Guhl: Im Herbst sind 40 Cent + x möglich

Milch Board Die MEG Milch Board erwartet steigende Milchpreise.
Bild: Werkbild

Der Vorsitzende der Milcherzeugergemeinschaft Milch Board, Peter Guhl, rechnet in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Milchpreisen. Im Herbst seien Preise über der 40 Cent-Marke realisierbar, schreibt er in einer Mitteilung.

Dennoch ist Guhl unzufrieden: „Wir sehen aktuell sehr positive Entwicklungen am Milchmarkt, die sich aus unserer Sicht nicht zufriedenstellend auf die Milchpreisentwicklung auswirken. Rohmilch ist ein zunehmend knappes Gut. Deutlich wird dies aber nur in Regionen mit funktionierendem Wettbewerb.“ Als Beispiele nennt er Sachsen und Thüringen. Private Großmolkereien würden dort seit Monaten um die Gunst der Milcherzeuger buhlen und dafür überdurchschnittliche Milchpreise bezahlen. Wo hingegen die Milch in „festen Händen“ sei, falle die Preisdynamik trotz ähnlicher Verwertungen gedämpft aus.

Für Guhl sagt dies einiges aus: „Von den Molkereien - egal ob genossenschaftlich oder privat - sind keine Preisgeschenke zu erwarten. Wir Milcherzeuger müssen für gute Milchpreise in den Preis- und Vertragsverhandlungen kämpfen.“

Bisher sei dies schwierig gewesen, weil die Organisation der Milcherzeuger am Milchmarkt nicht vorhanden oder erst im Aufbau war. Dies habe sich mittlerweile geändert. Mit der Bayern MeG und ihren 4,5 Mrd. kg Milch hat sich für Guhl eine neue, ernstzunehmende Größe gebildet, die er in die Pflicht nimmt: „Die Bayern MeG tritt bisher vor allem als Dienstleister für ihre Mitglieder auf und weniger als Vermarkter. Ich glaube an das Potential der Bayern MeG. Es ist Zeit, dass sie sich ihrer Stärke bewusst wird und sich aktiv am Milchmarkt einschaltet. Die Größe dafür hat sie.“

Der aktuelle Milch-Marker-Index (MMI) für April 2017 liegt mit 101 Indexpunkten jetzt auf dem Niveau von 2011. Bei Milcherzeugungskosten von durchschnittlich 42,00 Cent pro Kilogramm und seit Januar um 0,11 Cent nur leicht erhöhten Milchauszahlungspreisen liegt die Preis-Kosten-Ratio bei 0,81 und die Unterdeckung der Milcherzeugungskosten bei weiterhin fast 20 Prozent. Während sich die Milcherzeugungskosten in den Regionen Nord und Süd im letzten Vierteljahr kaum veränderten, stiegen sie im Osten vor allem durch einen größeren Futterzukauf und geringere Rindererlöse bereits um 1,5 Cent je Kilogramm Milch wieder an. Die Milchauszahlungspreise lagen im April 2017 im Norden mit 33,26 und in der Region Ost bei 33,91 Cent pro Kilogramm, nur in der Region Süd stiegen die Auszahlungspreise im zurückliegenden Vierteljahr um 0,4 Cent auf 34,57 Cent überhaupt nennenswert an.

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerd Schuette · 1.

    Der Markt für Milchprodukte ist recht unelastisch. Bereits kleine Mengenänderungen führen zu größeren Preisänderungen. Also ganz im Gegensatz zu den Statements in denen gesagt wurde: "Der Weltmarkt saugt alles auf."

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  2. von Willy Toft · 2.
    Da brauch sich Keiner in Sicherheit wiegen............

    Der Markt ist knallhart, sobald Signale kommen, dass zuviel da ist, geht es ganz schnell in die andere Richtung! Lieferbeziehungen und Bedingungen stehen immer noch auf dem Prüfstand, Sicherheit gibt es nirgends. Wir Milcherzeuger müssen stets wie Unternehmer agieren, dann müssten solche langen Durststrecken gar nicht erst entstehen!

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  3. von Reinhard Matzat · 3.
    Finanzielles Puffer schaffen.

    sollte es wirklich 40Cent geben wird das wieder einen Bauboom auslösen und die nächste "Krise" kommt wie das Armen in der Kirche..... bleibt nur zu hoffen das die Pachtpreise nicht noch weiter kaputt gemacht werden....

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  4. von Eibo Eiben · 4.
    Guhl ...

    ... ja (13.07.2017) ... - solange Kühe verkauft werden müssen, um den "Bezahlungsdruck" abwenden zu können, solange bleiben die Milchprodukte "knapp"; wie gesagt, auf irgendeine Weise MÜSSEN! die Konten der Milchbauern ja ausgeglichen werden ...

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  5. von Erwin Schneiderbauer · 5.
    Herr Guhl!!

    Haben Sie Ihre Aussagen mit der Bayern MEG abgestimmt?? Wäre was für Sie, Herr Liste, das zu hinterfragen!

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