„Wir machen Tierwohl!“ - Neue Plakataktion der Bauern in Brandenburg

Seit vielen Jahrhunderten wird die Versorgung der Menschheit mit Milch, Fleisch, Eiern etc. durch eine regional angepasste Tierhaltung gesichert. „So müssen und werden die Haltungsbedingungen so gestaltet, dass sie dem Wohl der Tiere dienen, denn nur Tiere, denen es gut geht können auch gute Leistungen erbringen.“ Das sagte der Präsident des Brandenburger Landwirtschaftsverbandes LBV, Udo Folgart, zum Start einer neuen  landesweiten Plakataktion der Brandenburger Bauern.

Die Tierhalter in Brandenburg bekennen sich laut Folgart zum Tierwohl und zeigen, dass sie gute und verantwortungsvolle Landwirte sind. Dies werde mit dem Start einer Plakataktion verdeutlicht. Seit Montag werden Landwirte verschiedener Kreisverbände an verschiedenen Orten in Bürger- und Stadtnähe ihre großen Plakate anbringen. Sie wollen damit auch an die Bevölkerung appellieren, sich bei den Praktikern zu informieren.

Die Tierhalter hätten es satt, pauschal verunglimpft zu werden, wie es immer wieder und wieder in den Diskussionen im  Zusammenhang mit dem Volksbegehren passiert, heißt es dazu beim Bauernverband. Sie hätten es satt, dass über sie, statt mit ihnen geredet wird. Die Brandenburger Landwirte erfüllten sehr hohe Tierwohlstandards, wie auch durch amtliche Kontrollen, Tierärzte sowie nicht zuletzt durch den kritischen Blick der Öffentlichkeit belegt wird.

„Ignoriert werden in der öffentlichen Diskussion leider zahlreiche Studien, die belegen dass Tierwohl keine Frage der Bestandsgröße ist, sondern v.a. vom Management abhängig ist. Eine nachhaltige Landwirtschaft muss ökonomisch sinnvoll und sozial verantwortlich sein. Um diese erfüllen zu können, sind auch Investition in moderne Ställe unerlässlich“, betonte Udo Folgart.

Tierwohlplakat

Tierwohlplakate des LBV Brandenburg 2015

Lesen Sie mehr

2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Dr. Willi Billau · 1.
    Bauernverband ist schuld an niedrigen Preisen.

    Ja, Doris, einer muss schuld sein. Der BV ist verantwortlich für die Rahmenbedingungen, für die Produktionsmengen ist jeder Betrieb selbst verantwortlich. Ich entscheide, wieviel ich produziere und kein Rukwied. Als die Milch 40 Cent gekostet hat, haben viele aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen stark ausgedehnt. Dass die Preise durch gleichzeitige Nachfrageeinbrüche so in die Knie gehen, damit hat keiner gerechnet, auch nicht der DBV, vielleicht der BDM. Aber dessen Warnung hat bei 40 Cent keiner gehört. Also bin ich erstmal selbstverantwortlich für meine Entscheidungen. Das ist in meinem Bereich (Kartoffeln/Gemüse/Obst) nicht anders. Nur beschuldigt hier keiner den BV. Als wir zu einer Anbaueinschränkung bei Kartoffeln aufgerufen haben, wurden wir ausgelacht. Trotzdem haben wir auf unserer Milchversammlung entschieden, eine nicht anonyme Umfrage an der Basis (150 Milcherzeuger) zu machen, wie wir uns in unseren Forderung an die Politik ausrichten sollen. Ich bin mal gespannt!

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Doris Peitinger · 2.
    Der Preis macht's

    Diese Plakataktion der angeblich pauschal verunglimpften und vom Verbraucher mißverstandenen Bauern ist wieder mal nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver. Ein kostendeckender Preis würde viel mehr für das Tierwohl tun, als Plakate und schöne Worte - und für das Bauernwohl ebenso!

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren