DMK will Genossen Glyphosat nicht verbieten

DMK Dass Glyphosat gefährlich ist, wurde bislang nicht nachgewiesen, sagt Ingo Müller
Bild: dmk

Deutschlands größtes Molkereiunternehmen Deutsches Milchkontor (DMK) will seinen 8600 Milchbauern kein Glyphosat-Verbot verordnen. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) sagte DMK-Geschäftsführer Ingo Müller: "Ein Übergang von Glyphosat aus Futtermitteln in die Milch von Kühen wurde bisher nicht nachgewiesen." Zudem sehe das Bundesinstitut für Risikobewertung bei sachgemäßer Anwendung "kein krebserzeugendes Risiko" für Menschen.

Für das DMK ergebe sich daher "nicht die Notwendigkeit, [...] hier in irgendeiner Art effekthascherisch aktiv zu werden", sagte Müller. Die Molkerei Berchtesgardener Land hatte zuvor ein Anwendungsverbot des umstrittenen Mittels für seine rund 1800 Landwirte in Süddeutschland beschlossen. Wenig später folgten auch Goldsteig und Gropper.
 
Die DMK-Gruppe verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich 7,3 Milliarden Kilogramm Milch. Der Umsatz lag 2016 bei 5,1 Milliarden Euro.

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12 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Matthias Zahn · 1.
    Zusatz

    Ich finde es übrigens auch nicht toll, dass immer höhere Auflagen die Produktion erschweren. Aber im Wettbewerb ist das leider unausweichlich. Und je länger wir ohne eine gewisse "Marktpflege" einfach drauf los produzieren, wird das auch nicht besser. Oder hat hier jemand schon einmal einen Fendtmanager jammern höhren, dass in Ihre Schlepper immer mehr Technik eingebaut werden muss? Oder das die Abgaswerte immer schärfer werden? Der Unterschied liegt darin, dass Fendt nur die Schlepper produziert, welche das Unternehmen auch zum kostendeckenden Preis verkaufen kann, während wir Milchbauern planlos drauf los produzieren und die Misere letztlich selber noch verschlimmern. Unser Signal an den Handel ist derzeit folgendes "Alles kein Problem, wir produzieren weiter - und darüber hinaus!"

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  2. von Matthias Zahn · 2.
    @Krauter

    Bitte nicht falsch verstehen. Ich bin sofort dabei, wenn es darum geht Zuschläge auszuhandeln!! Aber bei der permanenten Überversorgung des Marktes durch uns Milchbauern, geht es für die Molkereien nun mal darum Alleinstellungsmerkmale zu kreieren. Der Handel nutzt die andauernden Überschüsse, um sich die Lieferanten heraus zu picken, die das machen was er will. Ob uns das gefällt oder nicht steht hier leider nicht zur Debatte! Im überversorgten Markt zählt der Wille des Produzenten nicht. Er kann nur die Vorgaben erfüllen oder aussteigen.....

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  3. von Gerd Schuette · 3.

    Mein Kommentar bedeutet nicht, dass ich für ein "weiter so" beim Einsatz von Glyphosat stehe. Die Entscheidung über den Einsatz von Glyphosat gehört jedoch nicht auf die Ebene der Molkereien. Darüber ist auf höchster politischer Ebene unter rein sachlicher Betrachtung zu entscheiden. Es gibt Regeln. Und es gibt Regeln wer und wie diese Regeln aufstellt bzw verändert. Und das ist gut so, weil genau dieses Vorgehen eine Demokratie ausmacht.

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  4. von Gerd Schuette · 4.

    Danke, Ingo Müller, für das Statement. Nicht nur dass das DMK kein Verbot von Glyphosat von ihren Lieferanten einfordert, sondern auch dass sie dies klar und öffentlich kommunizieren und dabei zur Sachlichkeit mahnen, verdient Lob und Respekt.

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  5. von Martin Krautter · 5.
    Zahnweh

    Die zwei Kommentare von Herrn Zahn und Ilchmann verstehe ich nun mal gar nicht. Aber so sind nun mal die eigenen Berufskollegen, diese finde es noch toll wenn die Landwirte immer mehr Auflagen vom Handel bekommen und keinen Cent dafür mehr in der Tasche haben. Es ist gut zu sehen wie einige bayrische Molkereien kurz vor ihrem Daseinsende stehen und sich mit immer mehr Auflagen sich beim Handel schön darstellen wollen, zulasten ihrer Milcherzeuger. Dabei meinen diese auch noch sie sind der Nabel der Welt, dabei sehen sie leider ihr Ende nicht. Also Augen auf die Herrn Ilchmann und Zahn.

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  6. von Matthias Zahn · 6.
    Ilchmanns Kommentar,

    trifft den Nagel auf den Kopf. Warum so viele schlechte Bewertungen kommen versteh ich nicht. DMK wird, wie immer, am Schluss die Krümel aufsammeln und wird letzten Endes vom Markt zum Handeln gezwungen werden. Aber bei dem Preis, den DMK bezahlt, sollte man von seinen Lieferanten auch nicht mehr verlangen.....

