Südzucker erwartet harte Landung im Jahr 1 nach Quote

Zucker Die Zuckerpreise stehen unter Druck.
Bild: Kauffelt

Die Südzucker AG steht gut da, stimmt die Aktionäre aber auf unruhigere Zeiten ein. Der Konzern veröffentlichte heute die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2017/18. Der Umsatz stieg um 7,8 Prozent auf 7,0 (Vorjahr: 6,5) Milliarden Euro. Dazu beigetragen haben höhere Umsätze in den Segmenten Zucker, Spezialitäten und CropEnergies, der Umsatz im Segment Frucht lag auf Vorjahresniveau. Das operative Konzernergebnis liegt mit 445 (Vorjahr: 426) Millionen Euro leicht über der veröffentlichten vorläufigen Zahl.
 
Der Umsatz im Segment Zucker ist aufgrund der höheren Zuckerabsatzmenge – insbesondere im Export – auf 3.017 (Vorjahr: 2.776) Millionen Euro angestiegen. Dabei lagen die Zuckererlöse in der ersten Geschäftsjahreshälfte noch über dem Vorjahresniveau. Durch den starken Rückgang in der zweiten Geschäftsjahreshälfte sanken die Erlöse im Geschäftsjahresdurchschnitt unter Vorjahresniveau.
 
Trotz der seit Oktober 2017 deutlich rückläufigen Erlöse erhöhte sich das operative Ergebnis auf 139 (Vorjahr: 72) Millionen Euro, da im ersten Halbjahr noch der bis einschließlich September 2017 zu verzeichnende Anstieg der Zuckererlöse wirkte. Seit Oktober 2017 sinken die Erlöse sowohl für Absätze in der EU als auch für Exporte kontinuierlich, was die Ergebnisentwicklung trotz niedrigerer Herstellkosten seither immer stärker belastet.

Trübe Prognose für Geschäftsjahr 2018/19

Südzucker erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 einen Konzernumsatz in Höhe von 6,8 bis 7,1 Milliarden Euro. Dabei wird im Segment Zucker mit einem deutlichen Umsatzrückgang gerechnet. Im Segment CropEnergies sollte sich der Umsatz in einer Bandbreite von 760 bis 820 Millionen Euro bewegen, in den Segmenten Spezialitäten und Frucht wird ein deutlich steigender Umsatz gesehen.
 
Das operative Konzernergebnis soll laut Prognose auf nur noch 100 bis 200 Millionen Euro einbrechen. Der drastische Rückgang der Zuckerpreise könne bei weitem nicht durch sinkende Herstellkosten und höhere Verkaufsvolumina ausgeglichen werden, heißt es in der Pressemeldung. Demnach wird das Segment Zucker ein Verlust von 100 bis 200 Mio. Euro einbringen.
 
Die Prognose im Segment Zucker ist in einem sich stark verändernden Marktumfeld von hoher Unsicherheit geprägt. Demgegenüber wird in den Segmenten Spezialitäten und Frucht mit deutlichen Ergebnisverbesserungen gerechnet. Im Segment CropEnergies wird eine operative Ergebnisbandbreite von 30 bis 70 Millionen Euro erwartet.

Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2017/18

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen gemeinsam der am 19. Juli 2018 stattfindenden Hauptversammlung eine unveränderte Dividende von 0,45 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2017/18 vor. Auf Grundlage von 204,2 Millionen ausgegebenen Stückaktien ergibt sich wiederum eine Ausschüttungssumme in Höhe von 91,9 Millionen Euro.

Höhere Zuckererzeugung in der Kampagne 2017

Insgesamt stieg die Zuckererzeugung im Konzern auf 5,9 (Vorjahr: 4,7) Millionen Tonnen, davon entfielen 5,7 (Vorjahr: 4,4) Millionen Tonnen auf die Zuckergewinnung aus Rüben und 0,2 (Vorjahr: 0,3) Millionen Tonnen auf Zucker aus Rohrrohzuckerraffination.
 
Die deutlich ausgedehnte Anbaufläche hat im Zusammenspiel mit weit überdurchschnittlichen Rübenerträgen zu einer Erhöhung der Gesamtrübenmenge auf 36,0 (Vorjahr: 28,6) Millionen Tonnen geführt. Die Verarbeitungsdauer in den einzelnen Werken lag zwischen 75 Tagen in Falesti/Moldau und 161 Tagen in Cagny/Frankreich. Im Schnitt aller Werke dauerte die Kampagne 133 (Vorjahr: 107) Tage. Damit konnte das Ziel der Verlängerung auf über 120 Tage noch deutlich übertroffen werden.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Hans Merk · 1.
    Gut wenn ich hier schon wieder zensiert werde

    Aber wer andere Leute bescheißt indem er Verträge in nachhinein ändert ist ein LUMP. Und wenn mehr daran mitwirken ist es (...). Und wenn man uns das in vornherein gesagt hätte wäre es was ganz anderes. Und wenn es um die Zukunft der Fabrik ginge dann dann wäre eine Kürzung der Aktiendividente ein gutes Zeichen aber man kürzt bei denen welche die Arbeit machen. Und wenn jemand die Abnehmer bescheißt und auffliegt dann bescheißt er jetzt die Lieferanten und Eigentümer und dann ist ein solches Managerteam (..) und eben keine ehrenwerten Herrn.

    Anmerkung der Redaktion:
    Danke, ist klar geworden, was Sie meinen. Wir sollten aber weiter sachlich diskutieren und Schimpfworte und Beleidigungen vermeiden.

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  2. von Andreas Christ · 2.
    Weltherrschaft

    da wird mal eben die Anbaufläche um 40 -120% ausgedehnt und schon fallen die Preise. Merkwürdig-- und wer nicht mitmacht bekommt sein Rübengeld nicht ganz ausgezahlt

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  3. von Hans Merk · 3.
    Absolute Frechheit wie mit den Rübenbauern umgegangen wird!!

    Einen nicht geringen Teil des Rübengeldes wegbescheißen und als Treueprämie deklarieren wenn 2019 wieder zum Spottpreis Rüben angebaut werden ist ein nicht zu verzeihender Vertrauensbruch. Wer dann 2019 sein volles Rübengeld will muß vermutlich bis 2030 Anbauverträge unterschreiben, ansonsten gibt's nur noch 10 % . Diese Herren sollen ihren Hut nehmen, jeglichen Anstand haben sie zweifelsohne längst abgegeben. Habe heute mit dem Verband telefoniert aber da will keiner was wissen und keiner ist Schuld. (...) und Feiglinge.

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