Spiegel: "Kälber werden zu Wegwerfprodukten der Milchindustrie"

In den deutschen Ställen werden zunehmend Bullenkälber heimlich und illegal getötet oder dem Tod überlassen, berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Ähnlich wie männlichen Küken von Legehennen seien auch die Bullenkälber von Milchkuhrassen für die Mast nur bedingt geeignet. Landwirte würden nur noch 10 bis 20 € für die Bullenkälber bekommen. Bei solchen Dumpingpreisen könnten es sich Bauern kaum noch leisten, die Neugeborenen aufzuziehen.

Bislang hätten die Milchbauern die Bullenkälber 14 Tage lang aufgezogen und dann an spezialisierte Mastbetriebe verkauft. Dort seien sie ein paar qualvolle Monate lang eng an eng in dunklen Hallen gemästet worden. Weidegang hätte es für sie nicht gegeben, auch Tageslicht hätten viele nur auf dem Weg zum Schlachter gesehen. "Es ist ein kurzes, hässliches Leben - aber immerhin ein Leben", schreiben die Autoren in dem Artikel, den sie mit "Kälber für die Tonne" betiteln. Manche Landwirte würden ihre männlichen Kälber gleich nach der Geburt töten. Andere würden sie krank werden und elendig verrecken lassen. Das sei besonders in großen Betrieben mit Hunderten Tieren ein Problem, weil dort der direkte Bezug zu den Rindern verloren gegangen sei.

Als Ursache des Preisverfalls und damit des "großen Kälbersterbens" wird in dem Artikel immer wieder der Wegfall der Milchquote genannt: In den vergangenen zwei Jahren hätten deutsche Bauern ihren Viehbestand deswegen um 72.000 Tiere auf 4,3 Mio. aufgestockt. Das Angebot an Nachwuchs sei groß. Außerdem sei der Milchpreis nach dem Auslaufen der Quote gesunken: Hätten die Bauern 2014 noch 38 Cent je Liter bekommen, erhielten sie aktuell nicht einmal 30 Cent.

Ein Berater für schweizerische Milchviehbetriebe berichtet, dass ihm bereits drei seiner Kunden anvertraut hätten, "das Bullenproblem mit einem Gewehr zu lösen". Die Straftat hätten sie mit einer anderen vertuscht: Sie hätten die Geburtspapiere verfälscht und die Kälber einige Tage älter gemacht. Beim Abdecker hätten sie angegeben, dass es sich um eine Notschlachtung gehandelt hätte. Auch dieser Berater sei sich sicher, dass der Auslöser des Problems in der Aufhebung der Quote liege. Der wirtschaftliche Druck habe sich enorm verschärft und immer mehr Kälber würden entsorgt. Für Deutschland rechne er nun mit einer ähnlichen Entwicklung.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördere unbeirrt des bestehende System und wolle sogar zunehmend das Ausland mit deutschen Milchprodukten beglücken, schreiben die Autoren weiter. CSU-Minister Christian Schmidt habe das Thema Agrarexport zur Chefsache ernannt. Das wiederum bedeuten würde, dass die Produktion noch schneller, größer und effektiver werden müsse.

Völlig unkritisch habe sich der Bauernverband "die Lehre von Effizienz, Masse und Kosten, die Mär von der Notwendigkeit durchökonomisierter Tierfabriken zu eigen gemacht", habe Milchviehhalterin Anneli Wehling aus Schleswig-Holstein gesagt. Mit seiner einseitigen Sicht habe er seine Mitglieder dazu erzogen, es für völlig normal zu halten, dass Tiere heute wie eine Ware behandelt werden.

