nur in Deutschland, sondern praktisch weltweit. Und was war eher da? Die Gier von uns Verbrauchern nach dem täglichen Stück Fleisch, das dann natürlich auch tagtäglich billig sein muss…. Oder die Intensivierung der Geflügel-, Schweine- und Rinderhaltung durch die Bauern, damit sie einen Wettbewerbsvorteil erringen konnten? Durch niedrige Preise, die den Konsum ankurbeln?

Letztlich ist es auch egal, wer die Intensivierungsspirale zum Drehen gebracht hat: wir sollten dieses System nicht länger hinnehmen. Im Interesse unserer Gesundheit, im Interesse des Tierschutzes und unserer eigenen Menschlichkeit.

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11 Leserkommentare Kommentieren

  1. von HLL-Landwirt · 1.
    Der WDR und Objektivität geht nicht

    Wenn der WDR Sendungen zur Landwirtschaft macht, kommen die Bauern meist schlecht weg. Es kann sich ja nicht jeder Sender zu Fach- und Sachthemen qualifiziertes Personal leisten. Nicht jeder Mitarbeiter in einer Wissenschaftsredaktion hat vor seinem Volontariat ein natur- oder agrarwissenschaftliches Studium absolviert und so den Grundstein für objektive Berichterstattung gelegt. Als einfacher Journalist, der ein Studium der Publizistik und Skandinavistik absolviert hat, ist Herr Reepen für dieses Thema fachlich unqualifiziert. Als Mitarbeiter der WDR-Wissenschaftredaktion, zuständig für die Bereiche Biologie, Agrarwissenschaft, Ernährung, etc. wird er aber nach Außen als Fachmann ausgegeben. Ein positives Beispiel bietet hier RTL mit Peter Klöppel. Trotzdem zählt auch eine persönliche Meinung mit der Herr Reepen hier nicht mal ganz Unrecht hat. Aber leider verunglimpft er mit seiner Aussage alle Putenmäster und Milchviehhalter und macht diese für Qualzucht und –haltung pauschal verantwortlich. Ja es gibt Probleme mit übergewichtigen Puten deren Knochen brechen und Milchkühen deren Bewegungsapparat geschädigt ist und die häufig an Mastitis leiden. Aber das gab es vor 40 Jahren teilweise auch schon und war noch viel verbreiterter. Diese Wahrheit gehört auch dazu Herr Reepen: Nicht die Landwirte haben sich diese Realität bewusst geschaffen. Die Bauern stehen ganz unten am Beginn einer Kette die mit Lebensmittel ihren Profit macht – das wenigste davor kommt bei denen an die die meiste Arbeit damit haben und das höchste Risiko tragen. Wenn die Schlachthöfe, wie bei Schweinen und Rindern, Abzüge für übergewichtige Puten erheben würden, wäre das Problem doch schnell beseitigt. Das könnte ggf. sogar noch positive Wirkungen auf die Preise haben. Weniger Fleischmenge – stabile Preise. Gerade beim Milchvieh hat sich in den letzten 40-50 Jahren in der Haltung fiel positives entwickelt. Die Anbindehaltung ist fast, bis auf wenige kleine Betriebe und Ökoherden, komplett verschwunden. Die Tiere können sich mit oder ohne Auslauf in den Ställen freibewegen, sollte ein Melkroboter vorhanden sein, jederzeit (wie natürlich) rund um die gemolken werden und frei das Futter aufnehmen können. Die Technik hilft dem Landwirt mit Zahlen und Daten zum Tier (z.B. Bewegungsdaten, Körper- und Milchtemperatur) dabei solche zu erkennen. Gesundheitliche Probleme lassen sich vorab so schon einmal verringern. Wichtig ist aber auch die vorbeugende Pflege der Milchkühe. Fehlstellungen der Klauen und Klauenkrankheiten sind mit die häufigsten Abgangsursachen in einer Milchviehherde. Hier ist nicht die Züchtung sondern das Management des Milchviehhalters gefragt. Nicht der Gummiboden allein schützt die Klauen. Beton und Spaltenböden müssen ständig sauber gehalten werden um Trittsicherheit zu geben und um Krankheiten zu verhindern. Der WDR und Herr Reepen wären gut beraten häufiger das fachliche Expertengespräch zu suchen.

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  2. von klaus1618 · 2.
    Es ist schon sehr interessant,

    wohin überall an maßgeblicher Instanz die Tenkaln des DBV hineinreichen...! Aber sicherlich sind die Intentionen in Ausübung des Ehrenamtes nur in einer ABM-Maßnahme der einzelnen Repräsentanten angesiedelt, oder ...? Wer wolle da auch Marktmachtausübung in jedweder Form unterstellen?

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  3. von jobelego · 3.
    Die Macht des Bauernverbandes ist unendlich

    Er bestimmt die Sendungen der Sender, in deren Rundfunkrat er sitzt, er macht die Getreidepreise in Chicago, Paris und Hintertupfingen, er hat den Wegfall der Milchquote beschlossen, er bestimmt über die Zulassung von Glyphosat, er wählt den Bundeskanzler und den Papst. So zumindest könnte man fast annehmen, wenn man liest, für was er alles verantwortlich gemacht wird.

