Schmal: Neues Denken und Handeln im Milchmarkt endlich umsetzen!

Schmal Karsten Schmal fordert, dass die Branche endlich neue Dinge auf dem Milchmarkt umsetzt.
Bild: Archiv

Zuspruch zum Milchbericht (siehe Meldung) des Bundeslandwirtschaftsministerium kommt vom Milchbauernpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal: „Nach der Krise ist vor der Krise. Deshalb müssen wir jetzt die erkannten strukturellen Defizite angehen. Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt hat in den vergangenen Strukturgesprächen und auch beim heutigen Milchgipfel mit den Vertretern des deutschen Milchsektors eine korrekte Beschreibung der Herausforderungen vorgenommen. Nun gilt es, diese auch anzugehen.“ 

Aktuell sei die Marktlage für die Milchbauern erheblich besser als in den vergangenen beiden Jahren. Derzeit liegen die Auszahlungspreise für die Milchbauern bei 33 Cent je Kilogramm Milch, im Juni 2016 waren es noch 23 Cent, schreibt der DBV. „Auf der Markterholung darf sich die Milchbranche jedoch nicht ausruhen, vielmehr müssen die festgestellten Probleme entschlossener als bisher angegangen werden“, forderte der Milchbauernpräsident auf dem Milchgipfel. „Etliche Diskussionen drehen sich gebetsmühlenhaft um antiquierte marktpolitische Instrumente einer vergangenen Agrarpolitik. So kann sich eine Branche mit dem Anspruch, leistungsfähig und innovativ zu sein, nicht für die Zukunft aufstellen.“
 
Schmal führte dem genossenschaftlich geprägten deutschen Milchsektor die Notwendigkeit struktureller Weiterentwicklung erneut deutlich vor Augen. Brachliegende Wertschöpfungspotentiale auf heimischen und Drittlands-Märkten müssten entschiedener angegangen werden. Die anstehende Übernahme der ehemals größten süddeutschen Genossenschaft Omira durch den französischen Privatkonzern Lactalis sei mehr als ein Weckruf für die deutschen Genossenschaften.
 
Schmal forderte auf dem Milchgipfel, die Lieferbeziehungen zwischen Milchbauern und Molkereien endlich neu auszurichten, sodass die Stellung und Verantwortung der Milchbauern gestärkt werde. Den gesetzlichen Rahmen dafür könnte die auf europäischer Ebene augenblicklich diskutierte Überarbeitung der Gemeinsamen Marktorganisation setzen, um eine Modernisierung der Preisgestaltung zu unterstützen. „Dies wäre ein wichtiger Schritt zur marktgerechten und modernen Gestaltung der Lieferbedingungen zwischen Molkereien und Landwirten“. Auch in der Etablierung eines anerkannten Branchenverbandes sieht Schmal eine Chance für den deutschen Milchsektor, um zum Beispiel die Absatzförderung, die Standards gegenüber einem verhandlungsstarken Lebensmitteleinzelhandel oder die Umsetzung von Instrumenten zum Umgang mit künftigen Preiskrisen zu diskutieren.

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Matthias Zahn · 1.
    Immer noch einschläfernd!

    Diese PM ist nicht besser als die letzte. Nichts als Ankündigungen und allgemeines bla bla. Die angesprochenen strukturellen Probleme gab es schon vor dem Quotenausstieg und jedem halbwegs intelligenten Menschen war klar, dass der Ausstieg uns schwer auf die Füße fällt. Aber MIV und DBV hielten es ja nicht für nötig einen Plan B zu haben. Aber jetzt große Töne schwingen. Die sollen mal mehr Handeln und weniger ankündigen.....

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  2. von Eibo Eiben · 2.
    Schmal ...

    ... aus meiner Sicht alles viel zu "schwammig"; die Dinge beim "Namen" nennen; Drosselprogramme und "Bremsung" von Liefersteigungen jenseits meinetwegen von 10% p.a., das wären doch wohl "geeignete" Maßnahmen - ... sie führen zu weniger Angebot und sich erholenden Erlösen ... - das was war, (2 Krisenjahre mit Erlösen von unter 30 ct/kg -> 10 bis 15 ct/kg "Unterdeckung"), sollte doch in Zukunft vermieden werden können ...

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