Nachhaltigkeits-Modul Milch gestartet

Förderbescheid Peter Bleser übergibt den Förderbescheid auf dem Berliner Milchforum.
Bild: Tanja Schnitzler
Die Pilotphase des „Nachhaltigkeitsmoduls Milch“ ist offiziell gestartet: Beim 8. Berliner Milchforum überreichte Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär des BMEL, den Förderbescheid an die Projektpartner. Das dreijährige Pilotprojekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit insgesamt 770.000 Euro unterstützt. Projektpartner sind das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, der QM-Milch e.V. mit den Trägerverbänden Deutscher Bauernverband, Deutscher Raiffeisenverband und Milchindustrie-Verband sowie das Projektbüro Land und Markt. Des Weiteren ist der Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen eingebunden. Praxispartner sind bundesweit 34 Molkereien.

Bernhard Krüsken, DBV-Generalsekretär und Vorstandsvorsitzender des QM-Milch e.V. begrüßt, dass das Nachhaltigkeitsmodul Milch nun in der Praxis zur Anwendung kommt. „Es ist gelungen, ein Modul zu entwickeln, mit dem wir den wachsenden Ansprüchen von Marktpartnern und Gesellschaft begegnen können. Mit diesem Vorhaben kann es ferner gelingen, einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit im deutschen Milchsektor zu erzielen und eine höhere Wertschöpfung zu generieren.“

Eine nachhaltige und verantwortungsvolle Wirtschaftsweise hat bei der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln national und international eine wachsende Bedeutung, berichten die Projektpartner in einer Mitteilung. Vor diesem Hintergrund hat das Thünen-Institut zusammen mit dem QM-Milch e.V. und weiteren Akteuren der Milchwirtschaft in einem intensiven Dialogprozess das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ erarbeitet. Das Konzept umfasst aktuell einen breiten Katalog mit Indikatoren und Kriterien aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Tierwohl und Soziales. Für die Kriterien liegen Bewertungsansätze vor. Zur Erhebung der entsprechenden Daten in milcherzeugenden Betrieben wurde ein Fragebogen konzipiert. Eine EDV-Lösung zur technischen Unterstützung der Befragungen bei den Milcherzeugern wird zurzeit vom Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen entwickelt.

Aus Sicht von Dr. Hiltrud Nieberg, Leiterin des Thünen-Instituts für Betriebswirtschaft und des Projekts, stellt das vorliegende Konzept ein Basistool für eine breite Abbildung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Milcherzeugung dar. „Die Pilotphase ist der Auftakt für einen kontinuierlichen Lern- und Entwicklungsprozess. Zu den Herausforderungen gehört, dass wir wissenschaftliche Anforderungen einerseits und Praktikabilität für die Milcherzeuger und Molkereien andererseits erfolgreich zusammenbringen.“

In der dreijährigen Pilotphase werden bundesweit 34 Molkereien das Nachhaltigkeitsmodul Milch unternehmensindividuell anwenden und hinsichtlich seiner Praktikabilität und Akzeptanz auf allen Stufen der Wertschöpfungskette überprüfen. Aufgrund der Erfahrungen und Ergebnisse der Projektarbeiten wird das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ schrittweise weiterentwickelt, so dass eine Branchenlösung entsteht.
Welchen Nutzen hat das Nachhaltigkeitsmodul Milch?

Die angestrebte breite Umsetzung des Konzepts trägt den steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an eine nachhaltige und tiergerechte Land- und Ernährungswirtschaft in Deutschland Rechnung und kann damit zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Die im Projektverlauf zu erhebenden Daten ermöglichen den milchwirtschaftlichen Unternehmen und Verbänden zukünftig eine faktenbasierte Kommunikation gegenüber Marktpartnern und Gesellschaft, wo die Milcherzeugung in Bezug auf bestimmte Nachhaltigkeitsaspekte und eine nachhaltige Entwicklung steht.

Nachhaltigkeit und Tierwohl sind in der Öffentlichkeit sowie bei Kunden der Molkereien zentrale Themen. Deshalb begrüßen der Milchindustrie-Verband und der Deutsche Raiffeisenverband die Förderung des „Nachhaltigkeitsmoduls Milch“ durch das BMEL sehr. „Das Pilotprojekt bietet die Chance, den Nachhaltigkeitsprozess auf landwirtschaftlicher Ebene praxisnah umzusetzen“, führt Peter Stahl, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes, aus.

Das interessiert Sie bestimmt auch:

6 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Bernhard Zehle · 1.
    @albert Meier

    Ein Schelm, wer böses denkt :-)

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Steffen Hinrichs · 2.
    Warum werden nicht alle Milchbauern mit ihren Verbänden da vertreten ?

    BDM und ABL haben auch bestimmt großes Interesse da mitzuwirken ,denn Nachhaltigkeit steht bei ihnen auch vornean .

    Das meinen unsere Leser:
  3. von Gerd Uken · 3.
    Mehr als Kopfschütteln

    Fällt mir nicht mehr ein Bei 100 Molkereien bundesweit was soll das Ganze dann???

    Das meinen unsere Leser:
  4. von Karl-Heinz Mohrmann · 4.

    Was soll das für ein modul sein? Sollen alle Milcherzeuger jetzt dem DBV MIV und DRV alle betriebsindividuellen Finanzen tiere Fütterung und Bauanlagen offen legen? Ich nicht

    Das meinen unsere Leser:
  5. von Albert Maier · 5.
    Durchbruch

    Endlich ist der Durchbruch gelungen, die Wertschöpfung der Milchproduktion wird nachhaltig gesteigert. Im Kriterienkatalog ist enthalten, das dauerhaftes Verlustgeschäft nicht nachhaltig ist. Daher dürften die Milchpreise nach Einführung des Nachhalitigkeitsmoduls nicht mehr unter 41,39 cent je Kilo sinken!!!

    Das meinen unsere Leser:
  6. von Willy Toft · 6.
    Bei Nachhaltigkeit und Tierwohl sind alle Betriebe dran, das den "Kunden" zu vermitteln, ......

    ist eine herausfordernde Aufgabe! Nur wenn wir genug für unsere Milch bekommen, können wir auch weiter in die Richtung arbeiten!

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren