Wegen Röring: Tierschützer tauschen Plakate in Bushaltestellen aus

Johannes Röring bei seinen Tieren im Stall. Dass es denen gut geht, wollen Tierschützer nicht wahrhaben.
Bild: Deter

In Münster haben Tierschützer in den vergangenen Tagen Plakate in den Werbeschaukästen an Bushaltestellen ausgetauscht. An rund 30 Standorten waren daraufhin Bilder von erkrankten und verletzten Schweinen zu sehen. Darüber die Frage: „Wie wär’s mit einem leckeren Rückensteak von diesen Schweinen?“

Wie die Westfälischen Nachrichten berichten, hat die Wall AG mit Sitz in Berlin als Betreiberin der Außenwerbung Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der illegalen Aktion gestellt. Das Unternehmen bewertet den Vorgang als Sachbeschädigung. „Es handelt sich um keine gebuchte Kampagne“, stellte ein Sprecher klar. An allen Bushaltestellen wurden die Tierschutz-Plakate inzwischen wieder entfernt.

In einer Pressemitteilung geben die anonymen Tierschützer als Grund für die Kampagne an, dass die Staatsanwaltschaft Münster nicht gegen den Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) und Bundestagsabgeordneten Johannes Röring ermitteln möchte.

Vor dem Hintergrund eines kritischen Fernsehbeitrages hatte die Tierschutzorganisation Peta Anzeige gegen den CDU-Politiker wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt. Die Staatsanwaltschaft konnte jedoch keinen Anfangsverdacht feststellen, zumal „eine Überprüfung des zuständigen Veterinäramtes“ in dem beanstandeten Betrieb „keine Hinweise auf strafrechtlich relevante Zustände“ ergeben habe, wie es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft heißt.

Ein anderer Satz aus der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft wiederum habe die Tierschützer nach Informationen der Zeitung wohl sehr verärgert. Da heißt es unter Hinweis auf das von den Tierschützern vorgelegte Videomaterial: „Bei einzelnen dokumentierten Verletzungen dürfte es sich um Begleiterscheinungen der – legalen – Massentierhaltung handeln.“ In ihrem Bekennerschreiben bewerten die Tierschützer diese Äußerung als Beleg dafür, „dass massenhaftes und erhebliches Tierleid rechtlich legitimiert“ sei.

Auf den Plakaten soll auch eine Telefonnummer zum Büro des Bundestagsabgeordneten Volker Kauder, dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewesen sein.

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10 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Ist Selbstjustiz jetzt im "Tierschutz" erlaubt?

    Was nun bei Röring wirklich los war, lasse ich mal aussen vor. Aber wer erlaubt es den "Tierschützern" solche miesen Kampagnen zu fahren, weil Staatsanwaltschaften nicht ermitteln können, weil offensichtlich kein Anfangsverdacht vorhanden ist? Offensichtlich haben die "Tierschützer" noch nicht verstanden, wie ein Rechtsstaat funktioniert und möchten die Strafverfolgung in die eigene Hand nehmen. Früher gab es den Pranger, die moderne Rechtsordnung hat diese menschenunwürdigen, entehrenden Strafen abgeschafft. Wollen die "Tierschützer" etwa rechtsgestalterisch wieder 200 Jahre zurück, um ihre Gegner zu diskriminieren? Wie können Justizministerien solchen Umtrieben der versuchten Selbstjustiz einfach tatenlos zusehen?

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  2. von Wilhelm Grimm · 2.
    Warten wir auf klare Worte auf der GRÜNEN WOCHE !

    Rukwieds Meinung kennt Jeder, der ihn auf Bauernversammlungen gehört hat. Ob er die Mehrheit im Verbandsrat hat, weiß ich nicht. Da wären wir dann wieder bei der Öffentlichkeitsarbeit.