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  4. von detmarkleensang · 4.
    Wer sich beschweren will:

    Im WDR-Rundfunkrat sitzen unter anderem Friedhelm Decker, Präsident der Rheinischen Landwirtschaftsverbandes und sein Stellvertreter Wilhelm Brüggemeier, Ansprechpartner des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit im Westfälischen Landwirtschaftsverband und BV/WLV-Vorsitzender des Kreises Herford. Die beiden haben ihren Job dann wohl nicht gut gemacht. Weder hier noch dort. Sonst wäre es ja wohl nicht zu solch einem Bericht gekommen, oder???

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  5. von klaus1618 · 5.
    BAUERNHETZE / Wer ist denn der wahre "Pontius Pilatus?

    Dem Bauern suggeriert doch unsere verantwortliche Agrarpolitik, unsere (qualifizierten?) intellektuell befähigten Vordenker, unsere beratende Wissenschaft, selbst unsere berufsständische Vertretung gebetsmühlenartig immer wieder, dass ER für den Hunger der Welt in der Verantwortung steht. Willig und risikobereit hat ersterer ausgeführt, was ihm nach "guter fachlicher Praxis" indoktriniert wurde. BILLIG-BILLIG-BILLIG (mehr MASSE zu Lasten der KLASSE) waren doch die Maximen. Und nun steht wer am Pranger? Die "gute fachliche Beratung" zeigt nun neben fehlender Fachkompetenz auch noch einen Mangel an Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein, einer Fürsorgepflicht für diejenigen, die sich an die Leine haben nehmen lassen. Wie deplatziert ist doch eine solche Argumentation. Werter investigativer Journalismus: Hinterfragen Sie da einmal schonungslos die tatsächlichen Wahrheiten und lassen Sie sich nicht wahlpopulistisch missbrauchen; der richtige Zeitpunkt um auch dem "kritischen" Verbraucher einmal aufzuzeigen, wo seine "Geiz-ist-geil-Mentalität" hingeführt hat. Vielleicht wird dann tatsächlich einmal wieder die so selbstverständliche Leistung des kleinen Bauern gewertschätzt, der sich tagtäglich zur Befriedigung der Grundbedürfnisse aller, nämlich SATT zu werden, abrackert u. zwar in keinem 8-Stunden-Tag. Ich denke, es ist durchaus legitim, dass jemand mit seiner Schaffenskraft das eigene Ein- und Auskommen sichern möchte. - Wer dies in Abrede bringt, der sollte seine "verlogene Naturverbundenheit" kritisch hinterfragen. Ökologie über alles - bis an die Grenze des eigenen Geldbeutels rettet wahrlich nicht die Natur! (ein kleines, der Schöpfung verpflichtetes Bäuerlein)

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  6. von landfuerst · 6.
    Beim Intendanten beschweren

    Ich kann nur alle Landwirte die sich betroffen fühlen und dieses nicht hinnehmen wollen, aufrufen, sich beim Intendanten des WDR und beim Rundfunkrat schriftlich zu beschweren. Einseitige Berichterstattung die nicht ausgewogen ist müssen wir nicht hinnehmen. Bitte seit sachlich weist auf die strengen deutschen Tierschutzgesetzte hin, und das die Behörden diese ja auch regelmäßig kontrollieren! Da braucht niemand ketzerische Berichterstattung zugunsten einer bestimmten Partei vom öffentlich rechtlichen Rundfunk der sich an die Gesetzte halten muss unter die er fällt.

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  7. von herzas1 · 7.

    leider gab es solche kommentare auch im BR und im SWR

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  8. von HLL-Landwirt · 8.
    Ein Loblied auf die Landwirtschaft ...

    wird beim WDR ja auch nicht gewünscht. Dort sitzen doch Leute die soweit von der Wirklichkeit weg sind. Dafür hätte z.Zt. keiner Sendezeit übrig. Im übrigen lassen sich damit auch keine Einschaltquoten erzielen. Nur Sensationsberichte mit viel Schwarzmalerei lösen Emotionen beim Zuhörer und Zuschauer aus. Armes Deutschland!

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  9. von HLL-Landwirt · 9.
    Frechheit

    Zitat: "Oder die Intensivierung der Geflügel-, Schweine- und Rinderhaltung durch die Bauern, damit sie einen Wettbewerbsvorteil erringen konnten? Durch niedrige Preise, die den Konsum ankurbeln?" 90% der Landwirte und Tierhalter machen dies wohl kaum aus Gewinnsucht, sondern um bei ständig steigenden Kosten die Erlössituation stabil zu halten und ihren Familien ein gerechtes Einkommen zu sichern. Neu ist mir auch das durch niedrige Preise der Konsum ständig steigt. Jeder wird nur einmal satt und gibt heute nur noch 11-12% des Einkommens für die Lebenshaltung aus. Der Rest geht für Auto, Miete, Urlaub und Rundfunkgebühren drauf - mit deren Hilfe solche inkompetenten Journalisten in öffentlich rechtlichen Sendern beschäftigt werden.

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  10. von gebken · 10.
    Das sollten

    wir uns zu Herzen nehmen! Was wollen wir Landwirte eigentlich? Ein vernünftiges Einkommen für Ordentliche Arbeit die man auch leisten kann. Was machen wir? Größer,größer größer und verdienen tun nur andere. Denn zur Zeit bringt Wachstum nur ordentliche Kostensteigerung. Der erlös wandert in andere Taschen.

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  11. von ramsdorf · 11.
    Dann weiß man ja wofür

    Rundfunkgebühren in Deutschland benötigt werden!

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