Premiere in Frankreich: Verbraucher bestimmen Milchpreis

"Tüten-Design" der Verbraucher-Milch.
Bild: www.lamarqueduconsommateur.com

Erstmals konnten Verbraucher in Frankreich ihre Milch selbst kreieren und den Preis bestimmen. Die Initiative "C'est qui le patron?" ("Wer ist hier der Boss?") wurde von Nicolas Chabanne, Präsident einer Organisation gegen Lebensmittelverschwendung, mitgegründet. Das berichtet die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos".

Wie auf der dazugehörigen Seite zur Iinitiative zu lesen ist, haben 6.850 Verbraucher haben an der Online-Umfrage teilgenommen. Darin konnten sie ihre "Wunscheigenschaften" der Milch per Klick festlegen, die von der "Vergütung" der Landwirte, Haltung- und Fütterungsweisen bis zur Verpackung reichte. Daraus wiederum hat sich der Preis bestimmt.

Dabei herausgekommen ist eine Milch mit folgenden Eigenschaften:

  • Der Milchpreis soll die Freizeit und Ersatz des Betriebsleiters abgelten (höchste der zur Wahl standenen "Vergütungsstufen").
  • Herkunftsland soll Frankreich sein.
  • Weidegang für Kühe von drei bis sechs Monate pro Jahr.
  • Die Kühe sollen GVO-frei gefüttert werden.
  • Die Stallfütterung sollte zu einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in der Milch beitragen
  • Die Futtermittel sollten aus einem Umkreis von 100 km zum Betrieb beschafft werden
  • Die Milch sollte in "Tetra-Packs" mit Schraubverschluss abgefüllt werden.
Diese Milch ist seit dem 17. Oktober 2016 in der Region Rhône-Alpes für die Verbraucher zu 99 Cent/Liter bei der Supermarkt-Kette Carrefour erhältlich. Ab dem 2. November soll sie landesweit in 5.200 Filialen des Einzelhändlers zu erwerben sein. Die Milcherzeuger sollen garantiert 39 Cent/Liter ausbezahlt bekommen.

Rund 50 Familienbetriebe, die anlässlich der Krise in großen Schwierigkeiten stecken, nehmen an der Initiative teil. Vorraussichtlich sollen 7 bis 10 Mio. Liter Milch abgesetzt werden.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Willy Toft · 1.
    @Gerd das schaffen wir nie!

    Wir können allerhöchstens die Überschüsse mal billiger verkaufen, sonst drückt uns der Weltmarktpreis nur noch. Bei 27 Cent wird sich Deutschland aus der Produktion verabschieden, dass müssen die endlich mal begreifen!!!

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  2. von Gerd Uken · 2.
    @Willy wir wollen doch

    Exportweltmeister werden mit den geringsten Erzeugungskosten- es wird ja immer gesagt 50% hälte die grösste Molkerei schon am Exxport, da kann man doch den Bauern nicht auch noch 40 cent versprechen, die mommen doch auch mit 27 gut zu recht- zumindest meinen das einige immer noch.

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  3. von Willy Toft · 3.
    Das hört sich doch gut an, obwohl....

    der Milchpreis in Frankreich nie so tief gefallen ist, wie in Deutschland. Wir können nur hoffen, das wir in Deutschland endlich mal wieder eine Wertschätzung der Milchprodukte hinbekommen.

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