Dürre2018: BDM nimmt Marktpartner in die Pflicht

trockener Mais In diesem Jahr gibt es durch die Trockenheit starke Ertragsverluste beim Grundfutter - der BDM fordert deshalb die Unterstützung der Marktpartner.
Bild: top agrar

Die Dürreverluste der Landwirte ziehen sich durch alle Bereiche der Landwirtschaft und sind teils erheblich. Öffentliche Mittel können das nicht ausgleichen, sagt der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und forderte Unterstützung von Molkereien und Handel.

„Warum aber spricht man über ein Maßnahmenbündel mit z.B. Steuerstundungen, Rentenbank-Krediten und Freigabe von ökologischen Vorrangflächen, von dem man weiß, dass es nicht in der Lage sein wird, die Situation der Landwirte deutlich zu verbessern und lässt gleichzeitig die Marktpartner der Bauern bei allen Überlegungen konsequent außen vor?“, kritisiert BDM-Vorsitzender Stefan Mann. „Die Milchviehbetriebe haben in wiederkehrenden Milchkrisen alle Reserven aufgebraucht, weil sie das marktwirtschaftliche Risiko ganz alleine tragen mussten, während die Milchverarbeiter sich weiter ihre Margen gezogen haben. Der Steuerzahler subventioniert mit den Direktzahlungen an die Landwirte letztlich den billigen Rohstoffeinkauf der milchverarbeitenden Unternehmen und damit deren internationale Wettbewerbsfähigkeit, denn kein Landwirt könnte ohne die Direktzahlungen seine Milch zu derartigen Billigpreisen abliefern. Es wird Zeit, dass diese Unternehmen, deren Rohstoffeinkauf so fürstlich subventioniert wird, endlich auch einmal Verantwortung übernehmen, wenn den Landwirten die Luft ausgeht. Man hat die Milchviehhalter am ausgestreckten Arm verhungern lassen, der Steuerzahler hat Geld draufgelegt – warum sollten jetzt nicht mal die Marktpartner ran?“

Die Lösung der Liquiditätsprobleme könne nach Ansicht des BDM nur über höhere Markterlöse erreicht werden. Alle finanziellen Hilfen aus öffentlicher Hand würden nur unzureichende Ergebnisse bringen. Der BDM fordere Bundesministerin Julia Klöckner und die Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder noch einmal auf, auf die Milchverarbeiter mit einer klaren Erwartungshaltung und entsprechenden Forderungen zuzugehen.

„Die Abnehmer in allen Bereichen der Landwirtschaft müssen in die Pflicht genommen werden, beim Handel und vor allem der verarbeitenden Industrie sofort deutlich höhere Verkaufspreise umzusetzen. Im Milchsektor müssen sich die Erwartungen einer zurückgehenden Milchanlieferung umgehend in Preisanhebungen wiederfinden“, fordert Stefan Mann. „Wer sich nicht in der Lage sieht, höhere Preise auszuhandeln, muss, um Preisanhebungen für die Lieferanten realisieren zu können, das tun, was sonst immer den Landwirten geraten wird: Rückstellungen auflösen, Investitionen verschieben und an anderer Stelle Kosten einsparen. Die Milchviehhalter haben - anders als die Milchverarbeiter - keine Reserven mehr.“ Auf europäischer Ebene müsse außerdem unbedingt die weitere Auslagerungen von Milchpulver aus der Intervention gestoppt werden, damit dadurch die Milchpreise nicht zusätzlich unter Druck geraten.

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerd Uken · 1.
    @Rössle

    Die Türken haben Schiffsmototor entwickelt der braucht anstelle Ad Blue Pferdeurin

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  2. von Rudolf Rößle · 2.
    Laufen

    in 20 Jahren Kamelkaravanen auf der A7? Die Spanier sind seit Jahren auf billige Schiffware angewiesen. Bin gespannt wie die Handelsströme sich diesen Winter verschieben.

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  3. von Renke Renken · 3.
    Herr Uken,

    das Problem ist, Landwirtschaft ist nicht mehr systemrelevant, wir können alles importieren , und das kostet weniger, als wenn es vor Ort produziert wird, deutsche Landwirte sind in einedr exportorientierten Wirtschaft eh nur lästig.

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  4. von Alfred Gmelch · 4.
    Das ist genau der richtige Ansatz....

    und nicht das rufen nach Steuergeldern (1,4 Mrd. €), wenn´s wieder mal brennt, so wie es der BV von der Politik fordert. Wir müssen wegkommen, von den ständigen Forderungen nach Subventionen. Liquiditätsleistungen vom Staat helfen gar nichts, wenn vorausgegangene Hilfsleistungen noch nicht zurückgezahlt werden konnten, weil alle Rücklagen aufgebraucht sind. Das führt insgesamt zu einem schleichenden Ruin für die Betriebe. Will das der BV? Unsere Marktpartner sind gefordert und in den Vorständen und Aufsichtsräten der Genossenschaften sitzen "Bauern", die daran arbeiten müssten, dass ein kostendeckender Erzeugerpreis am Markt erzielt werden müsste.

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  5. von Karl-Heinz Mohrmann · 5.

    DMK liegt voll im Dürregebiet. Nun hat die DMK die Chance für ihre Bauern zu kämpfen und beim Handel höhere Preise durchzusetzen. Nur so kann man sich verloren gegangenes Vertrauen wieder zurück erarbeiten

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  6. von Gerd Uken · 6.
    4.0

    Und Aldi senkt gerade den Butterpreis das ist nicht mehr zu überbieten- wenn Aldi tickt schicken wir die Milch nach China hieß es doch schon mal. Für die Bankenkriese hat man mal eben 15 Mrd.€ locker gemacht für unsere Krise die nicht wir zu verantworten haben lässt man uns im „Regen“ stehen. Wenn sich nicht grundlegend was ändert zwischen dem Erzeugerpreis und das was der LEH nimmt ist das eine bodenlose Unverschämtheit. Der Milchpreis muss sofort auf 38 Cent das wäre auch Aufgabe von Herrn Börger das für seine Mitglieder zu fördern aber da kann man sicher lange drauf warten und unsere LW Ministerin will erst noch mal abwarten....... Das ganze ist schon schlimm genug

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  7. von Matthias Zahn · 7.
    Milchkrise 4.0

    Die vierte Krise seit 2009 für die Milchbauern. An eine Steigerung der Milchpreise aus dem Markt heraus glaube ich vorerst nicht. Da liegt bei uns und in den USA (noch) zuviel auf Halde. Das muss erst mal weg. In einem übersättigten Markt führt auch eine Dürre nicht zu steigenden Milchpreisen...... Da müsste schon sehr viel Solidarität des Handels aufkommen, wenn hier höhere Preise umgesetzt werden sollten.

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