DMK: „Mehr als 32 Cent sind nicht drin“

dmk Deutsches Milchkontor DMK
Bild: Werkbild

Das Deutsche Milchkontor (DMK) sieht wenig Hoffnung für steigende Milchpreise. Grund dafür seien die Marktbedingungen und nicht, wie vom Kartellamt vorgeworfen, die Lieferbeziehung. Das erklärte Geschäftsführer Ingo Müller gegenüber dem Tagesspiegel.

Aktuell gebe es im Markt eine Seitwärtsbewegung. Sowohl der Export als auch der Absatz im eigenen Land seien schwierig. Russland lasse nach wie vor keine deutsche Milch ins Land, zudem sinke die Nachfrage aus China und aus den Ölexportierenden Ländern. In Deutschland stünden den über 100 Molkereien fünf große Handelsketten gegenüber. "Die versuchen natürlich, für die Konsumenten optimale Preise herauszuholen", sagte Müller.

Vorwürfe des Bundeskartellamts, das DMK würde die Milchbauern unfair behandeln, wies Müller ausdrücklich zurück. Die Probleme der Bauern lägen nicht an den Lieferbeziehungen mit den Molkereien, sondern an den Marktbedingungen. Der DMK-Chef betonte: „Wenn - wie 2016 - der Weltmarkt zusammenbricht, dann gehen die Milchpreise in den Keller, egal wie die Lieferantenbeziehung mit der Molkerei aussieht.“
 

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20 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Karl Watermann · 1.
    Schon in der Bibel steht:

    Nach 7 fetten Jahren kommen 7 magere Jahre. Fragt sich nur ob die 32 Cent zu den fetten oder zu den mageren Jahren zählen.

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  2. von Karl-Heinz Mohrmann · 2.

    Wenn laut DMK die Lieferverträge nicht das Problem sind können Sie ja auch geändert werden. Warum hat das DMK soviel Angst davor

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  3. von Eckehard Niemann · 3.
    Das DMK als bundesweit wirkender Billigheimer?

    Wenn das DMK seinen Ruf als „billiger Jakob unter den Molkereien“ wirklich loswerden will und falls das DMK wirklich an den Erzeugerpreisen seiner Lieferanten interessiert sein sollte, dann sollte auch das DMK endlich wirkliche Wertschöpfungs-Konzepte vorlegen. Andere Molkereien sind da viel weiter, auch eine politisch gestützte Milchmengenreduzierung ist weiterhin dringend angesagt.. Verdächtig, dass sich das DMK stattdessen an der Bewahrung der für Milchbauern ungünstigen Lieferbeziehungen abarbeitet.

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  4. von Gerd Uken · 4.
    Bei steigenden Fett /Butter

    Und Käsepreisen??? Soll nicht mehr drin sein?? http://www.boerderij.nl/Rundveehouderij/Nieuws/2017/5/DMK-voorziet-stagnerende-melkprijs-132403E/#323342

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  5. von Franz Josef Aussel · 5.
    DMK-Problem

    Das DMK ist die einzige Molkerei in Deutschland, die nicht mehr als 32-Cent zahlen kann, da sie nur Billigprodukte imAngebot hat! Dafür hat sie 30% zuviel Arbeitnehmer und fürstliche Gehälter! Die Lieferbedingungen müssen geändert werden, damit die Basis mehr Druck auf die Geschäftsführung ausüben kann.

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  6. von Bernd Lohse · 6.
    Wenigstens ehrlich !

    Wurde den Bauern in der Vergangenheit immer eingeredet, das es bals bergauf geht, hat man nun anscheinen resigniert. Auch in diesem Jahr wird wieder weit unterdurchschnittlich ausgezahlt ! Ein Trauerspiel, das den Milchpreis in ganz Deutschland nachhaltig nach unten zieht.

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  7. von Eibo Eiben · 7.
    DMK ...

    ... wir Milchbauern brauchen mehr ! ... und der top agrar - Milchwert liegt heute bei 34,9 ct/kg (vor allem Butter ist knapp -> 4825€/to und MMP kostet 1841€) !!! ...

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  8. von Jens Sönke Thomsen · 8.
    Das DMK wird es in der jetzigen Form nicht mehr geben!

    Mann kann hier von alternativen Fakten sprechen! Man sollte den Verlust in einer Sammelklage zurückfordern! Aus meiner Sicht ist das Veruntreuung!

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  9. von Andre Heinemann · 9.
    Nee, ist klar

    An die DMK Jünger: das nennt man Realitätsverweigerung. An alle anderen: von der Unfähigkeit eines Unternehmens Konsequenzen für die gesamte Branche abzuleiten ist kein Stück besser!

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  10. von Gerd Schuette · 10.
    Die weiße Linie?

    https://www.topagrar.com/news/Rind-Rindernews-8148004.html

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  11. von Gerd Schuette · 11.
    An Neuseeland vielleicht?

    https://www.topagrar.com/news/Rind-Rindernews-Global-Dairy-Trade-Preis-legt-erneut-zu-8168832.html

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  12. von Gerd Schuette · 12.
    An der Anlieferungsmenge auch nicht...

    https://www.topagrar.com/news/Markt-Marktnews-EU-Milchanlieferung-liegt-noch-unter-Vorjahresniveau-8195139.html

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  13. von Gerd Schuette · 13.
    An den Butterpreisen liegt es nicht

    https://www.topagrar.com/news/Markt-Marktnews-Butterpreise-loesen-Sorgen-bei-den-Weiterverarbeitern-aus-8218088.html

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  14. von Dieter Müller · 14.
    Es ist ja auch so bequem, wenn die Milcherzeuger/innen das gesamte Marktrisiko tragen und Alles bleibt wie es immer war.

