Weidetierhaltung nicht dem Wolf unterordnen

Wolfriss Wolfriss
Bild: Groba

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Politik dazu aufgefordert, die heimische Weidetierhaltung „nicht länger einer falschen Romantik und der ungehemmten Verbreitung des Wolfes“ unterzuordnen. Es sei nicht damit getan, einzelne Problemwölfe zu entnehmen und Zäune zu ziehen, erklärte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Es bedürfe einer Bestandsregulierung und einer Festlegung von Gebieten, die für eine Wiederansiedlung des Wolfes nicht in Frage kämen.

Der Landesverband Thüringer Schafzüchter und der Thüringer Bauernverband (TBV) forderten am 7. September von der Landespolitik neben einer realistischen Entschädigung auch die konsequente Umsetzung des Wolfsmanagementplans. Dazu gehöre die Freigabe von Wölfen für den Abschuss. Ansonsten werde es Konsequenz der Politik sein, dass vordringlich die Berufsgruppe der Schäfer in den wirtschaftlichen Ruin getrieben werde.

Das Landvolk Niedersachsen warf der Politik „Tatenlosigkeit“ vor. Übergriffe durch den Wolf würden verharmlost oder gar verschwiegen, Entschädigungen verspätet oder gar nicht gezahlt. Einige Tierhalter zeigten Wolfsrisse inzwischen gar nicht mehr an, weil sie Anfeindungen befürchteten, berichtete der Landesbauernverband. Die Fronten seien verhärtet und die Situation für die Tierhalter unerträglich. Um auf diese Situation aufmerksam zu machen, wurden in Niedersachsen am vergangenen Freitag (8.9.) an mehreren Orten Mahnfeuer entzündet.
 
Mehr als 3 500 Risse

Auch weiter südlich in Deutschland machen die Weidetierhalter auf die Gefahren durch den Wolf aufmerksam. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) wird an diesem Freitag gemeinsam mit dem Förderverein der Deutschen Schafhaltung auf dem Hofgut Meerheck in Heimbach-Weis ein Mahnfeuer veranstalten.

In einem Hinweis darauf betonte der Verband, der Wolf bereite den Weidetierhaltern Sorgen, weil er sich auch durch Schutzmaßnahmen nicht davon abhalten lasse, Weidetiere zu erlegen und Panik in der Herde zu verursachen. BWV-Vizepräsident Manfred Zelder erklärte am 4. September auf dem Landesbauerntag in Koblenz, dass Menschen, die sich für die Ansiedlung des Wolfes einsetzten, keine Tierschützer sein könnten. Wer wisse, welches Leid das Reißen eines Tieres mit sich bringe, müsse die Ansiedlung des Raubtieres ablehnen.

Laut einer Umfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ haben Wölfe seit ihrer Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2000 hierzulande mehr als 3 500 Nutztiere gerissen. Die größten Verluste habe es in Brandenburg und Sachsen gegeben.

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Hans-Heinrich Wemken · 1.

    Die gezielte Auswilderung und Ansiedlung von Wolfspopulationen mit Bevorzugung gegen die Weidetierhaltung ist zum Ökoterrorissmus gegen die Tierhaltung ausgeartet. Dabei haben die Opfer für sich selbst die Verantwortung für ihren Schutz zu sorgen. Vielleicht muß es erst Stadtwölfe geben bis man aufwacht.

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  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Erstaunlich!

    das sich mal der DBV bemüßigt, die Stimme zu erheben. Am besten wäre auch mal eine Plakataktion in den Städten über die Wolfsrisse a la Hendriks' Bauernregeln damit der Städter einmal aufwacht, für was seine Steuergelder verschwendet werden. Nämlich für ein paar unproduktive "Wolfsmanager", einschließlich der verschwendeten Arbeitszeit der Leute, die sich mit dem Thema Wolf beschäftigen, bis hin in den Bundestag. Dafür, daß wir uns ein "Vieh" leisten, daß sowieso die wenigsten in freier Natur zu Gesicht bekommen und nur Ärger bereitet. Das den "Tierschützern" es in ihrer überzogenen "Tierliebe" gar nicht ums Tier gehen kann, kann man doch an ihren Forderungen sehen. PETA fordert die Abschaffung der Tiere, bzw. der Nutztierhaltung. Was bitte ist daran Tierlieb? Ok, wenn man keine Tiere hat, dann braucht man keine lieben. Aber wer, oder wie, bitteschön bringt dann das Futter für Katze Mimi und Hund Bello? Wie ernährt man dann die Abermillionen Hunde und Katzen und und und? Die ganzen Heimcarnivoren, bis hin zur Schlange im Terrarium? Tierliebe sieht für mich anders aus.

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