Was wäre, wenn es Agrarprämien nur bis zur Rente gibt?

fernglas "Direktzahlungen neu denken", schlägt der BDL vor
Bild: BDL

Was wäre, wenn die Direktzahlungen nur bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter gewährt würden? Das haben sich die Junglandwirte im Bund der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. gefragt. Ihre Antwort ist im gerade verabschiedeten Positionspapier „Forderungen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2020“ nachzulesen: „Durch einen solchen Anstoß zum Generationswechsel ergeben sich für junge Menschen neue Chancen Betriebe zu übernehmen und die Landwirtschaft zukunftsfähig zu gestalten.“

Es gehe nicht darum, den Konflikt zwischen Jung und Alt zu schüren, sagt die BDL-Bundesvorsitzende Nina Sehnke, sondern um die Zukunft der Landwirtschaft. „Wir wissen, die Weitergabe eines Hofes ist eine sehr persönliche und hoch emotionale Angelegenheit, die nicht leicht fällt. Doch sie darf nicht aufgeschoben werden. Der Nachwuchs muss in der Verantwortung stehen, um investieren und den Betrieb tatsächlich für die Zukunft ausrichten zu können“, stellt sie fest.

Darum fordert die größte deutsche Junglandwirteorganisation, die Direktzahlungen nach 2020 nur bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu gewähren. „Die GAP-Förderung muss denen zukommen, die die Zukunft der Landwirtschaft mitgestalten und vorantreiben“, so Nina Sehnke.

Zugleich will der BDL die EU-Förderung auf ausgebildete Fachkräfte der Grünen Berufe beschränken. „Eine fundierte fachliche Ausbildung in den sogenannten Grünen Berufen legt den Grundstein für eine wissensbasierte, ressourcenschonende und zukunftsfähige Landwirtschaft“, heißt es in dem druckfrischen Positionspapier. „Daher fordern wir, dass Antragsteller zukünftig eine fachliche Ausbildung vorweisen müssen. Ob es sich um eine Ausbildung, Weiterbildung oder ein Studium handelt - zum Beispiel in der Land- bzw. Tierwirtschaft, dem Weinbau oder der Forstwirtschaft - ist dabei zweitrangig“, stellt die BDL-Bundesvorsitzende fest.

„Unterstützt werden sollten vor allem die Landwirte, die zur landwirtschaftlichen Produktion beitragen. Darum schlagen wir vor, die GAP-Förderungen künftig auf Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe zu begrenzen“, ergänzt der stellv. BDL-Bundesvorsitzende Christoph Daun. Es sei wichtig, dass dabei speziell für Nebenerwerbslandwirte unkomplizierte Strukturen zum Nachweis der Qualifikation geschaffen würden. „Diese könnten beispielsweise analog zum Sachkundenachweis im Pflanzenschutz oder einer flexiblen Gesellenprüfung in Wochenendmodulen erfolgen“, so Nina Sehnke.

Aus dem gleichen Grund - nämlich der Stärkung der landwirtschaftlichen Produktion - will der größte Jugendverband im ländlichen Raum einer Umschichtung der EU-Finanzmittel aus der ersten in die zweite Säule nur zustimmen, wenn sie weiterhin der Landwirtschaft zugutekommen.

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21 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Hermann Kamm · 1.
    Was soll der ganze Rotz,

    es beste wäre sowieso die Prämien komplett zu streichen!!!!!!!!!!!!! siehe damals Bullenprämie, kaum war diese weggefallen, schon ziehen die Preise an. Alle wissen doch zum Nulltarif gibt's gar nix. Bei unseren Verpächtern heißt es ihr bekommt doch 300 € Prämie, D.h. also die 300€ Prämie gehören den Verpächter, und dann habt ihr ja noch keine Pacht bezahlt. wie siehts aus dann müssen nochmals 500 € fließen das die Pacht bezahlt ist bei einer Gemeinde LVZ von 17. Also diese Jungunternehmer sind schon sehr zu bemitleiden, aber sie bezahlen diesen Preis egal ob sie Gewinne oder Verluste einfahren. Deshalb ist eine verfrühte Hofübergabe meines erachtens nicht sinnvoll. Rechnen können wir als ältere Betriebsleiter auch noch.

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  2. von Reinhard Joesting · 2.

