Unternehmerinnentag 2017 in Bad Saulgau

Initiatoren und Referenten des Unternehmerinnentages (von links): Vizepräsidentin Renate Benne, Vizepräsidentin Waltraud Allgäuer, Referentin Kirsten Müller, Präsidentin Juliane Vees, Referentin Ursula Hiller, Referentin Anne Dirksen und Vizepräsidentin Christa Fuchs.
Bild: Landfrauenverband

Als Bäuerin und Landfrau seine eigenen Belastungsgrenzen zu erkennen, war eines der Themen, die beim diesjährigen Unternehmerinnentag der Landfrauen Württemberg-Hohenzollern von den rund 100 Teilnehmerinnen diskutiert wurden.
 
Zukunftsängste, die hohe Arbeitsbelastung, die partnerschaftliche Situation, die Einkommens- und Vermögenssicherung und nicht zuletzt die Sorge um die Familie würden Frauen oft an ihre Grenzen bringen, erklärte Referentin Anne Dirksen von der Sozioökonomischen Beratung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
Laut der Fachfrau mangele es an guter, richtiger Kommunikation auf den Höfen. Sie empfahl: Reden, reden, reden. Man solle Probleme früh genug und deutlich ansprechen, wenn es innerhalb des Betriebs oder der Familie nicht möglich sei, sich externe Hilfe - zum Beispiel bei einer Beratungsstelle - zu suchen. Dirksen riet den Bäuerinnen außerdem, sich Auszeiten zu gönnen und sich vor allem, was die eigene Altersvorsorge und vertragliche Verpflichtungen angeht, zu informieren. „Nehmen Sie sich selbst ernst! Nur dann werden Sie auch von anderen ernst genommen“, riet sie den Zuhörerinnen.
 
Nach welchen Kriterien heute Kredite vergeben werden, erklärte Kirsten Müller von der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt. Auch in der Zusammenarbeit mit den Banken sei wichtig: „Sprechen Sie Probleme rechtzeitig und offen an. Nur dann kann ihr Bankberater gemeinsam mit Ihnen eine gute Lösung finden.“ Ursula Hiller von der Südwestbank ergänzte, dass bei der Kreditvergabe zu circa 30 % weiche Faktoren eine Rolle spielen würden: Wie zuverlässig ist der Kreditnehmer? Kommuniziert er oder sie die Probleme offen? Wie war die Zusammenarbeit bisher? Ist sie eine Unternehmerpersönlichkeit, kann sie die Darlehensschuld verkraften? Ursula Hiller bestätigte: „Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Bank, sprechen Sie über Schwächen und Probleme und gehen Sie früh genug auf sie zu. Es ist auch eine Kompetenz, seine betrieblichen Schwächen einschätzen zu können.“
„Warum Fische nicht auf Bäumen leben“, war der Titel des letzten Referates beim 2. Unternehmerinnentag in Bad Saulgau: Dabei forderte Brigitte Herrmann, Potenzialberaterin und Autorin, die Bäuerinnen und Landfrauen dazu auf, sich selbst ehrlich zu fragen: „Was kann ich gut, was bereitet mir Freude?“ Dadurch komme man der Erkenntnis näher, was das eigene Element ist, in dem man sich wohl fühlt und gut ist. Das sei eine Erkenntnis, die existentiell wichtig ist für erfolgreiche Unternehmerinnen. Sie ermunterte dazu, öfter „Nein“ zu sagen. „Jedesmal, wenn Sie zu anderen ja sagen, obwohl sie etwas anderes dringender oder lieber tun würden, sagen Sie nein zu sich selbst“, so die Referentin. Nur wer das tue, was er gern mache, sei auf Dauer auch gut darin.

Leserkommentare Kommentieren

  1. von Winfried Vees · 1.
    Unternehmerinnentag des LandFrauenverband Württemberg-Hhenzollern

    Toller Tag mit superinteressanten Vorträgen, hervorragenden Referentinnen und sehr interessierten Teilnehmerinnen! #landfrauenwüho #UNTLFVWüHo

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