FrieslandCampina: 10 Cent Abzug für Mehrmilch

FrieslandCampina FrieslandCampina stärkt unter anderen den Weidegang.
Bild: Weide

Der niederländische Molkereikonzern FrieslandCampina will künftig das Milchmengenwachstum stärker an das Marktwachstum anpassen: Steigern die Mitglieder ihre Milchproduktion stärker als vereinbart, soll es 10 ct/kg Abzug für die Mehrmilch geben. Zudem setzt die Molkerei stärker auf wertschöpfungsstarke Milchströme.

FrieslandCampina gibt in einer Pressemitteilung bekannt, dass das Unternehmen seinen Kurs mit starker Fokussierung auf Nachhaltigkeit beschleunigt und weiter konkretisiert. So schlägt die Genossenschaft ihren Mitgliedern die Einführung eines zertifizierten Milchprodukte-Spitzensortiments mit besonderem Schwerpunkt für Tier, Naturschutz und Klima vor: Milchprodukte mit niedriger CO2-Äquivalenz und hohen Punktzahlen auf dem Gebiet von Tierwohl und Biodiversität. Darüber hinaus erfülle dieses Milchprodukte-Spitzensortiment alle Anforderungen auf dem Gebiet von Weidegang und der neuen Flächengebundenheitsnorm in den Niederlanden.

Außer dem Einsatz und der höheren Vergütung für nachhaltige und besondere Milchströme hätten die Milchviehhalter auch weiterhin noch Spielraum für Wachstum. Möglich sei ein Wachstum der Milchproduktion im Rahmen einer vorab getroffenen Wachstumsvereinbarung auf Basis des Marktwachstums. Für die Milchproduktion, die das Marktwachstum übersteige, gibt es einen Abzug.

Milchviehhalter, die sich für nachhaltige und besondere Milchströme einsetzen, sollen eine höhere Vergütung erhalten. Außerdem will FrieslandCampina seine jetzigen nachhaltigen und besonderen Milchströme noch weiter ausbauen. Die ersten Milchprodukte aus dem Spitzensortiment werden voraussichtlich 2019 im Supermarkt erhältlich sein, heißt es in der Mitteilung.

Hein Schumacher, CEO der Royal FrieslandCampina: „Durch die Beschleunigung unserer Nachhaltigkeitsanstrengungen stecken wir die Latte für Milchprodukte höher. Die Einführung unseres nachhaltigen Milchprodukte-Spitzensortiments ist ein deutliches Beispiel dafür. Hiermit konkretisieren wir unseren Zweck nourishing by nature. Immer bessere Ernährung für unsere Verbraucher und gute Einkünfte für unsere Milchviehhalter/-innen. Darum geht es jetzt und in Zukunft.“

Möglich ist ein Volumenwachstum der Milchproduktion im Rahmen einer vorab getroffenen Wachstumsvereinbarung auf Basis des Marktwachstums. Für die Milchproduktion, die das Marktwachstum übersteigt, gibt es einen Abzug vom Milchgeld in Höhe von 10 ct/kg. Damit werde die Auszahlung an die Milchviehhalter für die zusätzliche Milch stärker dem Marktwachstum für Basis-Molkereiprodukte angeglichen. Der FrieslandCampina-Garantiepreis bilde weiter die Grundlage des FrieslandCampina-Milchpreises.

Frans Keurentjes, Vorstandsvorsitzender der Molkereigenossenschaft FrieslandCampina: „Nachhaltige Milch lohnt sich, davon sind wir überzeugt. Als eine der führenden Molkereigenossenschaften der Welt fordern wir aus diesem Grund unsere Mitglieder auf, sich verstärkt für die Nachfrage nach nachhaltigeren und besonderen Milchströmen einzusetzen. Außer der höheren Vergütung für Nachhaltigkeit wollen wir auch ausgewogen und marktorientiert wachsen. Hiermit erhalten wir eine Genossenschaft, in der auch die nächste Generation von Milchviehhaltern und Milchviehhalterinnen eine Zukunft hat.“

In den nächsten Monaten wird FrieslandCampina die Vorschläge mit den Mitglied-Milchviehhaltern besprechen. Die Beschlussfassung wird im Laufe dieses Jahres stattfinden. Die Einführung ist für den 1. Januar 2019 vorgesehen.

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8 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Otto Müller · 1.
    Angst vor zukünftiger Vermarktungsschwäche?

    Die 10 Cent Strafe wird auf den gesamten Milchauszahlungspreis der anderen Milch umgelegt. Das schönt den Milchpreis, wenn´s mal nicht mehr so gut läuft. Hauptsache gute Statistik, oder?