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  3. von Erwin Koch · 3.
    Nicht nur kommentiern

    Ja Willi, wir Bauern sind gut! Das wissen wir und bemühen uns stets unsere natürlichen Grundlagen zu schützen und zu erhalten. Nur glaubt uns das keiner der die Landwirtschaft nur vom Hörensagen der NGO,s und der modernen Mainstreammedien kennt und immer wieder erfahren muss das bei schlimmsten und abstrusesten Beschuldigungen und öffentlichen Verleumdungen gegen die heutige Landwirtschaft keine Gegenwehr von den Bauern kommt. Da muss doch jeder Außenstehende, annehmen das alles was den Landwirten von den Öko - und Tierschutzaktivisten vorgeworfen wird auch real ist und so zu trifft. Hier müsste aktive Aufklärung und medial wirksame Gegenwehr erfolgen. Da zu brauchten wir nicht nur Einzelkämpfer sondern eine starke, fähige, kämpferische und für alle Bauern (nicht nur für Wachstums- und Zukunftsagrariern) sich verantwortlich fühlende Interessenvertretung, mit einer Führungsspitze die sich nicht immer wieder weg duckt wenn's heiß wird in der öffentlichen Auseinandersetzung um Landwirtschaft, Ernährung und ökologischem Heil. Aber wenn aus der Spitze einer Interessenvertretung Leute auftreten mit zweifelhaften Tun und Sagen, und alle Bauern und die Landwirtschaft allgemein Beschuldigen, dann wird es höchste Zeit das wirklich alle Bauern diese Leute und diese Interessenvertretung so nicht mehr akzeptieren und unterstützen. Willi, über deine und mein Kommentare auf dieser Seite lachen Leute wie Röring und seine Funktionärskollegen nur, du aber als aktiver und anerkannter Verbandsvorsitzender könntest doch mal voran gehen und offen Änderungen bei der Ausrichtung und dem Personal des Verbandes wirksam und nachhaltig fordern. Bring dies in die Gremien, auf die Tagesordnung des Verbandsrates, den Präsidien und der Bauerntage, die volle Unterstützung aller Liker deiner Kommentare wäre dir gewiss!

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  4. von Dieter Müller · 4.
    Den Kommentar von Dr. Willi Billau kann man echt, voll unterstützen!

    Es ist jedoch auch die Frage erlaubt, wo bei dieser kritischen Diskussion der Bundesvorsitzende des DBV, Herr Rukwied sich versteckt?

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  5. von Wilhelm Grimm · 5.
    Auch bei uns liegen die Nitratwerte bei<1mg/l und 50er-60er Lößlehmböden.

    Die Flurstücks Bezeichnungen sind " Der Heidland Plack" und "Beim Heidland Plack". Dort ist vor der Einführung des Mineraldüngers lediglich Heide gewachsen, die "abgeplackt" wurde, um Einstreu für die Tiere zu gewinnen. Diese ursprünglich extrem nährstoffarmen Böden bringen heute Höchsterträge. Das soll so bleiben, Armut ist nicht mein Traum !

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  6. von Wilhelm Grimm · 6.
    Sehr gute offensive ÖFFENTLICHKEITSARBEIT !

    Vielen Dank, Herr Dr.Billau und Herr Wilhelm Gebken.

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  7. von Wilhelm Gebken · 7.
    @ Dr. Billau, Ihrer hervorragenden Beschreibung kann ich eines hinzufügen:

    Dasselbe gilt auch für viele andere Regionen, auch für Intensivtierhaltungsregionen, wie meine Heimat, das nördliche Emsland. Noch 1950 (vor dem Emslandplan) war hier das Armenhaus Deutschlands. Es gab nur armselige Betriebe in durch Allmendebewirtschaftung zerstörten Landschaften, waldlos und von Wehsanddünen durchzogen. Was die Bauern aus dieser Hölle geschaffen haben ist dokumentiert vom Niedersächsischen Minister Wenzel auf http://www.umwelt.niedersachsen.de/themen/natur_landschaft/naturlandschaften/naturparke/huemmling/huemmling-144997.html. :"Sanfte Hügel, weite Wälder, kostbares Kulturgut - das alles birgt der Naturpark Hümmling im Emsland, eingebettet in die norddeutsche Tiefebene, durchzogen von kleinen Wasserläufen und gespickt mit Zeugnissen der Megalithkultur aus Jungsteinzeit- und Bronzezeit. Idyllisch präsentiert sich der Landschaftsraum mit seinen Buchenwäldern und Birkenhainen, dem prächtigen Farbenspiel blühender Felder, seinen kontrastreichen Moor- und Torfflächen, den zartlila farbenen Heidelandschaften." Diese Kulturlandschaft haben WIR, die BAUERN geschaffen! Von dieser Leistung aber kein Wort wenn von Bauern die Rede ist. Dann heißt es "Nitratverseuchte Felder" und "mangelnde Biodiversität". Aber wir brauchen und dürfen uns diesen Schuh nicht anziehen: Das Leben war noch nie so vielfältig, die Böden noch nie so fruchtbar und: Trotz Gülle gibt es auch hier keine nitratverseuchten Böden: Nitrat< 1mg/l.