    Dieses Wolkenkuckucksheim des DMK wird keinen dauerhaften Bestand haben. Das die internationalen Märkte nicht so funktionieren wie es etliche Experten und Hellseher vorausgesagt haben, ist Fakt. Das diese Argument aber weiter verwendet wird um Preise nicht steigen bzw. fallen zu lassen, sollte der Vergangenheit angehören. Ein europaweites Krisenprogramm mit Mengenregulierung und ein Verhandeln mit den Milcherzeugern/innen "auf Augenhöhe" ist überfällig und muss kommen. Drei Milchpreiskrisen in wenigen Jahren sind mehr als aussagekräftig und sollten sich zukünftig nicht wiederholen.

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  15. von Matthias Zahn · 15.
    Tatsachenverdreher!

    Es ist unglaublich, dass Molkereivertreter immer noch so tun als ob der Weltmarkt eine eigenständige Institution sei auf welche die europäischen Bauern keinen Einfluss haben. Soweit ich weis ist der Weltmarkt in der Schöpfungsgeschichte nicht erwähnt und demzufolge auch nicht von Gott gegeben sonder von Menschen gemacht und beeinflusst! Also beeinflussen unsere Lieferbedingungen serwohl den Weltmarkt. Wir haben 14/15 die Mengen extrem ausgeweitet und dadurch den Weltmarkt stark unter Druck gesetzt. Ergo andere Lieferbeziehungen können durchaus den Weltmarkt entlasten, was wiederum positiv für unsere Milchpreise wäre! Aber solange ein voller Milchtank wichtiger ist als ein guter Milchpreis wird sich das nicht ändern und 32 ct werden reichen müssen!

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  16. von Kirsten Wosnitza · 16.
    Hat sich die Intervention über Nacht in Luft aufgelöst?

    Die "Marktbedingungen" zeigen nur allzu deutlich, wie unzureichend das europäische Krisenmanagement ausgestattet ist. Enorme Lagerbestände drücken nach wie vor auf dem Markt und verhindern eine echte Erholung der europäischen Preise. Ob die europäischen exportorientierten Molkereien darüber wirklich so traurig sind bleibt fraglich. Hilft dieses Preisniveau doch dabei weiterhin am Weltmarkt aktiv zu sein. Allein für die Milcherzeuger bildet sich daraus ein schädlicher Kreislauf, der immer wieder enormen Druck auf die Betriebe ausüben und immer mehr Berufskollegen zum aufgeben zwingen wird. Denn das Marktrisiko tragen wir Milcherzeuger und nicht die Molkereien...

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  17. von Gerd Uken · 17.
    Dann muss herr Müller mal zu Frieslamd Campina

    Fahren und sich erkundigen wie die das geschafft haben?? Wenn man wie DMK nur an Fusionen denken und Millionen an Brautsträussen rausgehen, und einen Pulverturm bauen für Milch die gar nicht kommt???? Haben die Synergieeffekte doch noch nicht so gegriffen wie erwartet oder warum redet er jetzt so? Die loste liesse sich noch beliebig verlängern- so Herr Müller bekommt man keine neuen Lieferanten.

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  18. von Steffen Hinrichs · 18.
    So wird man keine Kündiger mehr zurückgewinnen

    DMK wird seine Rote Laterne gerecht

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  19. von Detmar Kleensang · 19.
    BTW: DMK als ordentliches Mitglied im DBV verstößt gegen dessen Propagandarichtlinien!

    Was schimpft der DBV doch immer über jene, die angeblich die Preise "runter reden" würden. Sowas ginge gar nicht und solle gefälligst unterbleiben, da es den Bauern erheblichen Schaden zufügt. Jeder, der Preise runter redet betreibt schändliches Verhalten an den deutschen Bauern. So der DBV und seine Landesbauernverbände. Und nun redet das DMK die Preise runter, wo es doch ordentliches Mitglied im Deutschen Bauernverband ist. Da stimmt wohl was gehörig nicht an der internen Kommunikation! Wird es Konsequenzen geben? Wird Rukwied den Müller auf ein erstes Wörtchen zur Seite nehmen? Vermutlich nicht, weil: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus...

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  20. von Detmar Kleensang · 20.
    Ist Müller der nächste, der das DMK verlässt?

    Leute mit so wenig Marktverständnis sind doch untragbar in solch höheren Positionen! Als wenn die Lieferbeziehungen keinerlei Einfluss auf die Marktbedingungen hätten... Unglaublich! Die Lieferbeziehungen zu den Molkereien sind ein wesentlicher Teil unserer bäuerlichen Marktbedingungen! Müller streckt sein Bein für die von ihm weglaufenden Bauern aus und wenn diese drüber stolpern und auf die Schnauze fliegen sagt er, es läge ja nicht an seinem Bein, die Bauern hätten ja nicht so rennen müssen... Solch abstruse (V)Erklärungsversuche für das Unvermögen des DMK, gute Preise für dessen Milcherzeuger zu erzielen, ist geradezu unverschämt! Ja, der Weltmarkt kann zusammenbrechen. Wer am Markt bleiben will und vielleicht gar erfolgreich werden möchte, der weiß aber auch mit solchen Umständen umzugehen. Dem DMK scheint dies völlig egal zu sein, kriegen die Bauern halt weniger, Hauptsache nichts ändern an den Marktbedingungen aka Lieferbeziehungen, die Probleme liegen ja immer bei den anderen. Das ist eines Mannes und einer Position, die sich genossenschaftlich um die Belange der Bauern kümmern soll und von denen bezahlt wird, nicht würdig! Das ist unanständig!

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