WWF kritisiert Verschwendung bei Brot- und Backwaren

Brötchen Mittlere bis große Backwarenunternehmen haben Verluste von bis zu 19 %
Bild: Netto Marken Discount

Der World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland hat die Verschwendung bei Brot- und Backwaren kritisiert. Laut einer neuen Studie und Fall-Analyse ergibt sich bei Backwaren in Deutschland insgesamt eine Menge von etwa 1,7 Mio t pro Jahr, die nicht verkauft wird. Im Schnitt liegen die Retouren demnach zwischen 12 % bis 15 %.

Mittlere bis große Backwarenunternehmen haben Verluste von bis zu 19 % der produzierten Menge. Nach Berechnungen des WWF wird dadurch die Ernte von rund 398 000 ha Ackerland verschwendet. Zudem würden unnötige 2,46 Mio t an Treibhausgasen ausgestoßen.

Auch vor dem Hintergrund der diesjährigen Trockenheit und den daraus resultierenden Ernteausfällen sei diese Verschwendung problematisch, kritisierte WWF-Vertreter Jörg-Andreas Krüger. Als Ursache werden in der Studie übersteigerte Kundenerwartungen an Frische und Vielfalt, die Filialisierung des Bäckerhandwerkes und Verpflichtungen der Vertragsbäckereien in Supermärkten genannt.

Die sogenannten Retouren würden gespendet, zu Tierfutter verarbeitet oder in Biogasanlagen energetisch entsorgt. Ein Teil werde immerhin auch zur erneuten Herstellung von Brot verwendet. Bei der Verwendung als Tierfutter kritisiert der WWF insbesondere, dass die Plastikverpackung mitzerkleinert und nicht vollständig entfernt werde.

Die Naturschützer fordern nun, eine abgestimmte nationale Strategie mit klar definierten, verbindlichen Zielvorgaben, um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen sowie ein Umdenken bei Konsumenten und Wirtschaft. Da Lebensmittelüberschüsse wie Backwaren-Retouren als Verluste steuerlich geltend gemacht werden könnten, müssten Politik und Fiskus auch ein finanzielles Interesse daran haben, diese bis 2030 zu halbieren, so Krüger.

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Andreas Kühnbach · 1.
    Quatsch

    Das ist reine Polemik, als würde der Bäcker sein schad Brot einfach auf die Deponie werfen. In Wirklichkeit wird das ohne Kunststoff (da verboten) zu Futter verarbeitet. Einen idealer Kreislauf. Schlimmer sind große Marken hersteller die darauf bestehen dass ihre schad waren entsorgt werden müssen. Auch wenn das krwg ganz eindeutig sagt dass Wertsstoffe zu recyveln sind. Vieles wird lieber verbrannt. Aber von einem Bäcker habe ich das noch nie gehört.

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  2. von Christian Bothe · 2.

    Ich hatte schon mal an anderer Stelle gesagt zu DDR-Zeiten wurden Überschüsse gesammelt und über Mastschweine veredelt.

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  3. von Willy Toft · 3.
    Der Eindruck eines leer gefegten Ladens, hält leider den Verbraucher davon ab, nicht noch einmal zu kommen!

    So tickt der Mensch, wenn er 1-2 mal nicht das bekommt, was ihm vorschwebt, geht er zur "Konkurrenz! Deshalb werden wir dieses Problem nie wirklich lösen.

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  4. von Wilhelm Gebken · 4.
    Zitat: "Da Lebensmittelüberschüsse wie Backwaren-Retouren als Verluste steuerlich geltend gemacht werden könnten, müssten Politik und Fiskus auch ein finanzielles Interesse daran haben, diese bis 2030 zu halbieren, so Krüger."

    Jetzt versucht sich der WWF schon als Steuerberater! Was können Gutmenschen eigentlich noch alles besser als die dummen anderen? Die zitierte Äußerung ist selbstverständlich Unsinn: Das was der Lebensmitteleinzelhandel als Verluste (korrekterweise: Ausgaben) geltend macht, sind in der vorgelagerten Ebene zu versteuernde Einnahmen. Es ist also mindestens ein Nullsummenspiel, wenn nicht die Weiterverwendung als Tierfutter nicht doch noch ein positves Ergebnis auslöst. Darüber hinaus: Diese bis zu 19% Überschüsse sind in einem Dürrejahr ein Teil des Puffers durch den eine Hungersnot verhindert wird.

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