Die Milch-Krise ist vorbei

IFCN Dairy Conference in Kiel.
Bild: IFCN

Das IFCN bezeichnete bei seiner Konferenz vergangene Woche in Kiel die letzte Milchpreiskrise als beendet, jedoch muss sich die Branche für Preisschwankungen in der Zukunft aufstellen.  
Die 18. IFCN Dairy Conference fand vom 10.-14. Juni in Kiel statt und beschäftigte sich mit den wichtigsten Entwicklungen des Jahres 2016 und der ersten Monate von 2017.
Der Milchpreis erholte sich Ende 2016: Seit Mai 2016 ist er um 63 % gestiegen. Der IFCN-Welt-Milchpreis-Indikator liegt mit 35,8 $/100 kg ECM nahe dem langjährigen Durchschnitt seit 2007 von 38 $ (ECM, 4 % Fett, 3,3 % Eiweiß). 
 
Die Preisschwankungen seit 2014 von bis zu 50 % scheinen sich beruhigt zu haben. Dr. Torsten Hemme, Geschäftsführer des IFCN, warnt: „Wir sollten nicht nur über die letzte Milchkrise reden, sondern die ständigen Zyklen von Preisüber- und Preisuntertreibungen in der Milchwirtschaft begreifen.“ Der Zyklus, der 2013 begann, sei nun zu Ende. „Wir sollten auf den nächsten vorbereitet sein“, so Dr. Hemme.
Als Folge der niedrigen Preise in den letzten zwei Jahren erfuhr die Milchanlieferung in 2016 die geringste Steigerung seit 1998. Die stärkste Produktionssteigerung wurde in Indien, den USA und den Niederlanden verzeichnet. In China, Brasilien, Argentinien und Ozeanien wiederum die geringste. Die Steigerung der Milch-Nachfrage hat den Rekord von 2006 sowie den langjährigen Durchschnitt noch nicht wieder erreicht. Allerdings zieht der Milchimport in China, Brasilien, den Philippinen und Mexico derzeit an.
 
Vieles weist darauf hin, dass die Milchpreise in naher Zukunft nicht weiter steigen. Jedoch ist eine Stabilisierung zu erwarten. Seit Oktober steigt die weltweite Milchproduktion wieder, als Folge der Preiserholung im zweiten Halbjahr von 2016. Nach wie vor bestehen große Lagerbestände. Preise für Öl und Futter, die im Zusammenhang mit dem Milchpreis stehen, scheinen stabil zu bleiben.
 
Diese Faktoren nehmen neben einigen anderen Einfluss auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft. Seit 2014 ging daher die Zahl der Landwirtschaftlichen Betriebe jährlich um 1,5 % zurück. Die Milchanlieferung erfuhr trotzdem eine Steigerung.
 
Der weltweite Wandel hat Einfluss auf alle Sektoren der Milchbranche, so der Vorsitzende des IFCN-Ausschusses, Anders Fagerberg, am Ende der Konferenz. Um den Wandel zu verkraften, sei Vertrauen und der Zugang zu verlässlichen Daten wichtig. Einzelhandel und Politik könnten durch fundierte Kenntnisse der Milchbranche den Grundstein für eine wirtschaftliche Milchproduktion legen.  

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19 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Henrik Plaas-Beisemann · 1.
    Butter teuer,weil

    Pflanzenöle am Weltmarkt gefragt waren. Nicht der Gesundheitseffekt sondern die Substitutionskosten sind entscheidend. Das gibt es auch in anderen Bereichen, Softdrinkhersteller versuchen in Hochpreisphasen des Zuckers mehr Getränke mit Süßstoff abzusetzen, und selbst die Schuhmodenindustrie reagiert mit der Mode auf hohe Lederpreise, ganz deutlich war das in der BSEKrise zu sehen. Am Ende läuft bei Ölen/Fetten und Stärke alles darauf hinaus, wie hoch ist der Erdölpreis und wie hoch ist die Produktion und die Nachfrage nach Substituten. Es ist unmöglich Märkte einzeln zu betrachten.