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  7. von Bernd Keil · 7.
    Schizophren

    ist das ganze. Meines Wissens gibt es eine Ausnahme in den Betsimmungen: Ausser bei zugekauftem Futter .... entweder es gilt Grundsätzlich .... dann müssen aber auch Importe auf den Prüftsand .... oder es ist Augenwischerei. Ich kann jedem nur empfehlen mal bei METRO in die Kühltheke zu schauen Analog Käse 5 kg für 2,99 €/kg Veganer Käse 100 g abgepackt, 29,99 €/kg .... selber Hersteller, selber Aufdruck ....

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  8. von Gerd Uken · 8.
    mit den Zahlen hat man s ja auch nicht so

    Aktuell 6347 Lieferanten wer die restlichen sind ist mir ein Rätsel.

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  9. von Gerhard Steffek · 9.
    Der ein macht's, der andere nicht!

    Das Verbot der Molkerei Piding war purer, aber auch nur dummer Populismus. Ermöglicht dadurch das man seine Kundschaft heute nach Strich und Faden für Dumm verkaufen kann. Ich kenne das Berchtesgadener und Salzburger Land, sowie den Chiemgau und seine Bauern zur Genüge und weiß das sie mit dem Verbot von Glyphosat wenig Probleme haben werden, da es eh selten angewendet wird. In Grünlandgebieten erübrigt sich nunmal der "massenweise" Einsatz von diesem Mittel, außer man will einmal eine pfluglose Neueinsaat vornehmen. Da stellt sich dann schon die Frage der Verhältnismäßigkeit, aber auch wo ist der größere Umweltschaden? Bei vier Liter Roundup und dem Direktsaatverfahren oder bei Pflug und Egge mit seinem erheblich höherem Dieselverbrauch. Ich habe mir dadurch bereits in den 90er Jahren grundsätzlich 30 ltr. Diesel pro Hektar eingespart. Abgesehen von der Bodenschonung durch das Direktsaatverfahren. Zudem ist es auch eine ausgemachte Dummheit. Die Molkerei Piding hätte dadurch auch eine schärfere Trennung zwischen ihrer Bioschiene und der modernen Landwirtschaft erreichen können. Wer Glyphosat ablehnt kann ja dafür Biomilch kaufen. Wo ist das Problem? Beim Preis? Wenn es dem einzelnen das nicht wert ist. Die Molkerei hat sich durch ihre Marke eine entsprechend starke Marktstellung aufgebaut, da hätte sie über diese Glyphosathysterie auch ohne diese Gängelei ihrer Produzenten ruhigen Gewissens hinwegsehen können. Die Molkerei und die Bauern ihm Vorstand haben der ganzen Sache und ihren Berufskollegen einen riesen Bärendienst erwiesen. Zudem - mag sie vielleicht eine Kundin halten haben können. Ich kaufe jetzt auf alle Fälle, rein aus Protest, von dieser Molkerei keine Produkte mehr.

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  10. von Ottmar Ilchmann · 10.
    Der eine kann´s, der andere nicht!

    Bei der Molkerei Berchtesgadener Land ist das Glyphost-Verbot eine konsequente Weiterführung einer Qualitätsstrategie, die vor 10 Jahren mit der Einführung der gentechnikfreien Fütterung begann. Mit dieser Qualitätsstrategie hat sich die Molkerei eine hervorragende Marktposition erarbeitet, die sich auch in hohen und stabilen Auszhlungspreisen für die Milchbauern niederschlägt. Von all dem - Qualitätsstrategie, gute Marktposition und erst recht guter Preis - ist das DMK weit entfernt, deshalb wäre es auch ein Witz, wenn ausgerechnet DMK höhere als die gesetzlichen Mindeststandards verlangen würde. Und trotzdem wird auch das DMK irgendwann vom Handel gezwungen, Standards zu setzen, dann aber ohne höhere Bezahlung und ohne Nutzen für die Milcherzeuger. Bei der Gentechnikfreiheit ist es bereits so weit.

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  11. von Gerhard Steffek · 11.
    Sachverstand und Vernunft

    Hat hier mal der Sachverstand, die Vernunft, der gesunde Menschenverstand gesiegt? Ich will es hoffen. Alles andere ist wirklich nur jenseits von Gut und Böse. Abgesehen davon, kann es ja auch vorkommen (wird es wahrscheinlich auch) das die Molkereien die Ausgangsprodukte Glycin und Phosphorsäure in ihren Produkten selber verwenden, bzw. diese eh aus diesen bestehen. Die Aminosäure Glycin (E-Nummer 640) als Geschmacksverstärker oder Süßungsmittel (siehe ehemaligen Weinskandal bei den Österreichern mit Glykol = Glycin) und die Phosphorsäure (E-Nr. 338) als Säuerungsmittel etc.

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  12. von Wilhelm Grimm · 12.
    Es gibt auch noch aufrechte Deutsche

    mit gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein.

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