BDM-Papier zur Dürrehilfe: Öffentliche Gelder verantwortungsvoll einsetzen

Dürre Der BDM fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit den Dürrehilfen.
Bild: Archiv

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) spricht sich angesichts des erheblichen Ausmaßes der trockenheitsbedingten Schäden dafür aus, die begrenzten öffentlichen Mitteln möglichst zielgerichtet da einzusetzen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Das von Bund und Ländern angestrebte koordinierte, zeitnahe und gemeinsame Vorgehen von Bund und Ländern sei vor diesem Hintergrund unerlässlich.
 
Die Milchviehhalter treffe die Trockenheit in mehrfacher Hinsicht. In den Jahren 2015 und 2016 hätten schwere Krisen am Milchmarkt viele Betriebe in große Bedrängnis gebracht. Nach kurzer Preiserholung 2017 sanken die Milchpreise wieder kontinuierlich auf ein Erzeugerpreisniveau von 31 bis 33 Cent netto – ein Preis, der die Kosten der Milchviehhaltung nicht annähernd deckt und vor allem keine Rücklagenbildung für ein betriebliches Risikomanagement zulässt, so der BDM.  Auch witterungsbedingt sei es in einigen Bundesländern nicht möglich gewesen, ausreichend Futterreserven anzulegen. Aufgrund der monatelangen Trockenheit falle die Ernte von Gras- und Maissilage nun in einigen Regionen fast ganz aus. Gleichzeitig würden aufgrund der geringeren Erntemengen bei Getreide auch die Preise für Stroh und für Kraftfutter und damit die Futterkosten für die Milchviehhalter steigen.
 
„Die Bundes- und Landesregierungen haben daher sehr richtig erkannt, dass in dieser Situation unsere Tiere zum Teil schlicht nicht mehr gefüttert werden können“, erklärt BDM-Vorstandsvorsitzender Stefan Mann. „Wir sind in Sorge um unsere Tiere und Milchbetriebe, sehen aber natürlich auch, dass die zur Verfügung gestellten öffentlichen Mittel sehr verantwortungsvoll eingesetzt werden müssen. Der BDM hat daher ein Positionspapier dazu verfasst, wie mögliche Hilfsmaßnahmen so ausgestaltet werden könnten, dass die notwendige Unterstützung der Trockenheitsbetroffenen möglichst zielgerichtet, d.h. möglichst ohne größere Mitnahmeeffekte, genau da ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Wir sind der festen Überzeugung, dass dies auch unsere Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler, öffentliche Gelder möglichst wirkungsvoll und effizient einzusetzen, gebietet.“ Download
 
Gleichzeitig müsse die aktuelle Extremwettersituation aber auch zum Anlass genommen werden, wichtige strukturelle Veränderungen in Angriff zu nehmen. Ein ständiges Rufen nach dem Steuerzahler sei nicht zukunftsfähig, beschädige das Image der Landwirte und helfe vor allem den Betrieben nicht entscheidend weiter.
Nur über höhere Markterlöse komme die dringend benötigte Liquidität auf die Betriebe. Kurzfristig müssten daher auf europäischer Ebene unbedingt weitere Auslagerungen von Milchpulver aus der Intervention gestoppt werden, damit dadurch eine nötige Milchpreiserhöhung nicht länger ausgebremst werde. Mittel- und langfristig muss es laut BDM gelingen, die Gemeinsame Marktordnung so auszugestalten, dass die alte ökonomische Grundregel, auf mindestens drei „Ernten“ zurückgreifen zu können (eine auf dem Halm, eine in der Scheune, eine auf dem Konto), umsetzbar ist. Das bedeute, den EU-Milchmarkt und damit auch die Milchbetriebe durch eine Erweiterung des EU-Sicherheitsnetzes um ein Krisenmanagement-Konzept, mit dem man Krisen rechtzeitig und aktiv begegnen kann, robuster und krisenfester zu machen.
 

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Eibo Eiben · 1.
    Dürre ...

    … in "guten" Zeiten "profitiert" der Steuerzahler überdimensional (p=GK, mehr Ställe … <- Subventionen -> billige Milch ...); dann muss der BDM in "schlechten" Zeiten (Dürre auf den Feldern und "Dürre" auf den Konten der Bauern) nicht unbedingt von einer "Verantwortung" gegenüber dem Steuerzahler sprechen, wenn irgendetwas "passieren" muss! Die "Leidtragenden" könnten, wenn ALLES so bleiben würde, ALLE werden! Der Bauer, das "liebe" Vieh, der LU, das FA, der Verbraucher - etwas "weniger" der Steuerzahler ...

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