In dem Artikel der Print-Ausgabe erwähnen die Autoren auch das Buch "Die Wegwerfkuh" von der Journalistin Tanja Busse, in dem es unter anderem darum geht, "dass die männlichen Kälber der Milchkühe beinahe so wertlos geworden sind, wie die Brüder der Legehennen". Wie sie top agrar gegenüber angibt, geht es ihr in dem Buch jedoch nicht um "Bauern-Bashing", sondern um den Versuch, Probleme zu beschreiben und Lösungen zu finden, bevor in der deutschen Landwirtschaft australische Zustände herrschen und Kälber legal getötet werden. Gleichzeitig hat Busse einen Artikel auf Spiegel Online dazu verfasst, den Sie hier lesen können.

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38 Leserkommentare Kommentieren

  1. von preuße · 1.

    Also über einige Kommentare muß man sich schlicht wundern.... Für Ende Januar wurden im Wochenblatt Westfalen Lippe folgende Preise für sbt Kälber notiert: männlich 1.Qualität ca 50,-€, männlich 2.Qualität ca 19,-€ und weibliche Nutzkälber sbt mit 5,-€!!! jeweils zzgl MwSt. Im übrigen ein Preisniveau, wie es auch im herbst 2014 war. Und wir brauchen uns nichts vorzumachen, nicht alle Kälber sind auch Top-Kälber. Und weder mit zweiter Wahl, noch mit Kälbern, welche behandelt werden mußten, ließ sich da Geld verdienen. Und es geht in besagten Artikel auch nur um die Betrachtung des einzelnen Kalbes - nicht um die Milchproduktion als solches....und das andere Rassen auch andere Preise erzielen ist mir nicht neu. Es ging nur darum, das die Kälber der reinen Milchrassen (HF) kaum noch wirtschaftlich verwertet werden können, und nur darum ging es. Das wir Landwirte (von Ausnahmen abgesehen) die Tiere trotzdem durchziehen, ist unserer Berufsehre geschuldet. Es wäre wünschenswert, wenn man soetwas auch nach außen realistisch und ehrlich kommuniziert. Ich weiß aus eigener Erfahrung, das der Verbraucher blass wird, wenn man ihm die Notierungen einmal zeigt!

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  2. von jobelego · 2.
    Ich möchte mich hiermit bei Frau Wehling entschuldigen

    Solche Machenschaften, wie sie jetzt ans Licht kamen, waren für mich undenkbar. Über die Klinge springen ließ sie nicht nur der Spiegel.. da spielen andere auch eine unrühmliche Rolle.

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  3. von kuhrios · 3.
    Braunvieh

    Ich melke Braunvieh, Fleckvieh und Holsteins, ich finde das Braunvieh hält die Balance zwischen Leistung, Fitness und Fleisch am Besten! Auch wenn es fast keiner weiß und es auch nirgendwo zu lesen ist, Braunvieh ist eine sehr moderne Rasse!

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  4. von xf1 · 4.
    (...)

    Wenn jemand glaubt, der BDM schade ihm nicht, oder gar Gutes sieht, sollte er auch so konsequent sein, und Mitgliedsbeitrag zahlen, und nicht als Trittbrettfahrer die anderen zahlen lassen. Überdies ist es, was die Betreuung der Tiere angeht, völlig egal, ob mit dem jeweiligen Tier etwas verdient werden kann oder nicht. Die Wirtschaftlichkeit ist vom Gesamtbetrieb abhängig, und wirtschaftlich ist ein Betrieb nur, wenn überall korrekt und sauber gearbeitet wird. Ausgegangen von einem 100-Kuh-Betrieb+Nachzucht bedeuten 20 Euro mehr oder weniger pro Bullenkalb 1200 Euro pro Jahr mehr oder weniger. Hochgerechnet auf einen durchschnittlichen Milchpreis bei nicht übertriebenen 800.000 kg abgelieferter Milch sind das 0,15 Cent je kg. Es sind Schwankungen von mehr als 10 Cent/Jahr möglich. Man sollte sich also nicht gerade an den 0,15 festklammern, und den Rest vergessen. Es sind beides Märkte, die man bedienen kann, aber nicht muss. Der Umgang mit den Tieren sollte jedem Bauern Ehrensache sein. Alle Bauern die ich kenne, würden keines ihrer Tiere einen wirtschaftlichen Druck oder Erfolg spüren lassen. Hier, wie sonst irgendwo in der zivilisierten der Welt.