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  8. von Albert Maier · 8.
    @Dr. Billau

    Sehr gute Argumentaion, Herr Dr. Billau. Bleibt zu hoffen, dass Röhring sowas liest und endlich argumentiert statt ständig dieses schädliche Verbandsgesülze von sich zu geben!

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  9. von Michael Ruth · 9.

    Danke Herr Dr. Billau, dem ist nichts mehr hinzu zufügen . MfG F.Ruth

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  10. von Dr. Willi Billau · 10.
    Ich weiß nicht, was an den Vorwürfen gegen Röhring dran ist,

    wenn Röhring für sich gebeichtet hätte: „Ja, Bauern haben Boden, Luft, Wasser und Tiere geschädigt“, dann hätte ich das akzeptiert und respektiert. Dass Röhring alle Bauern in Kollektivhaft nimmt, das lehne ich strikt ab. In unserer Branche gibt es auch nicht mehr schwarze Schafe als anderswo. Die jungen Landwirtinnen und Landwirte geben sich alles Erdenkliche an Mühe, um den meist unhaltbaren Vorwürfen gegen die Landwirtschaft zu entgegnen. Das Grundwasser wird besser, in BW sind in den letzten 20 Jahren die Nitratgehalte im Schnitt um 22 % gesunken! Wir in den Intensivregionen des hessischen Rheintals haben trotz aller Unkenrufe gute Nitratwerte im Grundwasser, kein Pflanzenschutzmittel drin, dafür Süßstoff und in den Oberflächengewässern zahlreiche Medikamente und Hormonwirkstoffe! Unsere Odenwälder Landwirte in ihren benachteiligten Lagen arbeiten schon fast biologisch, in den letzten Jahren wurde viel Ackerland in Grünland umgewandelt. Unsere Obst- Gemüse- Zwiebel- und KartoffelRückstandsproben sind historisch gut. Zu Überschreitung der Rückstandshöchstmengen kommt es gerade mal zu 1%, die ARFD wird meist zu unter 20% erreicht. 97% des Obst und Gemüses unterschreitet die verschärften Aldi-Spezifikationen! Ehrliche Bodenkundler geben zu, dass bei nachhaltigem Ackerbau mit intensivem Flächentausch und ordnungsgemäßer Humuswirtschaft, die Fruchtbarkeit der mitteleuropäischen Böden nie höher war. Wo sollen dann 10 t Weizen oder 12 t Mais oder 60 t Kartoffeln oder 100 t ZR herkommen? Mein Regionalbauernverband hat 3000 Mitglieder, wir leben im napoleonischen Realteilungsgebiet, wir haben durchweg Familienbetriebe, keine Megastrukturen, 0,6 GV/ha, malerische Landschaften mit Gräben, Landschaftselementen, den riesigen Riedforsten: Nein, meine Bauern haben die Böden und Tiere nicht missbraucht! Ja die Artenzahl ist nach dem Krieg zurückgegangen, aber vor dem Mensch war sie noch weit geringer, weil wir waren mit Mischwald voll bewaldet und da gab es viel weniger Arten. Außerdem haben wir in Hessen 28% Ackerflächen, aber 15% Siedlungs,- Gewerbe- und Verkehrsflächen! Die Artenzahl in den Städten ist wohl nur 10% derer auf unseren Feldfluren. Und trotzdem wollen wir mitmachen und helfen, aber nicht als devote Sünder! Willi Billau, Regionalbauernverband Starkenburg, www.agrarpower.de Ich lebe zu 100% von der LW, keine Nebeneinkünfte!

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