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  2. von Gerd Uken · 2.
    Nicht nur der Export hat

    Angezogen vor allem Butteröl und Rahm und das resultiert wohl daher das tierisches Fett lieber weil gesünder in Keksen und Industrieware bevorzugt wird. Wenn mehr Butter verarbeitet wird kommt aber auch mehr MMP Die Verwertung verschiebt sich. Indirekt ist das Markt nur daran können wir nichts ändern

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  3. von Wilhelm Schulte · 3.
    Milchkrise vorbei????

    Man kann es sehen wie man will. Die Dummen werden einfach nicht alle.

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  4. von Christian Kraus · 4.

    Die Krise wird für beendet erklärt bevor noch jemand auf die Idee kommt etwas muss IM SINNE DER BAUERN geändert werden. Nach Meinung des IFCN gibt es keine Krise mehr. Erstens war es von Anfang an eine hausgemachte EUROPÄISCHE Krise. Im 12 Monatsvergleich war der Milchpreis in den USA um bis zu 10 Cent höher als bei uns. In den USA hat es eine Krise so wie bei uns gar nicht gegeben. Allenfalls eine Schwankung nach unten. Diesen Misch-Weltmilchpreis kann man nicht als Grundlage nehmen um bei uns die Krise für beendet zu erklären. Das ist schlicht unseriös. Zweitens ist es abwegig eine Abweichung vom Durchschnitt als Indikator für eine Krise zu nehmen. Das Kennzeichen dieser Krise war das die Einkommen aus der Milchproduktion existenzbedrohend niedrig waren. Nach Logik des IFCN spielt das überhaupt keine Rolle ob man draufzahlt. Demnach wäre auch 15 Cent über einen Zeitraum von 10 Jahren keine Krise mehr sondern normal. Man könnte nach dieser Logik sogar argumentieren wenn der Milchpreis nicht auch mal 40 Cent gewesen wäre dann wäre die Krise kürzer gewesen. Man wäre ja schließlich früher schon an dem dann niedrigeren Durchschnitt gewesen. Drittens: Wenn wir keine Krise mehr haben warum ist dann die Intervention voll mit praktisch unverkäuflichen Pulver. ---- Also wozu einfach irgendeine Zahl herauspicken und so einen Schwachsinn verkünden. Die Meldung müsste eher heißen: IFCN hat BESCHLOSSEN das die Krise vorbei ist.

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  5. von Josef Doll · 5.
    Nach der Krise, ist vor der Krise

    Da nicht nur mir aufgefallen ist das sich die Milcherzeugung in immer größeren Betriebe zusammenzieht Schlagzahl 20 % der vorhandenen Betriebe erzeugen 80 % der Milch . Demnach sollte sich die Politik das zu entschließen das die Betriebe die jetzt auch die höheren Gewinne einfahren auch in der Krise schneller die Milchmenge reduzieren müssen. Ja selbst dem Kartellamt müßte es einleuchten das der Zug in die Industrielle Landwirtschaft (fast) nicht mehr zu stoppen ist !!!

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  6. von Erwin Schneiderbauer · 6.
    Bezahlte Dummschwätzer!!!

    „Die Mauer wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt werden.“ Es kam bekanntlich anders, wenns so weitergeht, tja dann werdet ihr die Milchbauern suchen müssen wie die Fliegen im Winter, denn jeder der arbeiten will bekommt einen guten Job und muss sich nicht mit einem Hungerlohn abspeisen lassen. Von der seelischen und moralischen Belastung ganz zu schweigen........ BEISE NIE DEI HAND DIE DICH FÜTTERT, denn für alle die es getan haben war das Ende nah!!!

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  7. von Hermann-Josef Schaller · 7.
    Was hier abgeht ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten

    ...Sooo genug gejammert,ich will jetzt nichts mehr davon hören. Wir als selbsternannte "Experten" beschließen jetzt , alles ist gut.Punkt!! Anmerkung:diese "Experten" haben ja einst das DMK als Leuchtturm gepriesen aber leider den treffenden Namen Grableuchte nicht gefunden !