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  5. von fje · 5.
    Zwillinge M/W Verkauf am 15,12,2014

    Hallo, habe am 15,12,2014 Zwillinge verkauf.Schwarzbunt HF Männlich 60€ Weiblich 20€ incl MWST. Noch Fragen.

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  6. von michael#002 · 6.
    Hallo xf1

    Diese BDM Hasser starten eine Propaganda wo sie nur können! Was soll daß ? Soviel intoleranz und Respektlosigkeit von einigen Schreiberlingen ist unerträglich! Ich selbst bin kein BDM Mitglied aber dieser Verein hat zumindest versucht etwas für die aktiven Milchviehhalter zu tun,da sind wir uns ja wohl einig oder? Der DBV hat nichts falsch gemacht da er sich einen Dreck für die aktiven Milchviehhalter geschert hat, da sind wir uns ja wohl ebenfalls einig oder? Jegliches Problem was auftritt auf dem BDM zu schieben deutet schlichtweg auf Dummheit!! So löst man keine Probleme Im Übrigen habe ich noch kein Bullenkalb unter 80 Euro verkauft!! Auch ein krankes Bullenkalb(Durchfall etc) ist wirtschaftlich es durchzubringen sofern man die behandlung selber durchführen kann. Der Spiegel sollte lieber mal berichten wieviel Dokumentation für den Landwirt und den Tierartzt da hinter steckt!! Man kann wirklich nur dazu aufrufen Betriebe die ihre kranken Kälber nicht sachgemäß versorgen beim veterinäramt anzuzeigen!!!Der Ruf eines ganzen Berufsstandes steht dahinter, und bis jetzt steht die Milchproduktion beim Verbraucher noch recht gut da , und wir sollten all unsere Energie verwenden um unsere Tiere vernünftig zu versorgen und aufzupassen anstatt hier diesen ganzen geistigen Durchfall loszutreten!

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  7. von Erwin.Schneiderbauer · 7.
    Jeder der vernünftig denkt, weiss das was nicht stimmt!!

    Aber es ist wie mit so vielem im Leben, man merkt es erst wenn es zu spät ist!! Aber wir sind wieder mal beschäftigt uns gegenseitig Vorwürfe zu machen, denn die die es ändern wollen können nicht und die,die es können, wollen und dürfen nicht!!!

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  8. von nuetzlich · 8.
    Theater

    Das Geschrei ist groß, von jeder Seite aus, die nackten Tatsachen werden ausgeblendet. Schaut in die Marktrubriken der Bauernblätter, so seht ihr die Preisnotierungen für Kälber. Es hat leider doch zur Folge, das für kranke Bullen- kälber der Milchrassen der Tierarzt eher nicht gerufen wird, sobald die Kosten höher als der Erlös wird. Das Landwirte Kälber absichtlich nicht großziehen, oder entsorgen, kann ich mir im Moment nicht vorstellen, nur frage ich mich wie die Entwicklung weitergehen wird, wenn die Zucht den Milchadel weiterhin fokosiert wird und nicht darüber nachgedacht wird, wer die Knochen verwertet. Hier ist das kritische Nachdenken ohne Beschuldigungen dringend notwendig.

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  9. von bernhardtv · 9.
    komisch...

    da hat die presse wieder einen aufhänger gefunden. dabei müssen wir uns nicht aufregen und gegenseitig beleidigungen zuwerfen. wer einmal 20 bis 25 jahre zurückdenkt wird die damalige "Herodes-prämie" ja noch kennen. das war damals auch so ein marktbereinigungs system. da wurden die kälber nach frankreich gefahren und dort "Entsorgt". und wie oft sind die nichtverkauften bullkälber einfach nur zu tiermehl verarbeitet worden... traurig aber wahr...