    Die BDL-Mitglieder möchten sich gern den Anschein von Unternehmern geben. Um das tatsächlich zu sein, fehlt es ihnen scheinbar noch erheblich an Ethik und Moral. Keiner von den zahlreichen mir gut bekannten Unternehmern außerhalb der Landwirtschaft ist gezwungen, seinen Betrieb abzugeben, um seine Altersbezüge zu bekommen. Und auch bezüglich staatlicher Förderung gibt es bei diesen keinerlei alters- oder statusbezogene Einschränkungen. Das ist freies Unternehmertum! Im Gegensatz dazu die "kleinkarierte" Denkweise des BDL. Es gibt lukrative Möglichkeiten, die perverse "Landgier" der BDL-Srategen ins Leere laufen zu lassen. Man muss solchen "Denkern" einen Betrieb weder übertragen noch günstig verpachten, sie sollten ihn erwerben müssen.

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  3. von Heinz Kühling · 3.

    Wie schön wäre es: keine Direktzahlungen, keine Bürokratie, keine Kontrollen, keine überhöhten Pachtpreise.

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  4. von Ferdinand Brinkmann · 4.
    Spaltung des Berufsstandes in Jung und Alt

    Keine Agrarprämien für Rentner. Dann ist die Frage: Warum eine gesonderte Förderung von Junglandwirten. Diese Förderung wurde bislang von mir geduldet.

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  5. von Reiner Matthes · 5.
    Nach Sofamelkern gibts heute Sofaackerer

    Eine Beendigung der Auswirkungen der Förderpraxis wäre zu begrüßen. Über fingiierte Bewirtschaftungsverträge wird der arbeitenden Generation der Landwirte das Leben nur unnötig schwer gemacht.

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  6. von Kirsten Wosnitza · 6.
    zu ende gedacht

    Nicht ganz. Es sei denn man entscheidet sich Subventionen nur noch an Einzelpersonen zu zahlen. Oder wie wird das Rentenalter von Gesellschaften oder Genossenschaften berechnet....

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  7. von Ralf Schröder · 7.
    Schwieriges Thema

    Ich glaube es hilft nicht, wenn man über das Ausbleiben von EU-Geldern die Betriebsübergabe regeln will. Mein Opa, wie auch mein Vater haben immer gesagt, daß der Betrieb bis zum 60. Geburtstag übergeben sein muss, später wird es immer schwieriger. Dies bedeutet ja nicht, daß der Hofübergeber von jetzt auf gleich raus ist. Ich bin froh, daß da immer noch jemand ist, aber die grundlegenden Entscheidungen müssen von der jungen Generation getroffen werden. Wenn man 60 kein Vertrauen in seine Tochter oder seinen Sohn als Nachfolger/in hat, wird das mit 65 oder 70 auch nicht besser sein. Ein guter Unternehmer bindet die Nachfolger frühzeitig mit ins Unternehmen ein und gibt ihnen auch Verantwortung, Die Prämien, wenn es denn noch welche gibt, an Fachkräfte zu binden halte ich für eine sehr gute Idee.

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  8. von Johann Schneider · 8.
    Liebes wachstumsgeiles Jungvolk

    Schämt euch.Jetzt wollt ihr den letzten verbliebenen Agraropas ,die eh schon auf ihre Rente verzichten, auch noch die Ausgleichsgelder wegnehmen.Setzt euch lieber dafür ein den, Agrarmillionären die Subventionen zu kürzen und das Geld auf Klein- und Jungbauern zu verteilen.

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  9. von Nikolaus Adlberger · 9.
    Liebe junge Kollegen,

    Ihr wollt zukunftsfähige Betriebe. Ein Betrieb ist nur zukunftsfähig, wenn er auf eigenen Beinen stehen kann. Ihr wollt doch Unternehmer sein und keine staatlichen Subventionsempfänger. Stützt Euch auf euer Können, auf euren Fleiß, auf eure Energie. Die Forderungen die Ihr stellt, sind Schnee von gestern. In einem freien und unabhängigen Unternehmertum liegt Eure Zukunft.

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  10. von Karlheinz Gruber · 10.
    Aber dann sind die Jungen froh, wenn der Alte noch voll mitarbeitet, oder was?

