Landvolk gibt Ausblick auf Milchmarkt

Albert to Brinke vom Landvolk Niedersachsen äußert sich zur Entwicklung auf dem Milchmarkt.
Bild: Archiv

Die deutschen Milcherzeuger sollten den Markt jetzt genau beobachten. Denn aktuell stoppt der Aufwärtstrend bei einigen Produktpreisen. Die Milchanlieferungen liegen trotz eines saisonal üblichen Rückganges über dem Vorjahresniveau. Aufgrund der Preiskrise reduzierten die Milchviehhalter im Vergleichszeitraum 2016 die Anlieferung deutlich. Aktuell liegt sie über dem Vorjahresniveau, aber deutlich unter der Erzeugung 2015, schreibt das Landvolk Niederachsen.
 
„Unsere Milchviehhalter müssen diese Entwicklungen sehr genau im Auge behalten und bei ihren Managemententscheidungen berücksichtigen. Es ist zu erkennen, dass die deutschen Molkereiunternehmen sich im Moment anstrengen und höhere Preise auszahlen“, sagt Landvolkvizepräsident Albert Schulte to Brinke.
 
Die niederländische Rabobank vergleicht regelmäßig das Auszahlungsniveau wichtiger europäischer Milchverarbeitungsunternehmen. Nach ihrer Aufstellung haben sich die deutschen Molkereien vom EU-Durchschnitt mit 36,03 Cent je Kilogramm für August nach oben abgehoben. Deutschlands größte Molkerei Deutsches Milchkontor (DMK) zahlte ihren Lieferanten im August 37,86 ct/kg. Lediglich die italienische Granarolo-Molkerei liegt mit 40,71 ct/kg höher. 

Auf der Nachfrageseite dagegen führte das höhere Preisniveau bei Butter und Streichfetten zu einigen Verschiebungen. Nach Daten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn reduzierten die deutschen Verbraucher von Januar bis August die Butterkäufe um 8,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Nachfrage nach Biobutter (+11 %) und Streichmischfetten (+30 %) nahm deutlich zu. Die Ursache dafür sehen die Marktbeobachter vor allem in dem Wunsch nach Convenience – die Mischfette sind streichfähiger und werden in wiederverschließbaren Bechern angeboten – oder einer bestimmten Erzeugung wie Bio. Große Einkäufer beobachten den Markt sehr genau. Sie halten sich mit Blick auf die etwas gesunkenen Preise bei langfristigen Bestellungen zurück.
 

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13 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Eibo Eiben · 1.
    @Hendrik H. (zum 2. -> Korrektur)

    ... sorry, ich habe nur die erste Zeile wahrgenommen; Du meinst ja Berufskollegen ... - ... im "Eifer des Gefechtes" ist mir dann noch ein Fehler unterlaufen -> 1,2 Mill. Liefermenge (10000 ltr. pro Kuh) brachten natürlich gut 10.000€ "Drosselprämie" -

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  2. von Karl-Heinz Mohrmann · 2.

    Für die nächste Krise gibt es für DBV DRV und MIV und die CDU keine AUSREDEN.

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  3. von Karl-Heinz Mohrmann · 3.

    Die nächste Krise wird kommen. Und das Landvolk Niedersachsen hat einen sehr bedeutenden Anteil daran. Und das absolut gewollt.

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  4. von Eibo Eiben · 4.
    @Hendrik H. ...

    ... in 2015 und 2016 hatten wir einen Milchkrieg (ich habe diese Krise vor 1 1/2 Jahren auch so dargestellt!) David gegen Goliath - was unter dem "Strich" dabei rausgekommen ist, zeigen "Aufgaben" vor allem in Ost - D! - ... wenn eine Kuh in der Spitze der Krise 100 € Verlust (Geldrechnung/Liquidität -> Verlust + Entnahmen) je MONAT induzierte, dann ist es also nicht immer richtig, auf das "Gaspedal" zu drücken, und nicht 5 Kühe weniger, nein 30 Kühe mehr zu versorgen! - ... und die beiden "Drosselprogramme" haben das Gas geben ja auch nicht gefördert ... (ein Betrieb mit 120 Kühen bekam allein für das dt. Drosselprogramm 10.000 € (1 Mill. Jahresliefermenge mal 0,88 ct/kg) - ... im Grunde müsste schon jetzt ein 3. Drosselprogramm "geschaltet" werden, damit die "Hendrik`s in der Minderheit bleiben - ... der momentane "Preisverfall" an der EEX und die hohen Lagerbestände MMP wären auch "aus der Welt" ... -