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  10. von Erwin.Schneiderbauer · 10.
    Wie immer!!

    Es sind verdammte Einzelfälle die hier richtig aufgebauscht werden. Und unser sogenannten Tierschützer müssten ja froh sein wenn die Kälber gleich verrecken , dann könne die ach so bösen Landwirte sie nicht noch Wochenlang misshandeln................ Verdammt geht mir das auf den Sack!!!

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  11. von schorse77 · 11.
    und ich weiß das man das hier in den Kommentaren nicht darf,...

    ...aber wenn du über alles so verbittert und frustrierst bist Franzi, dann wandere doch einfach irgendwo hin aus wo die Welt in Ordnung ist oder mach sonst irgendwas, aber bitte verschone uns mit deinen hohlen Kommentare!!! Sie sind unerträglich und sachlich sowieso voll daneben!!!

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  12. von schorse77 · 12.
    Alles Lüge!

    wer für seine Bullenkälber nur 10 oder 20 € bekommt hat sehr viel verkehrt gemacht!

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  13. von Slowfoot · 13.
    http://www.huffingtonpost.de/bettina-marie-schneider/milchproduktion-milchmaerchen_b_7141762.html

    "Tierschutzbüro"...wir haben es satt und co lassen grüßen...

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  14. von eiboeiben · 14.
    Kälber ...

    ... das Problem haben wir ja auch bei den Hühnern! ... die männlichen Küken, die der Markt (-> Mast) nicht "aufnimmt", werden ...; sie legen ja keine Eier! - Nicht die Quote, oder der Quotenwegfall führen zum "Überangebot" an schwarzbunten Mastkälbern, nein, der immer wachsende Export der Milchprodukte führt zu dem Problem; und das Problem wäre noch größer, wenn es heute nicht das gesexte Sperma geben würde - vor 30, 40 Jahren gab es für schwarzbunte Bullkälber 200 bis 400 DM! da war der Exportanteil an der verarbeitenden Milchmenge aber auch "geschätzt" unter 10%, heute liegt er über 50% !!!

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  15. von xf1 · 15.
    Keiner sieht den anderen hinter der Hecke, wenn er nicht schon selbst dahinter war...

    Ich finde es einfach nur zum Kotzen, wenn man bei sich die Heile Welt sieht, und mit dem Finger auf andere zeigt. Das ist "BDM-AbL- Tierschutzbund-BUND" Niveau(...) ( http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/neuland-neuer-fleisch-skandal-und-betrug-mit-guetesiegel-a-964638.html ). Weit über 99% der Bauern arbeiten unabhängig der Betriebsgröße ehrlich und gewissenhaft, und haben es auch nicht notwendig, sich einem Betrugs-Label anzuschließen. Wenn ehrlich und gewissenhaft gearbeitet wird, stellt sich auch wirtschaftlicher Erfolg ein, und kommt auch niemand auf die Idee, sich bei Abalbungen erst zu vergewissern, um welches Geschlecht es sich handelt, um dann die Kälbchen mehr oder weniger gut zu betreuen. Kaum vorstellbar, um welch dunkle Gestalten es sich beim Spiegel halten muss, um überhaupt auf diese Gedanken zu kommen, oder was für welchem Abschaum sie da auf den Leim gegangen sind. Überdies kalben in Abkalbeboxen weit über 90% der Kühe ohne Hilfe, und die Kälber sind schon oft am Euter, wenn man nach dem Rechten sehen will - zumindest ist das in größeren Betrieben so. In der kleinstbäuerlichen Anbindehaltung, wo die Kühe in den Mist kalben, und sich nicht dem Kalb zuwenden können, mag das anders sein - nur um den Vorwurf plausibel zu entkräften. In Realität kümmern sich auch Anbindebetriebe um jedes Kalb.

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  16. von egge1255 · 16.
    Das

    hab ich hier weder gesehen, noch gehört. Der echte Landwirt ist über jedes Kalb froh das lebend zu Welt kommt. Wenn es auch scheinbar wertlos ist. Mit der guten fachlichen Praxis wird alles aufgezogen und /oder vermarktet, wenns auch nur 10 Euro fürs Bullkalb gibt. In den Megabetrieben(500 bis 1000 Kühe und mehr) sieht das wahrscheinlich anders aus, dort ist alles superknapp kalkuliert. Das sind dann auch keine Landwirte mehr, sondern Manager, dort zählen nur schwarze Zahlen. Bestes Beispiel sind die von Ramsdorf& Co. unterstützten kleinen Straathoffs, die die gesamte Landwirtschaft in Mißkredit bringen.

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  17. von xf1 · 17.
    Ekelhaft

    ...und dann wird auch noch geraten, ein solches Schund-Buch zu lesen - was es zweifelsfrei sein muss, wenn es mit dem Bericht auf topagrar überein stimmt. Wer solche Bücher kauft, unterstützt damit die Produktion weiterer Schundwerke, die nur zum Ziel haben, dem Leser einen falschen Sachverhalt vorzutäuschen. Aus welchem Loch die Wurzel des Berichts den Saft gezogen hat, wurde ja schon erwähnt. Pfui Teufel, Spiegel!

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  18. von vario0_3 · 18.
    Ein Haubtgrund

    ist, dass viele kleine Nebenerwerbslandwirte wegen der scheiß Bürokratie einfach aufhören. Da gingen viele solche "minderwertigen" Kälber hin.

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  19. von Slowfoot · 19.
    Bullkalb HF 130/ Bullkalb Krzg 260, 14Tage /Lieferschein vom 14.4.2015

    kann ich gerne zur Redaktion faxen!

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  20. von jobelego · 20.
    Der Spiegel hats kapiert..

    Er weiß genau, bei welchem 1200er Splittergrüppchen er suchen muß, um jemand zu finden, der "repräsentativ" für die Landwirte gegen die anderen hetzt. Und so hätte ich schon vor meiner Recherche jede Wette darauf gemacht, in was für einem Verein ich die benannte Milchviehbäuerin anfinde. Im anderen mit ein paar mehr Mitgliedern ist sie auch.. und auch das wäre eine sichere Wette gewesen. Obwohö da auch nur ein Bruchteil der Milchviehbauern organisiert ist.

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  21. von cle · 21.
    nichts mehr wert

    warten wir ab .2018 sind die mänlichen Ferkel dran .Wer will schon hormonbehandeltes Eberfleisch essen.

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  22. von 100100 · 22.
    Rassenproblem?

    Wenn euch das alles zu wenig ist was ihr für eure Kälber bekommt könnt ihr ja was daran ändern. Habe heute ein 97 kg schweres Fleckviehkalb verkauft, das 30 Tage alt war. Das Kalb hat im Durchschnitt pro Tag 8,5 l Vollmilch bekommen und ist für mich als spezialisierten Milchviehhalter ein Top Nebenverdienst. Ich werden dafür 5,90 €/kg Lebendgewicht bekommen und es ist sicherlich kein top Preis, denn bei uns laufen die Bullenkälbermärkte schlechter als in Miesbach oder Bayreuth, so dass ich über einen Händler vermarkte. Und wenn jetzt jemand die Leistungsfähigkeit der Rasse Fleckvieh in Frage stellen will, was in diesem Forum fast zu erwarten ist, wir haben im vergangenem LKV Jahr 10000 kg verkaufte Milch an die Molkerei. Schönen Tag noch!

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  23. von Kommanmder · 23.
    Es ist einfacher

    Eine Zeitung in den Müll zu werfen als ein gesundes Kalb.

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  24. von detmarkleensang · 24.
    Presse.....