    @Stefean Lehr, ich gebe Ihnen in dem einen Punkt recht das man auch loslassen können muß. Das hat es aber schon immer gegeben und wird es so oder so geben. Den Vorschlag an Zahlungen koppeln zu wollen, damit jemand gezwungen wird, abzugeben, ist irre und Verstößt gegen das Grundrecht. Denn jeder kann über sein Eigentum verfügen so lange er will, und keiner kann einen Zwingen. Außerdem schadet es vielen jungen Nachwüchslern nicht, wenn sie erst noch mal warten müssen. Manche Investieren daß sich die Balken biegen, nur weil der Spezl auch so macht. Dieser Wettbewerb kann damit eingeschränkt werden, wenn erst mal die Praxis sich gefestigt hat und der junge Langsam!!! in den Betrieb mit steigender Verantwortung wächst. Zeigt auch dem Alten das der Junge was kann. Und somit hat er auch das Vertrauen, das der Nächste nicht gleich den Hof durch die(Haus)Bank schießt, weil kein Maß und Ziel da ist. Das was der BDL da von sich gibt ist eigentlich eine Frechheit. Es gibt noch genügend Alte, die wo auch Zukunftsfähig sind und mehr Weitsicht haben, als so mancher Grünschnabel. Die wo bewußter Investieren als so mancher junge Blindgänger, frisch von der Schule. Und ich bin unter 50 ! und habe seit 13 Jahren endgültig die Verantwortung erhalten. Warten lohnt sich und kann lehrreich sein.

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  11. von Armin Brader · 11.

    Lieber keine Prämie und ein anständige Rente!

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  12. von Jörg Meyer · 12.
    Ziele der GAP defenieren

    und dann diskutieren, alles andere ist nicht sinnvoll. wenn GAP hauptsächlich Einkommensstütze sein soll, dann kann man über Rentenaltersgrenze für die Förderung diskutieren, zumal niemand länge als bis 67 (?) arbeiten müssen sollte! Das Problem: Es wird wahrscheinlich in zukunft mehr Wähler geben die sich über so ein Modell ärgern als junge Betriebsleiter die sich über ein solches Modell freuen würden! Unter dem Thema politische Ökonomie= Stimmenmaximierung läßt sich dieses politisch wahrscheinlich nicht durchhalten, wenn nicht andere gesellschaftliche Gruppen den jungen Betriebsleitern beistehen....

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  13. von Gerald Hertel · 13.

    es wäre vielleicht besser wenn im Laden deklariert wird ob das Fleisch, die Eier oder Milch von einem jungen Landwirt oder einem älteren produziert wurde

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  14. von Paul Maier · 14.
    Von der Förderung "befreite" Betriebe würden die Handlungsfreiheit zurückgewinnen.

    Nach meinem Verständnis sind viele der Verordnungen, die im Zuge der Agrareform den Landwirten aufgezwungen wurden auch einzuhalten, wenn man keine Prämien beantragt, bzw erhält. Lediglich die Möglichkeit der Kürzung dieser Zahlungen wegen festgestellter "Verstösse" entfiele. Die Möglichkeit, Bußgelder zu verhängen ist in etlichen Verordnungen durchaus vorgesehen und die können sehr hoch angesetzt werden.

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  15. von Hans Nagl · 15.
    Es lebe !

    Der Strohmann .

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  16. von Stefan Lehr · 16.
    Strukturwandel muss sein

    Es gehoert in irgend einer Form zum Generationswechsel dazu, dass man loslaesst - auch wenn es schwer faellt. Ich kenne leider genuegend Beispiele, im engeren Freundeskreis, wo der Opa mit ueber 80!! immer noch nicht abgegeben hat. Dort wartet bereits die 2. Generation. In der Schweiz ist dieses Thema bereits durch, mit dem Rentenalter ist mit Subventionen Schluss. Ein Handwerker darf Rente kassieren und weiterarbeiten. Ein deutscher Landwirt nicht. Ein Handwerker gibt seinen Betrieb ab, oder macht ihn dicht. Ein deutscher Landwirt gibt ab, oder rackert bis in die Kiste. Wer zukuenftig auf dem Betrieb Verantwortung uebernehmen soll sollte meiner Meinung nach bereits im Jugendalter mit integriert werden und Verantwortung fuer einige Arbeiten uebertragen bekommen. Dazu eine faire offene Kommunikation zwischen den Generationen und das Problem koennte ohne Einwirkung von aussen geregelt werden. Aber dazu gehoeren immer ZWEI Parteien! Die Thematik "Subvention" moechte ich nicht weiter vertiefen - bringt nur Streitpunkte. Aber ich bin mir sicher, dass es in Zukunft weniger Geld mit der Giesskanne geben wird.

