FAO-Preisindex: Deutliches Plus bei Milchprodukten und Getreide

FAO Der FAO-Preisindex legte im Mai zu
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Der FAO-Lebensmittelpreisindex hat im Mai 2018 mit 176,2 Punkten um 2,2 Punkte (1,2%) über dem Niveau vom April gelegen. Damit erreichte er den höchsten Stand seit Oktober 2017, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) laut aiz.info mitteilte.

Der Anstieg im Mai spiegelte eine anhaltend starke Zunahme bei den Notierungen für Milchprodukte wider, während die Preise für Getreide ebenfalls stiegen, wenn auch langsamer. Dagegen blieben die Pflanzenöl- und Zuckermärkte unter Abwärtsdruck und die Fleischwerte nahezu stabil, teilte Dow Jones News mit.

Der FAO-Getreidepreisindex lag demnach im Mai mit 172,9 Punkten um 4,1 Punkte (2,4%) über dem Niveau vom April, womit sich der Aufwärtstrend seit Jahresbeginn fortsetzte. Der Index lag im Mai knapp 17% über dem Vorjahreswert und erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2015, so aiz.info weiter.

Die Preise für alle wichtigen Getreidearten haben sich in den vergangenen Monaten erheblich erhöht, und im Mai sind die Weizenwerte gestiegen, insbesondere aufgrund der Besorgnis über die Produktionsaussichten in einer Reihe wichtiger Exportländer. Auch die Preise für Grobgetreide legten zu, vor allem weil sich die Prognosen in Argentinien und Brasilien verschlechterten.

FAO-Pflanzenölpreisindex den vierten Monat in Folge gesunken

Der FAO-Pflanzenölpreisindex lag im Mai bei 150,6 Punkten und damit um 4 Punkte (2,6%) unter dem Aprilwert. Dies bedeute den vierten Rückgang in Folge und ein 27-Monats-Tief, so die FAO. In diesem Rückgang spiegelten sich vor allem schwächere Werte für Palm-, Soja- und Sonnenblumenöl wider, während sich die Rapsölpreise von ihrem Mehrmonatstief im April erholten.

Die internationalen Palmölpreise seien trotz der voraussichtlichen Produktionsabschwächung in Südostasien gesunken, und zwar aufgrund der schleppenden weltweiten Importnachfrage und der im Vergleich zum Vorjahr hohen Lagerbestände. Bei Sojaöl hätten weiterhin reichliche Vorräte die Weltmarktpreise belastet. Und der Anstieg der Rapsölpreise sei vor allem von der Besorgnis über ungünstige Witterungsbedingungen für die Ernte 2018/19 in Teilen Europas angetrieben worden.

Preissteigerungen bei Käse, Magermilchpulver und Butter


Der FAO-Milchpreisindex lag den Angaben nach im Mai bei 215,2 Punkten, was 11 Punkte (5,5%) mehr als im April waren. Der Indexwert stieg den vierten Monat in Folge und lag um 11,5% höher als im Mai 2017, aber immer noch 22% unter dem Höchststand vom Februar 2014.

Der Anstieg im Mai sei vor allem auf deutliche Preiserhöhungen bei Käse, Magermilchpulver und Butter zurückzuführen, da die Preise für Vollmilchpulver nahezu unverändert blieben. Insbesondere das knappe Angebot in Neuseeland, dem führenden Exporteur von Milchprodukten, sei für den stabilen Markt der vergangenen Monate verantwortlich, hieß es.

Der FAO-Fleischpreisindex lag im Mai bei durchschnittlich 169,6 Punkten und damit geringfügig niedriger als im April. Der leichte Rückgang des Index im Mai zeige die Entspannung bei Schweinefleisch und Schaffleisch an, während die Preise für Geflügelfleisch leicht stiegen.

Die Schweinefleischpreise hätten sich abgeschwächt, da China weniger Schweinefleisch einführte. Die Geflügelmärkte seien in den vergangenen Wochen schwer einzuschätzen gewesen, was an der Unsicherheit über die Situation in Brasilien liege, dem weltweit größten Geflügelexporteur. Dort mussten Millionen von Vögeln nach dem längeren Lkw-Streik im Mai getötet werden. Die Preise für Rindfleisch blieben in einer insgesamt ausgewogenen Marktsituation stabil.

Leichter Rückgang bei Zucker

Der FAO-Zuckerpreisindex lag im Mai mit durchschnittlich 175,3 Punkten leicht unter dem Wert vom April (0,5%) und markierte damit den sechsten monatlichen Rückgang in Folge. Der jüngste Rückgang der Zuckerpreise spiegle vor allem die Erwartung für eine hohe Zuckerrohrproduktion aufgrund der günstigen Erntebedingungen im zentralen Süden in Brasilien wider. Die Besorgnis über eine anhaltende Trockenheit, die sich auf die Zuckerrohrerträge in einem Teil dieser Region auswirkte, sei nicht stark genug gewesen, um den Markttrend umzukehren. Auch sollen die brasilianischen Mühlen weiterhin die Ethanolproduktion dem Zucker vorziehen. Es seien nur etwa 37% der Zuckerrohrernte für die Zuckerherstellung vorgesehen.

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