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  8. von Gerd Uken · 8.
    Wenn wir die Daten liefern sollen damit Einzehandel und vor allem die gr.Player

    Sich darauf einstellen- eines müsste dem letzten ja wohl klar geworden sein :Nirgends werden Milchprodukte so,günstig für den Verbraucher angeboten wie in Deutschland. Zu der Verwertung wäre noch zusagen, Fett ist begehrt deshalb wird wieder mehr Butter produziert, der Käse wird somit zurückgefahren....und ess wird weniger verpulvert..Die Effekte kennen wir jetzt Rahm so teuer wie noch nie seit 2012!

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  9. von Karl-Heinz Mohrmann · 9.

    Herr Hemme redet DBV DRV und MIV weiterhin nach deren Mund. Alle Milchbauernfamilien wissen das die Krise nicht vorbei ist. Und das schlimmste ist das DBV DRV und MIV alle Versuche boykottieren um keine nächste große Milchpreiskrise entstehen zu lassen. Es hat sich für die Milchbauernfamilien nichts verändert. Status quo. Alles wirtschaftliche Risiko tragen wir.

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  10. von Matthias Zahn · 10.
    ... müssen vorbereitet sein....

    Das ist also nun der neue Kommunikationstrend in der Milchwirtschaft. Jeder "Heini" spricht derzeit davon, dass man sich auf die nächste Krise vorbereiten müsse. Aber nie wird es konkret! Niemand sagt, was er damit eigentlich meint. Welche Schritte die nächsten sein müssen - DAMIT MAN VORBEREITET IST!!!! Moment-es gibt da schon welche die sich gedanken machen - BDM und MilchBoard! Aber die werden von allen Seiten nur belächelt und niedergeredet. Am Ende ist es nur Augenwischerei von IFCN, Bauernverband und Milchindustrie. Schön den Bauern vorgaukeln man tut etwas und am Ende heißt es dann wieder "Diese Krise war nicht vorhersehbar!". Aber noch schlimmer ist die Tatsache, dass auch die Milchbauern wieder zum Tagesgeschäft über gegangen sind und nichts tun um sich auf die nächste Krise vorzubereiten. Außer vielleicht noch ein bisschen mehr zu arbeiten. Das Marktverhalten wird sich erst ändern, wenn die Bauern ihr Verhalten am Markt ändern. Und deshalb ist nach der Krise (wenn man das angesichts der Interventionsmengen sagen kann) vor der Krise. Wie sagte Hemme: 40 ct sind möglich, nur wann weiß keiner! Herr Hemme lassen sie sich gesagt sein: Die nächste Krise ist möglich und das vielleicht noch bevor wir wieder bei 40 ct sind!

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  11. von Detmar Kleensang · 11.
    Na der ist gut…

    Wo hat der eigentlich seinen Doktor gemacht? Rechnen kann er jedenfalls nicht! Seine ganze „Berechnung“, dass die Milchpreiskrise beendet sei, beruht ganz offensichtlich allein auf dem Vergleich und Überwachen der monatlichen Milchauszahlungspreise. Um eine Branchenkrise zu beurteilen gehören aber noch einige andere Dinge dazu. Zum Beispiel: Wie viel Geld ist denn in der Krise vernichtet worden? Wie viele Schulden haben die Milchviehhalter machen müssen, um ihre Betriebe am kläglichen Leben zu halten? Sind diese Verluste und Schulden nun schon wieder ausgeglichen, nur weil der Auszahlungspreis aus dem Tief herausgekommen ist? Nein! Kein bisschen! Herr Hemme kann doch wohl nicht davon ausgehen, dass alleine die Preisschwankungen Aufschluss geben auf das Vorhandensein oder fehlen einer Krise? So blöd kann doch jemand mit einem Doktortitel wohl nicht sein, oder? Und was so der total verblödende Hinweis darauf, die Branche müsse sich für Preisschwankungen in der Zukunft aufstellen? Das haben wir längst getan, das machen wir schon seit Jahrhunderten! Es ist das Niveau der Preisschwankungen, welches die entscheidende Rolle spielt! Die Krise ist auf jeden Fall kein bisschen vorbei, solange das Preisniveau keinen Ausgleich der angehäuften Schuldenberge zulässt! Das würde Herr Hemme auch kapieren, wenn er ebenfalls in der Wirtschaft tätig wäre wie wir Bauern und sein Gehalt ebenso schwanken würde wie unseres. Nämlich von halber Kostendeckung seines Lebensunterhaltes bis auf maximal einige Cent darüber. Soll doch Herr Hemme alle paar Jahre zur Bank gehen und um neue Kredite betteln, um sein Leben weiterleben zu dürfen! Wenn er drei Monate im Jahr ein paar Euro verdienen und die übrige Zeit nur Verluste einstreichen würde, würde er dann in einer kurzen Gehaltserholung auch davon sprechen, dass die Krise für ihn vorbei wäre? Das möchte ich hören!

