Frauenpower in der Landwirtschaft

Frauenpower
Bild: Andrea Hornfischer

Frauen spielen eine immer wichtigere Rolle auf den Höfen. Zum Beispiel arbeiten 21 % der Frauen auf nordrhein-westfälischen Bauernhöfen inzwischen in Führungspositionen: In NRW sind 11 % der Frauen auf Höfen Betriebsleiterinnen, weitere 10 % führen einen Betriebszweig, wie etwa einen Hofladen, ein Hofcafé oder vieles mehr, berichtet der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV). Demnach könnte die europäische Landwirtschaft ohne die Präsenz und das Engagement der Landfrauen kaum existieren.

Laut der Studie „Frauen in der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen“, die der Westfälisch-Lippische LandFrauenverband (WLLV) und der Rheinischen LandFrauenverband (RhLV) 2016 durchgeführt haben, haben Frauen auf Höfen oft mehrere Aufgaben. Wie die Studie zeigt, betrachten sich 69 % der Befragten als „mitarbeitende Familienangehörige“. Bei der Arbeitsteilung ist nach wie vor die klassische Rollenverteilung maßgebend. 97 % der Frauen gaben an, neben allen anderen Tätigkeiten (Beruf oder Betriebsleitung) für die Haus-, Betreuungs- und Pflegearbeit zuständig zu sein. Gleichzeitig gehen 36 % einer außerbetrieblichen Tätigkeit nach.

Ob Betriebsleiterinnen, Ehepartnerinnen, Familienangehörige oder einfache Arbeitnehmerinnen – Frauen sind nach RLV-Angaben auf allen Feldern zu Hause. Dabei wird nach RLV-Angaben der weitaus größte Teil der landwirtschaftlichen Betriebe vom Ehepaar partnerschaftlich als Familienbetrieb geführt, in dem die Frauen eine zunehmend wichtigere Bedeutung haben. Denn abgesehen von der reinen arbeitswirtschaftlichen Betrachtung seien die Frauen in ihrer Rolle als Partnerin eine nahezu unersetzliche Bereicherung bei vielen Aufgaben.

So seien Frauen auf den Höfen sowohl als Beraterin, Schriftleiterin und Finanzverwalterin, als auch als zuverlässige und verantwortungsvolle Fachkraft, sei es in der Pflanzenproduktion oder in der Tierhaltung tätig. Und gerade die Frauen stellten häufig ihr flexibles Organisationstalent unter Beweis und zeigten Ideenreichtum, Ausdauer, eine große Portion Gelassenheit sowie das Gespür für das Machbare.

Darüber hinaus habe der Strukturwandel in den vergangenen Jahren einen Prozess in Gang gebracht, der die Rolle der Frau in der Landwirtschaft weiter aufwertet, betont der RLV. Denn wenn mit der „normalen“ Landwirtschaft nicht mehr genug Geld verdient werden könne, seien es häufig die Frauen, die sich um eine Anpassung an die veränderten Rahmenbedingungen bemühten. Sie suchten in der Regel nach neuen Einkommensmöglichkeiten für den Betrieb, engagierten sich bei der Direktvermarktung der Produkte und suchten Möglichkeiten in sozialen und betreuenden Diensten sowie beim Angebot „Urlaub auf dem Bauernhof“.

Gerade bei einer Einkommenskombination im landwirtschaftlichen Unternehmen hätten sich die Frauen mit ihren persönlichen Stärken und Fähigkeiten oft als erfolgreiche Pioniere erwiesen. Nach Ansicht des RLV beweise dies alles, dass die Mitarbeit der Bäuerinnen auf den Betrieben unverzichtbar ist. Durch ihren Arbeitseinsatz leisteten die Bäuerinnen einen entscheidenden Beitrag zum Betriebserfolg.

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