Milch-Kritik-Rundumschlag von Schaber

Romuald Schaber
Bild: Archiv

Kommission, Politik, Molkereien: In einer aktuellen Mitteilung des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter bekommen alle ihr Fett weg.

Romuald Schaber, Vorsitzender des BDM und des European Milk Board EMB erklärt: „Die erneute Initiative aus Frankreich, nicht nur mit konjunkturellen, sondern auch mit strukturellen Maßnahmen der Milchkrise zu begegnen, ist sehr zu begrüßen.“ Der Vorschlag aus Frankreich enthält unter anderem ein Bonussystem für geringere Milchanliefeurngen (top agrar berichtete) Aus Sicht des BDM wird ein derartiges Instrument aber nur dann die gewünschten Effekte zeigen, wenn gleichzeitig auf europäischer Ebene die Möglichkeit geschaffen wird, in dieser Zeit die EU-Milchanlieferung auch zeitlich befristet zu deckeln. Dazu Romuald Schaber: „Der Vorschlag des französischen Ministers ist gut, hilft dem Milchmarkt strukturell aber nur dann, wenn man auch den nächsten Schritt macht. Was bringt es, einem Teil der Milchviehhalter einen Bonus für die Reduzierung ihrer Milchanlieferung zu bezahlen, wenn man dem anderen Teil freistellt,  die Milchanlieferung in der Krise weiter auszuweiten?“
 
„Nicht zielführend sind Lösungen, die sich auf nationale Ebene oder nur auf Ebene einzelner Molkereiunternehmen beschränken“, so Schaber weiter. „Das alles bleiben Insellösungen, die nicht die notwendige Marktwirkung bringen, solange es folgenlos bleibt, dass andere ihre Produktion weiter ausweiten. Auch sogenannte Mehrpreissysteme, die viele Molkereien jetzt unter dem Mäntelchen der Krisenbewältigung aus dem Hut zaubern, haben unter diesem Aspekt bereits ihr Versagen bewiesen. Belege dafür gibt es in unseren Nachbarländern mit der Molkerei Sodiaal in Frankreich und den großen Molkereien in der Schweiz genug.“

Mit Blick auf die finanzielle Situation vieler Betriebe werde die Notwendigkeit weiterer politischer Hilfsprogramme immer drängender. Forderungen nach Liquiditätshilfen in Form von Einmalzahlungen würden zwar punktuell helfen, seien aber ungeeignet, eine schnelle Marktumkehr und damit steigende Milchpreise herbeizuführen. Mit solchen Forderungen, wie sie beispielsweise der sächsische Landesbauernverband stellt, lenke man nur von tatsächlich notwendigen Maßnahmen ab.

Auch die von Sachsen-Anhalts Agrarminister Dr. Hermann Onko Aeikens befeuerte Diskussion über die Vertragsgestaltung zwischen Molkereien und Milcherzeugern diene in der aktuellen Situation mehr der Ablenkung als der Bekämpfung der eigentlichen Ursachen der Krise und bringe damit wenig für eine schnelle Marktumkehr. „Selbstverständlich herrscht hinsichtlich der Marktstellung der Milcherzeuger ein dringender Handlungsbedarf – das wurde schon im Zwischenbericht zur Sektoruntersuchung Milch des Bundeskartellamts im Dezember 2009 festgestellt“,  hält Schaber fest. Aktuell helfe aber nur eine auf EU-Ebene organisierte Maßnahme, die in der Lage sei, das von der EU-Kommission bestätigte Übermengenproblem von 2 -3 % der EU-Milchmenge schnell zu beseitigen.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Eibo Eiben · 1.
    Romuald Schaber ...

    ... "draufhauen" - man trifft immer den Richtigen! - bei 25 ct/kg (damals in den 60`er Jahren kam man damit aus!) -> aber doch nicht jetzt und vor allem in Deutschland - ist das die richtige Gangart! So verhält sich Romuald Schaber mit seinen "kämpferischen" Aussagen genau "hart" am Wind, wie der Segler auch sagt - ... das Schlimme ist ja, das die desolate Situation so hingenommen wird - die EU ist als großer Exporteur mitverantwortlich für das Überangebot an Milch, und so muss sie auch "Flagge" zeigen und etwas dagegen tun - sie hat im Grunde die "Pinne" in der Hand und sie muss das Schiff wieder auf "Kurs" bringen - ... sonst "geht" die Sache nach hinten los - ... die Anzahl der Kühe ist zur Zeit ein Verlust-Multiplikator! je mehr ein Betrieb hat, je höher der Verlust, ... und obendrein noch "GAS" geben, das bringt noch mehr Verlust - konkret -> ein Durchschnittsbetrieb in SH (120 Kühe) macht z. Zt. 55.000 € Verlust und zusätzliche 55.000 € fehlen für Haushalt + Investitionen! ...

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  2. von Gerd Uken · 2.
    Wir können das alles nachvollziehen

    nur Hogan, Schmidt u.auch der MIV haben überhaupt kein Interesse daran uns Landwirten in irgendeiner Form zu helfen. Das ist halt der Freie Markt dem sollten wir uns stellen begleitet von einem Softlanding- wir die wir in einer Gunstregion leben würden da achon mit klar kommen und ausserdem fallen ja die Quotenkostennqeg......was wollt ihr denn Alles wird gut-dauert halt mind. bis Mitte 2017 so die Banker!

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  3. von Hermann-Josef Schaller · 3.
    Schaber und Kassandra

    Schaber kann sich abmühen soviel er will,scheinbar lastet auf ihm der selbe Fluch wie auf der trojanischen Seherin Kassandra ,welcher bewirkte daß niemand ihren Weisagungen Glauben schenkte. Auf ihre eindringlichen Warnungen hin.das Pferd der Griechen nicht in die Stadt zu bringen reagierten die Trojaner mit Ablehnung und stellten sie als "Spielverderberin " hin . Die Folgen davon sind nach über 3000 Jahren immer noch bekannt!!!!

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