Russland 2017/18 größter Weizenexporteur?

export Getreideverladung
Bild: BayWa

Russland dürfte im laufenden Wirtschaftsjahr zum ersten Mal in der Geschichte die Rangliste der weltgrößten Weizenexporteure anführen und damit die Europäische Union und die USA auf die Plätze zwei und drei verweisen. Davon geht jetzt das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) aus. Im Juni hatten die Washingtoner Fachleute noch die Europäische Union auf dem ersten Platz gesehen. Nach den am vergangenen Mittwoch (12.7.) veröffentlichten USDA-Prognosen für 2017/18 dürfte Russland 30,5 Mio t Weizen einschließlich Weizenerzeugnisse wie Mehl ausführen; das wären 2,7 Mio t oder 10 % mehr als im Vorjahr und 1,5 Mio t mehr, als noch im Juni erwartet worden waren. Die Washingtoner Experten begründen ihre Voraussage mit dem voraussichtlichen Rekordangebot in der Föderation. Zudem werde neuerntiger russischer Weizen zu Preisen angeboten, die gegenüber der Konkurrenzware aus Australien, der Ukraine und den USA durchaus wettbewerbsfähig seien. Russlands Weltmarktposition habe sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewandelt, betonen die US-Beamten. So hätten die Ausdehnung des Anbauareals und verbesserte Erträge mehrere aufeinanderfolgende Spitzenernten ermöglicht. Außerdem habe sich die Wettbewerbsfähigkeit im Export verbessert, und zwar als Folge von Investitionen in die Infrastruktur und dabei vor allem in die Ausweitung der Hafenkapazitäten. Das knappe Angebot in anderen wichtigen Exportländern könnte deshalb im laufenden Jahr durch russischen Weizen ausgeglichen werden.

Weniger Weizen aus der Ukraine erwartet

Im vergangenen Jahr waren die USA noch der weltweit wichtigste Weizenexporteur mit einer Ausfuhrmenge von 29,3 Mio t. Allerdings passte das US-Ministerium jetzt seine betreffende Prognose für 2017/18 um 1 Mio t auf 26 Mio t Weizen nach unten an. Damit würde das eigene Land auf den dritten Rang unter den wichtigsten Exportländern zurückfallen. Auf dem zweiten Platz sieht das Ministerium nun die EU mit einem Weizenexport von 30 Mio t; im Juni hatten die Marktexperten hier noch 500 000 t mehr erwartet. Trotzdem würde damit die Vorjahresmenge um 3 Mio t übertroffen. Für die Ukraine passte das USDA seine Ausfuhrprognose um dasselbe Volumen auf jetzt 14 Mio t Weizen nach unten an; das wären 4 Mio t oder 22 % weniger als im Vorjahr. Weltweit rechnet das Ministerium mit Blick auf das laufende Wirtschaftsjahr mit Ausfuhren von 180,8 Mio t Weizen einschließlich Weizenerzeugnissen; gegenüber der für 2016/17 geschätzten Rekordmenge würde das einem Rückgang von nur 500 000 t entsprechen. AgE

Empfehlen Sie den Artikel weiter:

Das interessiert Sie bestimmt auch:

Leserkommentare Kommentieren

Es gibt noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste. Wir freuen uns über Ihre Meinung!

Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren