DBV: Jetzt Milchpulver an Bedürftige vergeben

Schmal DBV-Milchpräsident Karsten Schmal
Bild: Werkbild

Die EU-Länder können ab sofort Milchpulver aus der Intervention abrufen und an benachteiligte Personen verteilen. Damit schafft die EU-Kommission eine neue Möglichkeit, die Lagerbestände abzubauen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert die Bundesregierung sowie die EU-Kommission auf, diese Hilfe auch in Deutschland zeitnah umzusetzen.
 
Derzeit befinden sich noch mehr als 350.000 Tonnen Milchpulver in der Intervention. Der DBV-Milchpräsident, Karsten Schmal, begrüßte daher die Entscheidung der EU: „Die EU-Kommission will mit der sehr sinnvollen Verwendung landwirtschaftlicher Produkte Bedürftigen helfen und die jetzige Marktlage nutzen, die Interventionsbestände mit Blick auf zukünftige Preistäler möglichst zügig abzubauen. Ein wichtiges Signal für uns Milchbauern. Wenn nicht jetzt, wann dann?“ So könne nicht nur der auf dem Milchmarkt lastende große Bestand an Magermilchpulver schneller reduziert, sondern auch der Hilfsfonds gestärkt werden.

In den vergangenen Monaten sei es der EU-Kommission nicht gelungen, über die laufenden Ausschreibungsverfahren bedeutende Mengen an Magermilchpulver auf den Markt zu bringen. „Die Lagerbestände müssen unter Berücksichtigung der aktuellen Erzeugerpreise für uns Milchbauern abgebaut werden“, hob Schmal hervor. Derzeit könne an den Warenterminbörsen ein Erzeugerpreis von mehr als 39 Ct/kg für die kommenden 12 Monate abgesichert werden, was deutlich über dem Schnitt der Erzeugerpreise der vergangenen zehn Jahre liegt.
 
In der Vergangenheit habe die Europäische Union auch weitere Instrumente zum Absatz von Magermilchpulver aus der Intervention erfolgreich angewendet, um den Marktdruck zu verringern. Eine Prüfung der Reaktivierung solcher Instrumente, zum Beispiel für die Verfütterung, kann aus Sicht des DBV vorgenommen werden, wenn die Bestände an Magermilchpulver trotz der laufenden Aktivitäten der EU-Kommission nicht bedeutend verringert werden können.

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11 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerd Uken · 1.
    Sie haben keinen Plan

    Das ist das Problem- Algerien benötigt Pulver aber wenn es bei der Ausschreibung nicht die anderen Anbieter unterbietet bleibt es weiter in der Intervention u.es wird ja nicht billiger durch Lagerkosten. Rechnet mal diese Mengen in Milchäquivalent um dann weiß man welche Milchmengen dahinter stecken.

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  2. von Christian Kraus · 2.

    Keiner will das Milchpulver kaufen obwohl es eh schon so billig ist. Und diese "Marktlage" wollen sie nutzen um sich für Preistäler vorzubereiten. Hat irgendjemand ein innovatives Geschäftsmodell entwickelt das auf geschenktem Pulver aufbaut? Oder bekommt jeder Hartz4ler einen Sack Pulver mit der Post?

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  3. von Matthias Zahn · 3.
    zuviel ist zuviel und bleibt zuviel

    Die Produktionsüberschüsse werden immer noch nicht gebraucht. Es ist vollkommen egal ob das Pulver nun verschenkt, und dadurch Nachfrage bedient wird, welche ansonsten vom Markt her kommen würde oder ob das Pulver liegen bleibt. Das Ergebnis ist dasselbe. Niemand braucht derzeit diese Pulverberge. Man schiebt es von der einen Hosentasche in die andere. Da wäre mit einer Entsorgung in Biogasanlagen oder Schweinefutter mehr erreicht. Aber wir wissen ja wers sagt oder! Ich hätte noch einen Vorschlag: Bitte das Pulver entsprechend der Mengensteigerungen an die Erzeuger zurück liefern und beim nächsten Milchgeld die Kosten für Herstellung, Ein- und Auslagerung sowie Rücktransport einbehalten! Man wäre überrascht wie schnell die Milchbauern ihre Produktion an der Nachfrage ausrichten würden!.....

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  4. von Doris Peitinger · 4.
    Dem DBV wird der Milchpreis zu hoch...

    Anscheinend wird dem DBV samt seiner Milchindustrie langsam der Milchpreis zu hoch. Hat ja die 30 Cent Schallmauer geknackt. Und genau für derartige Fälle wurde die Intervention als angebliches Kriseninstrument geschaffen!

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  5. von Karl Watermann · 5.
    Aufklärung:

    Kann mal jemand dem Herrn Schmal erklären, dass der aktuelle Preis für MMP nur knapp über Interventionsniveau liegt? Von daher ist sein "Wenn nicht jetzt wann dann ?" völlig an den Marktrealitäten vorbei.

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  6. von Eibo Eiben · 6.
    Intervention ...

    ... wenn "Politiker" bereit sind, MMP zur Preisabsicherung von Milch zu "horten", dann ist es doch eine logische "Schlussfolgerung", bei einer "Marktstabilisierung" und einem "Pulverberg" auch mal in die Gegenrichtung zu agieren; damit dabei der Markt nicht wieder "umschwenkt", könnte das ohne viel "Lärm" mit einem Drosselprogramm angegangen werden! ... - dieses "Verramschen" von Lebensmitteln, der DBV "sieht" so was cool, ist aus meiner Sicht das "letzte" ... - wozu wird dann überhaupt "interveniert"?! ... - der DBV sollte auch mal "budgetmäßig" denken - ... der "Staat" kann nicht nur "gemolken" werden - ... damit es nicht "über Gebühr" teuer wird, muss der Weg des geringsten Widerstandes (was am wenigsten "kostet") gegangen werden ... - Erlöse von mindestens 2000 € je t müssen -> das ZIEL sein! ...

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  7. von Willy Toft · 7.
    Da bin bei Ihnen, Herr Schmal!

    Lasst uns den Hunger in der Welt bekämpfen, bevor sich alle alle auf dem Weg machen! Nur da fehlt der Politische Wille der EU!

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  8. von Karl-Heinz Mohrmann · 8.

    Der DBV ist vehement gegen eine Einmischung des Staates in den Milchmarkt. Der DBV fordert aber vehement die Beibehaltung und sogar die Ausweitung der Intervention. Diese 350000t MMP sind der Grund dafür warum der Auszahlungspreis für die Milchbauernfamilien nicht steigt. Genau diesen Effekt wollen die Industrie DBV DRV und MIV. Billigsten Milchrohstoff.

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  9. von Gerd Uken · 9.
    Herr Schmal gehts noch??!!

    Da wird in Altenheimen und Krankenhäusern an Butter gespart - sollen die jetzt MMP aufs Brot schmieren? Erst nach Intervention schreien- damit 350000angehäuft werden und jetzt soll es an "bedürftige" verschleudert werden?? Magermilchpulver kann man auch an die Industrie verkaufen ............. Braucht man die Lagerkapazitäten jetzt fürs Weihnachtsgeschäft?

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  10. von Hans Nagl · 10.
    Jetzt Milchpulver an Beduerftige vergeben.

    Und jeder bekommt noch einen Nuckeleimer dazu.

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  11. von Steffen Hinrichs · 11.
    Bevor die Milchbauern malwieder schwarze Zahlen schreiben,

    das Pulver auf dem Markt schmeißen, damit wieder Platz im Falle einer neuen Krise da ist .

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