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  17. von Wilhelm Bee · 17.
    Ein Herausdrängen

    der rentnerfähigen Berufskollegen aus ihren Betrieben, wird für mehr als 20% der dann "frei werdenden Betriebe" die Aufgabe der einzelbetrieblichen Existenz bedeuten. Diese Betriebe sind in der Zukunft nicht mehr existenzfähig! Ihre Flächen würden dann evtl. von anderen Betrieben aufgenommen. Die Wirkung der Forderung des BDL, wäre die eines Strukturwandelbeschleunigers! Merkwürdig nur, dass bisher alle Berufsstandorganisationen den weiteren Strukturwandel abbremsen wollen. Mir scheint, hier soll, nach der Altersrente, eine weitere Zwangsmaßnahme zur Inthronisierung von Betriebsnachfolgern aufgebaut werden, die sonst keine Zukunft haben. Ob solche Betriebsleiter der weiteren Entwicklung der Betriebe gut tun, bleibt wohl eine Frage. Andererseits würden dann von der Förderung "befreite" Betriebe, einen Teil der ihnen natürlicherweise zustehenden Handlungsfreiheit zurück erlangen. Grünlandumbruch und Co., sind dann kein Problem mehr. Ob die Politik das wirklich will?

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  18. von Joachim Löber · 18.
    Strukturwandel

    Es ist schon blödsinnig, dass man nur Altersgeld bekommt wenn man den Hof abgibt! Nun auch noch die Agrarförderung dazu benutzen wollen, ist wieder Unsinn. Wir in der AbL arbeiten genau am Gegenteil!

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  19. von Ottmar Ilchmann · 19.
    Landgier

    Benötigen die jungen Wachstumslandwirte so dringend mehr Flächen?

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  20. von Wilhelm Gebken · 20.
    Ich halte dem BDL zugute, dass seine Vorstände aufgrund ihrer Jugend keine Ahnung haben worüber sie reden

    In Art. 12 GG ist aus gutem Grund die "Freie Berufswahl" geschützt. Die USA haben es in ihrer Unabhängigkeitserklärung so formuliert: „Alle Menschen sind gleich geschaffen“ und „der Schöpfer hat ihnen bestimmte unveräußerliche Rechte verliehen“, zu denen „(...) das Streben nach Glück gehören“. Es scheint typisch für unseren derzeitigen Weg in die DDR 4.0. zu sein, dass alles und jedes bis ins kleinste Detail geregelt, angeordnet, überwacht und sanktioniert werden muss. Die Gründung der nächsten Überwachungsbehörde nach Orwellschem Vorbild "1984" steht unmittelbar bevor. Wir alle wissen, dass die GAP-Zahlungen einkommenswirksam sind. Ohne diese Prämien wären entweder Betriebsmittel günstiger oder die Erzeugerpreise wären höher. Gäbe es also keine GAP, könnte "jeder (Bauer) nach seiner Fasson" glücklich werden. Jetzt haben wir die GAP eingeführt, haben unser Glück in die Hände einer unpersönlichen Behörde gelegt. Und ich sehe wie dieses Monster immer gefrässiger wird, immer größere Teile von der Freiheit jedes einzelnen abbeißt und ich sehe, dass selbst diese Jugendorganisation der Landwirtschaft (BDL), für die das freie, soziale Unternehmertum der höchste Maßstab sein müsste, nichts anderes zu tun hat, als im Sinne eines DDR-VolksKaders eine bestimmte Gruppe von der Teilhabe an der Gesellschaft auszuschließen.

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  21. von Martina Junker · 21.
    Hofübergabe

    Diese Diskussion ,wann die Alten den Hof abzugeben haben ,wurde schon oft geführt . Viele Ideen dazu ,wie man die alte Generation zwingen kann , gibt es auch. Ich denke jeder sollte selbst entscheiden können, schließlich hat man sein Herzblut und alles was man in seinem Leben erwirtschaftet hat in den Betrieb gesteckt. Wer nun meint er ist noch fit genug, oder er traut der jungen Generation die Verantwortung nicht zu, sollte solange weitermachen können wie er will. Das soll nicht heißen das es mir so ergeht, ich habe den Hof mit 30 Jahren übernommen und freue mich auf die nächste Generation um mich rausziehen zu können. Ich bin nur der Meinung jeder sollte die Entscheidung selbst treffen können.

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