Chinesischer Schweinepreis bleibt niedrig

china Chinesischer Schweinestall
Bild: top agrar

Der Absturz des chinesischen Schlachtschweinepreises im laufenden Jahr hat sich zuletzt noch einmal verstärkt. Wie das Landwirtschaftsministerium in Peking kürzlich mitteilte, lag der nationale Durchschnittspreis in der letzten Märzwoche nur noch bei 11,20 CNY/kg Lebendgewicht (LG); das entspricht bei einem Ausschlachtungsgrad von 79 % etwa 1,84 Euro/kg Schlachtgewicht (SG). Seit Jahresbeginn hat das Schwein damit im Mittel rund 27 % an Wert verloren; im Vorjahresvergleich waren es sogar gut 30 %. Für europäische Verhältnisse ist das aktuelle Preisniveau zwar immer noch hoch. Allerdings waren im Mai und Juni 2016 in China noch gut 20 CNY/kg LG (2,59 Euro) für das Schlachtschwein gezahlt worden; das waren in der Spitze mehr als 3,40 Euro/kg SG.

Vor allem nach dem Frühlingsfest Mitte Februar hat sich dem Ministerium zufolge der Preisverfall verstärkt, der auch die Schweinefleischpreise nach unten drückte. Im Schnitt kostete ein Kilogramm Schweinefleisch Ende März 21,71 CNY (2,81 Euro); das waren rund 20 % weniger als vor einem Jahr. Mittlerweile haben die Schlachtschweinepreise ein Vierjahrestief erreicht und decken die Produktionskosten bei weitem nicht mehr ab. Nach Angaben des Pekinger Agrarressorts wird derzeit pro Schwein ein Verlust von etwa 200 CNY (26 Euro) gemacht. Ursache für den zuletzt verschärften Preiseinbruch sind laut Ministerium die nachlassende Nachfrage der Verbraucher nach dem Frühlingsfest und ein mehr als ausreichendes Angebot. Die Schlachtschweine wurden im Januar und Februar mit Gewichten von mehr als 124 kg in die Schlachtbetriebe geliefert und waren damit so schwer wie nie zuvor. Einen schnellen Anstieg der Schweinepreise erwarten die Analysten des Ministeriums nicht. Nach ihrer Einschätzung dürfte auf der Angebotsseite die höhere Produktivität den Rückgang des Sauenbestandes ausgleichen und so für eine recht stabile Produktion sorgen.

Auf Seite der Nachfrage war im vergangenen Jahr ein Rückgang der Schweinefleischeinkäufe um rund 1 % zu verzeichnen, und 2018 dürfte sich der leicht negative Trend fortsetzen. Somit ist davon auszugehen, dass die Schweinepreise vorerst auf dem niedrigen Niveau bleiben und sich die Kostensituation für die Erzeuger durch etwas gestiegene Futterkosten sogar noch verschärfen wird. In einer Situation mit ähnlich niedrigen Preisen hatten die chinesischen Erzeuger 2014 ihre Tierbestände spürbar abgebaut, was im Anschluss den Importboom von Schweinefleisch auslöste. AgE

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Steffek · 1.
    Wie war das nochmal?

    wenn Aldi zickt, geht das nach China, oder was? Auch wenn das damals auf die Milch bezogen war, es hat aber auch schon damals jedem klar sein müssen, daß das kein Zustand für die Ewigkeit sein hat können. Schon aus dem Grund, weil die Chinesen das nicht mit sich machen lassen. Mögen wir hier in Europa, und anscheinend besonders wir in Deutschland, unsere Selbstständigkeit, unsere weitestgehende Autarkie, für ein paar Cent mehr aufgeben, verschleudern, so sind die Chinesen klug genug das nicht zu machen. Wer so etwas geglaubt hat, ist doch wieder nur ein Sinnbild für den dummen deutschen Michel. Wenn jetzt auf dem chinesischen Markt nur noch Preise mit 1,84 € bezahlt werden, dann ist dieser Markt weggebrochen. Das bedeutet aber auch ums Eck, oder weitergedacht, daß wenn jetzt auch schon die Chinesen ihre Eigenversorgung weitestgehend abdecken und somit im Grunde genügend Lebensmittel vorhanden sind, dann ist der Hunger auf der Welt nicht ein Problem des Mangels an Nahrungsmittel, sondern ein Problem der Verteilung von Gütern und des Geldes. Wobei beides wieder zusammenhängt. Ohne Geld keine Güter. Für einen feuchten Händedruck kann und will keiner arbeiten. Schon gar nicht in Europa.

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