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  5. von Matthias Zahn · 5.
    Schwierige Wortwahl

    Wie macht man den Bauern klar, das sie nicht mehr melken sollen, ohne sagen zu dürfen, dass sie nicht mehr melken sollen.....!?!?! Der Bauernverband scheitert an seiner eigenen Milchpolitik! Ein Irrweg der immer offensichtlicher wird...... und die Höfe sterben in der Zeit weiter.

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  6. von Heinrich-Bernhard Münzebrock · 6.
    Phosphorwerte

    Nur ganz nebenbei: Die Problematik der steigenden Milchmenge durch mehr Kühe wird sich in den nächsten Jahren relativieren!!! - Die Phosphorbremse wird ihre Wirkung nicht verfehlen. Wer die Grenzwerte, als Milchviehbetrieb und auch Bullenmäster, einhalten will muss in Zukunft wesentlich mehr Güllenachweis vorweisen als am Anfang des Jahres . Für 150 Kühe plus Nachzucht sind min 250 ha. Güllenachweisfläche notwendig. Wenn man sich als Großviehhalter mit der neuen Düngeverordnung beschäftigt, bekommt man graue Haare!!

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  7. von Gerd Uken · 7.
    Im 12 monatsdurchschnitt liegt

    Der Auszahlungspreis immerhin noch 2 Cent unter R F/C ohne deren Nachzahlung. Also was will er uns denn nun eigentlich sagen - weitermachen wie bisher oder lautet die Botschaft seht her unser Leuchtturm ist auf dem richtigen Weg und zieht die Kündigung zurück?! Das A Ware jetzt schon deutlich drüber liegt verschweigt er ganz bewusst, denn die sind ja nicht beim LTO Vergleich dabei.

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  8. von Hendrik Hueske · 8.

    "Wer jetzt nicht Vollgas gibt und statt 5 Kühe weniger 30 Kühe mehr melkt um die Verluste reinzuholen ist zu blöd." Diese Aussage muss sich unser Tierarzt von einigen Amokmelkern anhören. Soviel zum Ausblick.

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  9. von Erwin Schneiderbauer · 9.
    Da redet jemand über Ausblick, der keinen Durchblick hat!

    Wenn die Menge steigt geht alles den Bach runter, und zwar mit einer Sturzflut

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  10. von Albert Maier · 10.
    Und...

    ...wo ist der Ausblick???

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  11. von Renke Renken · 11.
    Was meinen Sie, Herr Schulte to Brinke,

    was die Bauern bei ihren Managemententscheidungen berücksichtigen - jeder sieht sein eigenes Unternehmen, das ist die Managemententscheidung! Milchmarktpolitik beim Landvolk auf ganzer Linie versagt

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  12. von Steffen Hinrichs · 12.
    Niedersachsen verzeichnet momentan Rekordmengen und liegt über die Anlieferung von 2015

    Herr to Brinke hat seine Bauern wohl nicht im Griff ! Den auch die Reduzierung in 2016 ist den staatlichen Eingreifen mit dem Reduzierungsprogramm zu verdanken . Jetzt auf die Vernunft der Bauern zu setzen und keine Sicherheitsmaßnahmen mehr zu haben ,ist doch schon etwas blauäugig !

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  13. von Gerd Uken · 13.
    Herr Schulte to Brinke sollte

    Nicht einen Monat im Milchpreisvergleich heranziehen sondern den Durchschnitt der letzten 12 Monate. Gibt er jetzt eine Warnung heraus die Menge nicht weiter zu erhöhen?? Das wäre ja ganz neue Töne von einem Landvolkmann

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