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  12. von Kirsten Wosnitza · 12.
    Daten?!?

    Die Informationen darüber wer am billigsten (nachhaltig???) Milch produzieren kann helfen vor allem den Abnehmern und Verarbieten dabei abzuschätzen, wie weit sie den Preis für die Erzeuger unten halten können ohne zu viel Rohstoff zu verlieren Welche andere Branche liefert sich mit ihren Daten freiwillig dermaßen ans Messer? Mit unternehmerischen Denken hat solch ein Verhalten jedenfalls nichts zu tun.

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  13. von Tobias Rausch · 13.
    Experten!?

    Wenn ich so etwas schon wieder höre, lächerlich! Erst wenn der letzte Acker als Baugebiet ausgewiesen, des letzte Grünland mit Bäumen bepflanzt und die letzte Kuh nach Gut Aiderbichl gegangen ist, werden die Menschen feststellen, das man ohne Bauern nicht sein kann! Tobias Rausch

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  14. von Gerd Uken · 14.
    Herr Hemme man soll doch den Preis michtvgöeochbscjlecjt

    Reden-die Krise ist noch nicht vorbei wir sind mitten drin oder wurde schon wieder so viel Geld verdientvum den Verlustcdervletzten 2 Jahre ausgleichen zu können?? Problem die nidrige Eiweissverwertung auf Grund des Pulverberges von 360.000 to Sie müssen uns nicht Sand in die Aufen streuen denn dies Preiserholung ist nur von kurzer Dauer. Nichts hat sich geändert wir sind immer noch dem freien Fall ausgeliefert

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  15. von Jan Peter · 15.

    Das IFCN verwechselt warscheinlich was. Sie vergleichen Ihr Monatseinkommen mit dem Jahreseinkommen unserer Milchviehbetriebe. Wird jetzt bei dem Milchpreis identisch sein. So dumme unqualifizierte Sprüche kann mann doch normalerweise als normal denkender Mensch garnicht raushauen.

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  16. von Oliver Schaub · 16.
    ENDE?

    Wer sagt das die Krise zu Ende ist? Bei den aktuellen Milchpreisrn kann man wahrlich NICHT sagen, daß die Milchpreiskrise zu Ende ist. Wann kommt es bei diesen Leuten, wie z.b. bei Herrn Dr. Hemme an, daß wir einen Milchpreis von 40 € cent brauchen? In keinem anderen Wirtschaftsbereich äußern sich so viele "Spezialisten" wie in der Landwirtschaft. Wir sollen uns auf den nächsten Tiefpunkt des Zykluses vorbereiten. Wie wäre es denn wenn solche Gesellschaften wie die IFCN, mal auf ihren Tagungen gute Lösungen zum Verhindern der nächsten Krise vorstellt. Denn dafür werdet ihr doch bezahlt, oder?!

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  17. von Steffen Hinrichs · 17.
    Die Milchkrise ist für die Betriebe noch nicht vorbei !

    Wann hatten wir den Preisübertreibungen ??? Wir brauchen in Deutschland mit unserer hohen Nachhaltigkeit doch auch mal einen kostendeckenden Milchpreis .

    Das meinen unsere Leser:
  18. von Michael Raffenberg · 18.

    Bei der nächsten Delle wird es noch viel schlimmer werden. weil der derzeitige Milchpreis es nicht zulässt Reserven aufzubauen!

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  19. von Gerd Schuette · 19.

    Die aktuellen Milchpreise sind nicht ausreichend um die Löcher, die die "sanfte Landung" gerissen hat, zu stopfen. Bei Deutschlands größter Molkerei haben 2016 über 9% der Mitgliedsbetriebe die Milchviehhaltung eingestellt. Noch so eine "Delle" und dies wird sich wiederholen.

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