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  2. von Tobias Rausch · 2.
    Bin Campina Mitglied

    Wir haben einen kleinen Milchviehbetrieb mit 45 Kühen plus Nachzucht. Im Moment liegt Campina ja ganz vorne mit dabei beim Preis. Wir müssten Anfang diesen Jahres einen Tankwächter einbauen, laut Campina Aussendienstmitarbeiter vom Handel auferzwungen. Kosten 3000€ und meine Tausendliterwanne die ich bei Übermengen genutzt habe kann ich nun nicht mehr nutzen, also darf ich jetzt auf kurz oder lang einen Neuen Tank einbauen. Warum muss mein Kollege von der Arla es nicht? Campina setzt die Latte hoch, ja toll und wir als Bauern dürfen die Latte hochklettern, in vorm durch mehr mehr Arbeit (Papierkram, Anträge ausfüllen). Leute ich sage euch, in den Regalen im Supermarkt steht immer noch Milch. Milch! Nicht mehr und nicht weniger! Wenn ich mir die Preise in den Regalen anschaue, müssten wir noch über 40 Cent bekommen. Komischer Weise sind wir die Wochen, ach was sage ich Monate nach Preiserhöhung in den Supermarktregalen mehr bekommen und wir sind die ersten die weniger bekommen, auch wenn der Handel noch läuft. Ich persönlich bin es leid immer noch ein drauf setzten zu müssen, damit die Molkereien und der Handel Geld verdienen. Für meinen Tankwächter bekomme ich keinen Zent mehr! Für die neuen Vlog Auflagen und den Ordner den ich immer Auszufüllen habe keinen Zent! Die von der Molkerei sagen immer, ja der Handel schreibt uns das vor sonst nehmen die nichts ab. Ja meine Güte dann sollen sie die Plörre aus'm Ausland kaufen und ich mach nen Streichelzoo auf. BMG ist Pleite, ich wüsste gerne warum, ist sie den Molkereien und Handel vielleicht ein Dorn im Auge gewesen, was wäre gewesen hätten sich immer mehr Bauern zusammen getan? Dann nehme ich Molkereien und dem Handel die Macht! So dann wünsche ich noch frohes Schaffen, ist ja schön Wetter und wir müssen für die Menschen Nahrung produzieren.

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  3. von Gerd Uken · 3.
    In den Niederlanden

    gibt es nochvgenügdnd Ställe die nur zu 60% ausgelastet sind und sollten die mal auf die Idee kommen auch noch ihr Jungvieh über die Grenze zu bringen wäre eine nochmalige Steigerung von 25% drin Alle Achtung - Milchland Nr.1 in der EU - da geht noch was Deshalb muss man sich nicht wundern das Schuhmacher jetzt auf die Bremse tritt bevor es endgültig zu spät ist um die Nenge zu steuern. Ob R F/C jetzt den richtigen Weg geht ALLEIN ist die andere Frage

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  4. von Forst Genossenschaft Hardegsen · 4.
    Die Molkereiquote kommt - Bauern passt auf!!!

    Nach der Berglandmilch kommt nun FrieslandCampina mit Strafabgaben auf Mehrmilch. Wenn das aber am Ende die Branchenlösung sein soll, von der die Politik immer redet, dann "Gute Nacht". Weiterhin ist diese Tendenz eine völlige Bankrotterklärung an die Ziele des DBV, der im Namen der Bauern seinerzeit in Bamberg die Quotenabschaffung ohne Gegenleistung gefordert hat. Den Bauern wurden die Quoten entwertet und nun muß man an die Molkerei zahlen? In der Nachbetrachtung mehr als ein Bärendienst und Vernichtung von Bauernkapital! Einsicht? Fehlanzeige! Als Steuerungsinstrument für den Markt, bzw. zur Verhinderung von Krisen werden Molkereiquoten auch nicht taugen, weil Molkereiquoten lediglich immer eine Insellösung eines Unternehmens darstellen. Die auch immer wieder ins Gespräch gebrachten A/B oder A/B/C Preis-Modelle sind aus Sicht der Milcherzeuger zur Krisenvorbeugung genau so ungeeignet, wenn man sich die miserablen Auswirkungen auf die Milchpreise in der Schweiz anschaut. Dort ist aktuell Dauerkrise.

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  5. von Gerd Uken · 5.
    Komisch ist nur

    Wenn man googelt in 2015 hieß es bei R F/C noch wir werden sämtliche Milch verarbeiten. Dann kamen aber ganz plötzlich 15% mehr Milch zum Jahreswechsel und man musste sich andere Verarbeitungskapazitäten suchen.... CEO Schuhmacher hat wohl jetzt seine Hausaufgaben gemacht - weniger ist dann mehr Wert! Da R F/C der größte Verarbeiter ist wird das sicher Auswirkungen haben. Eines hat er erreicht man diskutiert jetzt schon mal kontrovers in den Foren

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  6. von Gerd Uken · 6.
    Klar eine Molkereiquote

    Das der Gegenpol zu A Ware mit Albert Hein und deren duurzamheit. Das gibt sicher noch heftige Diskussionen bei all denen die gebaut, P Quote gekauft haben .

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  7. von Steffen Hinrichs · 7.
    Respekt !

    Endlich eine Genossenschaft die weiterdenkt ! Nachhaltigkeit läßt sich nur durch kostendeckende Preise erreichen und kostendeckende Preise manchmal nur durch Angebotsbegrenzung .

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  8. von Matthias Zahn · 8.
    Na da schau an....

    die Quotenkosten sind wieder da..... Aber viele Bauern wollen das ja so. Überproduktion kostet uns immer mehr, als im voraus einfach weniger zu produzieren.

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