    Topagrar berichtet über einen Artikel im Spiegel, der über eine Veranstaltung berichtete, bei der ein Buch vorgestellt wurde, dass über einen Aspekt der Landwirtschaft hierzulande im Vergleich zur Handhabung in anderen Ländern geschrieben wurde. Und mit jedem Artikel über einen Artikel werden diese immer reißerischer. Ganz die Methode "Stille Post" geht immer mehr vom ursprünglichen Inhalt verloren und werden ganz neue Dinge dazu erfunden. Ich hätte da mal einen Tipp: wer sich glaubwürdig aufregen möchte sollte besser das Buch lesen anstatt den 5.,6. und 7. Artikel über andere Artikel über dieses Buch.

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  25. von Hans-Nagl · 25.
    Nächster Skandal wartet schon.

    Als nächstes werden die Tierproduzenten wegen der Zucht auf zu hohe Tierleistungen angeprangert. Unberechtigt und leider zum Teil auch absolut berechtigt. Muss eine Kuh 10000 bis 15000 Liter Milch geben ? Ist es normal eine Kuh mit Kexxtone und Propylenglykol usw.zu versorgen ?? Wo sind die Grenzen der Tierzucht??? Fragen über Fragen und unsere Zuchtverbände und Berufsvertretungen schweigen. Wen sich dann jemand kritisch äußert, wird er als rückständig und ABL verdächtig abgekanzelt.

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  26. von herzas1 · 26.

    Niemand hat hier geschrieben daß sie NICHT geeignet wären!! Falls du mich meinen solltest, lies noch mal richtig, da steht eindeutig "schlechter geeignet". Wenn sie gleich gut geeignet wären, würdest du auch gleich viel bezahlen müssen.

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  27. von hjfricke · 27.
    Hallo wir

    haben 150 Mastbullen im Stall,dreiviertel sind Schwarzbunte HF.Das rechnet sich für uns gut.Von wegen nicht für die Mast geeinet.....

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  28. von herzas1 · 28.
    Richtige Konzequenz nicht erkannt!!

    Der Wegfall der Milchquote mag ein Grund sein, daß zu viele Kälber auf dem Markt sind und deshalb die Qualitäten, die für die Mast schlechter geeignet sind nicht mehr bezahlt werden können. Ein weiterer, jedoch ebenso begrenzt bedeutender Grund ist die Erzeugung von Mastkälbern mittels Mutterkuhhaltung. Der Hauptgrund ist jedoch die Kampagne gegen den Fleischverzehr!! Wenn der Spiegel das aufgegriffene Problem entschärfen wollte, hätte er zu vermehrtem Fleischverzehr aufrufen müssen. Diese Konzequenz wird aber nicht gezogen, das passt nicht in den allgemeinen Zeitgeist. Somit wird auch durch diesen Artikel das Problem weiter verschärft, auch wenn nun vielleicht diesmal nicht direkt dazu aufgerufen wird auf Fleisch zu verzichten. Die gesunde Milch gibt es eben bekanntlich nur mit Kälbernachwuchs.

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  29. von meyenburg33 · 29.
    Meine Prognose

    dass sich jemand vom AbL in entsprechender Weise äußert war wohl richtig...

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  30. von preuße · 30.

    Der Spiegel-Bericht mag etwas reißerisch sein, aber er ist leider wahr. Sbt oder Rtb Holsteinkälber sind kaum noch zu vermarkten. Wenn die Kälbermäster die Aufstallung fürs Weihnachtsgeschäft getätigt haben, werden die Preise wieder deutlich sinken. Mir haben letzten Herbst mehrere Händler gesagt, das Hollstein-Bullkälber zweiter Qualität oder kleinere Mutterkälber von den Kälbermästern nicht mal umsonst mitgenommen wurden.... Für meine Begriffe sind wir hier auf dem besten Weg, das selbe Schema wie in der Geflügelproduktion aufzubauen: Falsches Geschlecht und/oder minderes Kalb = entsorgen.... Ich halte diese Entwicklung für gefährlich. Und die Kritik, die im Artikel am Verband durchklingt, halte ich für gerechtfertigt, denn er trägt diese bedenklichen Entwicklungen leider mit. Sie ist mitnichten vom BDM da hineininterpretiert worden.

