Produktionsanlage abgebrannt: Vitamin A und E fehlen

BASF-Standort Ludwigshafen
Bild: BASF SE

Ende Oktober ist bei der BASF in Ludwigshafen die Produktionsanlage für Citral abgebrannt. Citral ist das Vorprodukt für die Vitamine A und E, auch für die Herstellung von Carotinoiden und Duft- sowie Aromastoffen wie Menthol ist es unverzichtbar. Vor voraussichtlich März nächsten Jahres kann eine wiederaufgebaute Anlage nicht in Produktion gehen.

Das Problem laut Frank Greshake von der LWK NRW: Die BASF ist mit dieser Anlage bedeutender Marktführer in Deutschland und Europa. Der Ausfall ist praktisch nicht zu kompensieren. Die BASF hat nach dem Brand bei den Behörden „höhere Gewalt“ (Force Majeure) angemeldet, eine Lieferverpflichtung auf Basis von abgeschlossenen Verträgen besteht damit nicht  mehr. Die vorgenannten Umstände sind aber die einzigen, die in diesem Zusammenhang klar benannt werden können; der Rest ist fraglich. Wieviel Vitamin A und E die BASF auf Lager hat ist ebenso unbekannt, wie die Mengen, die die Futtermittelindustrie bevorratet hat. Bislang gab es keine Notwendigkeit, Vitamine im größeren Stil zu lagern.
 
Nicht zu beantworten ist auch die Frage, ob Vitaminvormischungen aus dem asiatischen Raum importiert werden können. Sicher ist, dass die Mineralfutter bereits deutlich im Preis anziehen, weil die besagten Vitamine preislich bereits um das Mehrfache angestiegen sind. Sicher ist aber auch, dass in Deutschland im Bereich der Mineralfutter mehr als ausreichend und nicht mit unerheblichen Sicherheitszuschlägen vitaminiert  wurde. In den Niederlanden sind z.B. in den verschiedenen Futtermischungen nur die Hälfte der Vitamine vorhanden, ohne dass es zu Leistungseinbußen gekommen wäre.
 
Auszuschließen ist nicht, dass es bei Vitamin E und A-Mangel langfristig zu Leistungsdepressionen bei den Tieren kommen kann. Typische Kennzeichen hierfür sind: Fruchtbarkeitsprobleme bei den Zuchtsauen oder die Maulbeerherz-Krankheit bei den Mastschweinen; Kennzeichen hierfür sind plötzliche Todesfälle im Gewichtsbereich von 60 – 80 kg, ohne vorherige Krankheitsanzeichen.
In Anbetracht der zuvor aufgeworfenen Fragen, hält sich die Futtermittelindustrie mit Aussagen zur Problematik zurück. Das ist mehr als verständlich und bei „höherer Gewalt“ muss man gewisse Situationen auch einfach mal hinnehmen. Genaueres über die Auswirkungen auf die Futtermischungen wird man erst Anfang des neuen Jahres erfahren.

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Steffek · 1.
    Was würde es schaden,

    wenn der Verbraucher wieder einmal feststellen müßte, daß eine gesicherte Versorgung kein Selbstläufer ist?

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