Emmi: Bonus für weniger Milch

Emmi zahlt einen Bonus an Milcherzeuger, die weniger produzieren.
Bild: Archiv

Der Schweizer Molkereikonzern Emmi zahlt Milcherzeugern, die im März und April weniger liefern, einen Bonus von 10 Rappen.
 
Emmi hat die Milcherzeuger in einem Schreiben über das System informiert. Der Konzern bezahlt einen Bonus von 10 Rappen pro Kilogramm geringerer Milchanlieferung gegenüber dem Vorjahresmonat:

  • Die Maßnahme ist befristet für die Monate März und April 2016 (2.3.-30.4.2016, 60 Tage).
  • Wurde die Produktion inzwischen aufgegeben, gibt es keine Entschädigung.
  • Maximal bezahlt Emmi eine Prämie auf 50% der Menge im Vorjahresmonat.
  • Die Massnahme hat keinen Einfluss auf die gewählte Segmentierung.

Als Grund für die Einfühurng des Sytems nennt Emmi die Schieflage des Milchmarktes. Entwicklungen, die international seit längerer Zeit zu beobachten waren, seien zunehmend auch in der Schweiz festzustellen. Seit November 2015 seien die Milchanlieferungen trotz tiefen B- und C-Milchpreisen auf Rekordniveau angestiegen. Gleichzeitig sei der Absatzmarkt in der Schweiz infolge Frankenstärke und steigendem Einkaufstourismus rückläufig. Zudem würden die Exporte aufgrund des internationalen Milchüberschusses stocken. Das führe zu Kapazitätsengpässen und Mehrkosten.
 
Die Branche fordere Maßnahmen und der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten (SMP) habe die Milchproduzenten aufgerufen, die Produktion um 3% zu drosseln. Emmi und alle ihre Lieferorganisationen verstehen nach eigener Aussage die Notwendigkeit und unterstützen den Aufruf des SMP mit einem Anreizsystem zur Mengenreduktion. Die Teilnahme ist freiwillig.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Alfred Gmelch · 1.
    Wie weit muss der Milchpreis bei uns noch fallen.........

    ....bis wir erkennen, dass wir eine Mengenregulierung nach dem Modell des BDM und EMB "auf EU Ebene" brauchen und gleichzeitig akzeptieren, dass wir mit den jetzigen Maßnahmen zur Stabilisierung des Milchmarktes nicht weiterkommen? Momentan machen wir nur Flickschusterei, die uns Milchbauern in keinster Weise nützt.

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  2. von Gerd Uken · 2.
    und die sind zwei Jahre

    vor uns anus der Quote ausgestiegen-doc h unsere haben daraus nichts dazugelernt.

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  3. von Kirsten Wosnitza · 3.
    Auch die Molkereiquote löst das Mengenproblem nicht

    Wie wenig eine Molkereiquote die Probleme der Milcherzeuger lösen kann müssen jetzt die Schweizer Berufskollegen schmerzvoll erfahren.

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