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  31. von lürade · 31.
    Zeit-Keime, Spiegel-Kälber,Waldsterben und, und, und

    eben Lügenpresse !

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  32. von ramsdorf · 32.
    Marktbereinigung

    so wurde es von den Kälbermästern tituliert! Die großen Kälbermäster in Deutschland kann man fast an einer Hand abzählen, und die wissen doch wie ein Telefon funktioniert! In den Beitrag kam das Wort DBV vor, das da wieder vom BDM was reininterpretiert wird war logisch

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  33. von mark16 · 33.
    Südbaden:Ab-Hof Preise in der BBZ vom25 April

    Holstein BK über 14 Tage 20-120 € Durchsch. 67,73 € Holstein KK über 14 Tage 0-40 € Durchsch. 20 € Immer Interesant wie einige hier im Treff Fakten unter den Tepich kehren. Habe selber gesunde Zwillingskälber nach 3Wochen verschenkt war froh das sie endlich einer mitgenommen hat. Händler und Vermarkter berichten alle das gleiche Kuhkälber die nicht zur Zucht verkauft werden können sind leider unverkäuflich! Zwillingskälber oder schwache BK von Färsen zum teil unter 50 €. Aber alles wird Gut

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  34. von klausmueller · 34.
    Üble Meinungsmache

    Wieviel Prozent Jersey-Kühe haben wir eigentlich in D, dass sie als Aufhänger für die Autorin taugen? Oder will sie vielmehr ihr Buch verkaufen, möglichst gewinnbringend? Was am ärgerlichsten in dieser ganzen Diskussion ist, dass die Bauern selbst bei dieser klein=gut- und- groß=böse-Diskussion mitmachen. Es gibt schwarze Schafe, von denen man sich distanzieren muss. Aber das hat nichts mit der Betriebsgröße zu tun. 10-20 €/Kalb sind hier noch nie gezahlt worden, auch nicht, als wir 19 Cent für die Milch bekamen.

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  35. von Franzi13 · 35.
    Die Geister die wir riefen werden wir nicht mehr los!

    Danke DBV und Schulbildung in Amt und Berufschule. Dem Satz oben ist nichts hinzuzufügen: Effizienz , Kosten und Masse. Wir sind keine Bauern mehr sondern Produktionsdeppen mit Dollarzeichen auf den Augen Dank DBV und Schulbidung!

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  36. von Johannes93 · 36.
    Ein Kern der Wahrheit ist zu finden. Der sollten wir uns nicht verschliesen.

    Natürlich ist der Bericht maßlos überzogen, die Autoren wollen Spiegel Leser für sich gewinnen, nicht die Bauern. Mit der Milchquote hat dies alles Garnichts zu tun. Wohl aber mit dem Milchpreis ! Und da kommt wieder der Bauernverband ins Spiel, der an der Misere alles andere als unschuldig ist.

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  37. von Slowfoot · 37.
    Bullenkälber

    zur Zeit (ohne Milchquote) 130 sb/Hf oder knapp 300 für wbb/14Tage. Betrachtet man den Aufbau der Vorwürfe, braucht es kaum Phantasie um zu erkennen, wer hinter dieser Kampagne steckt.....aber sie werden es in den kommenden Kommentaren verleugnen......

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  38. von milton06 · 38.
    Traurig.

    Das wird gelesen und geglaubt. Der Kälberpreis für 14 Tage alte Holsteins liegt bei über 100 Euro. Unter 50 habe ich nie erhalten. Und selbst wenn - alle sind willkommen, alle werden aufgezogen und verkauft. Die Kolostralmilch ist sowieso da, den Tierarzt braucht man in dem Alter in der Regel nicht. Scheinbar wurde da so mancher aus Frust überzogen dahergeredete Spruch ("Da kann ich es ja gleich erschlagen") für bare Münze genommen.

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