Frankreichs Rapsverarbeitung könnte deutlich schrumpfen

Raps Ist Raps für Biodiesel wirklich zu teuer?
Bild: Archiv

Offizielle Stellen haben ihre Versorgungsprognose aufgrund der Ankündigung des größten Rapsverarbeiters Saipol gekürzt. Es soll weniger Raps verarbeitet werden, da Rapsöl am europäischen Biodieselmarkt aufgrund der gesunkenen Anti-Dumping-Zölle kaum noch konkurrenzfähig ist. Das französische Agraramt FranceAgriMer erwartet zwar nur einen leichten Rückgang der Rapsverarbeitung im Wirtschaftsjahr 2017/18 in Frankreich, aber verglichen mit der Erntemenge ist das eine große Zäsur.
 
Die Rapsernte 2017 schätzt FranceAgriMer auf 5,48 Millionen Tonnen und damit 16 Prozent größer als im schwachen Vorjahr. Die Verarbeitung wird vorerst auf 4,34 Millionen Tonnen prognostiziert. Das wäre gegenüber dem Vorjahr ein leichter Rückgang um zwei Prozent und die kleinste Menge seit dem Wirtschaftsjahr 2011/12. Damit würde der Anteil an der Erntemenge auf 79 Prozent sinken. Im Vorjahr waren es immerhin 94 Prozent, im Rekordjahr 84 Prozent.
 
Die geringere Nachfrage im Inland lässt den Importbedarf sinken. Erwartet werden für das Wirtschaftsjahr 2017/18 nur noch 850.000 Tonnen und damit ein Drittel weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig steigt das Exportpotenzial. Selbst bei einer sehr komfortablen Schätzung von 243.000 Tonnen an Endbeständen, könnten noch 1,55 Millionen Tonnen Raps aus Frankreich ausgeführt werden. Das wäre in etwa so viel wie im Rekordjahr 2015/16. FranceAgriMer erwartet eine starke Nachfrage aus Deutschland, die dieses Plus gegenüber dem Vorjahr von 174.000 Tonnen begründet.
 
Das Amt erwartet allerdings auch noch Korrekturen in seiner Versorgungsbilanz. Immerhin sind die Auswirkungen der Abschaffung der Anti-Dumping-Zölle für argentinischen Biodiesel nicht absehbar. Auf der anderen Seite versucht allerdings auch die französische Regierung an der Absatzschraube zu drehen. Ein Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung teilte den EU-Ratsmitgliedern mit, Frankreich werde den Vorschlag unterstützen, die Obergrenze von sieben Prozent für die Beimischung von Kraftstoffen der ersten Generation beizubehalten, so die Angaben aus La Depêche. AMI

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