Widerstand gegen Ausweisung von Großschutzgebieten wächst

Die Proteste in der Landwirtschaft gegen die Ausweisung von Großschutzgebieten nehmen immer mehr zu. Nach Einschätzung der betroffenen Betriebe werden aber nicht nur die ausgewiesenen Schutzgebiete immer größer.

Die damit verordneten Extensivierungsauflagen ziehen zudem erhebliche Einkommensverluste und eine Einschränkung der betrieblichen Weiterentwicklung sowie starke Wertminderungen der noch nutzbaren Flächen nach sich. Zu diesem Ergebnis sind die Wissenschaftler Prof. Albrecht Mährlein und Gunnar Jaborg von der Fachhochschule Kiel gekommen.

Demnach weisen die Autoren in ihrer Untersuchung nach, dass auch eine lediglich den Status quo festschreibende Unterschutzstellung den Wert des Grund und Bodens um rund 20 % verringert. Zudem seien bei verordneten Extensivierungsauflagen Wertminderungen von 70 % bis 80 % möglich, vor allem dann, wenn Flächen wiedervernässt würden.

Daneben würden derartige Wertminderungen zunehmend von Kreditinstituten kritisch zur Kenntnis genommen, da die naturschutzbedingte Wertminderung die Beleihungswerte und im Ergebnis die Kreditwürdigkeit beeinträchtige. Aufgrund dieser Fakten formiere sich zunehmend Widerstand gegen beabsichtigte Unterschutzstellungen, etwa gegen die geplante Ausweisung des Naturschutzgebietes „Kehdinger Marsch“ im Landkreis Stade.

Nach Auffassung von Mährlein und Jaborg liegt es auf der Hand, dass die Betriebseigentümer die sich abzeichnenden Einkommensminderungen nicht akzeptieren können, insbesondere die „gravierenden Vermögensverluste“.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von arching · 1.

    Je weniger unsere Gesellschaft glaubt, auf die Landwirtschaft angewiesen zu sein, um so mehr findet eine Entfremdung statt. Damit lassen sich Maßnahmen, die der Landwirtschaft schaden, um so leichter durchsetzen. Auch das ist ein "Megatrend" der Zukunft!

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  2. von vario0_3 · 2.
    Grünlandumbruchverbot

    200000 bis 300000 Euro Schaden bei einem kleinen bäuerlichen Betrieb.

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  3. von lürade · 3.
    Endlich Kartext, auf in den Kampf ! Sie wollen die Steinschen Reformen rückgängig machen!

    Liebe Berufskollegen, diese Angriffe der Umweltämter, Umweltverbände und deren Vasallen werden immer häufiger und dreister. Aus eigener Erfahrungen mit derlei Problemen kann ich nur sagen: Wir brauchen unseren Bauernverband und dürfen uns nicht auseinander nehmen lassen, wenn uns unser Eigentum am Herzen liegt. Wer lange Jahre Pächter gewesen ist, so wie ich, weiß Eigentum zu schätzen

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