Kleinere chinesische Getreideernte eingefahren

Landwirte in China
Bild: Bayer

Die Bauern in China haben 2016 erstmals seit 13 Jahren weniger Getreide eingefahren als im Vorjahr. Nach vorläufigen Angaben des Nationalen Büros für Statistik, wurden im vergangenen Jahr 616,2 Mio t Getreide einschließlich Reis sowie Ölsaaten, Kartoffeln und Hülsenfrüchten geerntet; das waren 5,2 Mio t oder 0,8 % weniger als 2015. Dabei führten in einigen Landesteilen ungünstige Witterungsbedingungen wie Dürren und Überflutungen zu Einbußen. Chinaweit ging der durchschnittliche Ertrag um 0,5 % auf 54,5 dt/ha zurück.

Zudem war die Anbaufläche um 0,3 % auf 113,0 Mio ha eingeschränkt worden, wobei vor allem der Maisanbau zurückgenommen worden war. Im März 2016 hatte die Pekinger Regierung verkündet, den seit 2007 existierenden Minimumpreis wegen „Marktungleichgewichten“ abzuschaffen, woraufhin die Erzeuger die Maisfläche um 1,36 Mio ha oder 3,6 % verkleinerten. Die Ernte blieb mit 219,6 Mio t um rund 5 Mio t oder 2,2 % hinter dem Vorjahresniveau zurück. Nach Schätzungen des Pekinger Landwirtschaftsministeriums dürfte in diesem Jahr ein weiterer Rückgang der Maisproduktion um gut 2 % auf 215 Mio t erfolgen, zumal die Preise nach der Änderung der Mindestpreispolitik gefallen sind.

Zweitwichtigste Anbaufrucht in der Volksrepublik ist der Reis. Bei etwas geringeren Anbauflächen und Hektarerträgen wurden davon 206,9 Mio t geerntet; das waren 1,31 Mio t beziehungsweise 0,6 % weniger als 2015. Auch bei Weizen fanden die Produktionszuwächse der vergangenen Jahre keine Fortsetzung. Zwar dehnten die Erzeuger den Anbau etwas aus, doch ging der Hektarertrag gegenüber dem Vorjahr im Mittel um 1,2 % auf 53,3 dt/ha zurück. Die Folge war eine Abnahme der Weizenerzeugung um 1,3 Mio t oder 1,0 % auf 128,9 Mio t. Besser lief es dagegen nach einer spürbaren Ausweitung der Aussaat bei den Hülsenfrüchten, deren Erntemenge im Vorjahresvergleich um 8,9 % auf 17,3 Mio t stieg.

Auch die Kartoffelbauern konnten ihr Ergebnis verbessern, und zwar um 1,4 % auf den Rekord von 33,3 Mio t. Im laufenden Fünfjahresplan, der für den Zeitraum 2016 bis 2020 gilt, hat die chinesische Regierung mit Blick auf die Selbstversorgung angekündigt, den Anbau von Weizen und Reis besonders zu fördern. AgE
 

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