Schmal verärgert über Glyphosatverbot von Goldsteig

Goldsteig-Molkerei Goldsteig-Molkerei
Bild: www.goldsteig.de

„Das Verbot des Wirkstoffes Glyphosat bei der Futtermittelerzeugung durch die Molkerei Goldsteig ist ein Paradebeispiel für die ungleichen Kräfteverhältnisse in der Lebensmittelkette.“ Das sagte DBV-Milchpräsident Karsten Schmal am Dienstag auf die Mitteilung der Molkerei Goldsteig,  seinen Genossen den Einsatz von Glyphosat bei der Erzeugung von Eigenfuttermitteln zu verbieten.

Hintergrund war die Anweisung von ALDI Nord und ALDI SÜD kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, gegenüber Molkereien und Schlachthäusern einen Verzicht auf Glyphosat einzufordern. „Nur wenige Stunden später sprang mit Goldsteig eine für den gesamten deutschen Markt bedeutsame Genossenschaftsmolkerei über dieses Stöckchen und untersagte den Glyphosat-Gebrauch“, kritisiert Schmal.

Standardsetzung durch die Marktpartner ist seiner Meinung nach zwar ein wichtiges Instrument, um Wertschöpfung zu sichern und sich im Markt zu behaupten. Langfristig erfolgreich könne sie aber nur sein, wenn sie auf Augenhöhe vereinbart wird und ein Mehrwert für alle Beteiligten, also auch für die Milchbauern, gewährleistet ist. Im vorliegenden Fall habe man nichts dergleichen berücksichtigt.

„Es ist davon auszugehen, dass sich nun andere Molkereien zu einer ähnlichen Vorgehensweise berufen fühlen. Die regional kleinen Molkereistrukturen in Deutschland werden uns jedoch vor die Füße fallen, wenn wir es im deutschen Milchsektor nicht schaffen, eine gemeinsame Strategie bei der Standardsetzung zu verfolgen“, so Schmal weiter.

Mit der Anbindehaltung, der tierärztlichen Bestandsbetreuung oder dem Schlagwort Massentierhaltung stünden genug Themen auf der Agenda, über die sich einzelne Regionen Deutschlands zwar kurzfristig profilieren könnten, die deutschen Milchbauern in Gänze jedoch unter wirtschaftlichen Druck setzen und somit den Strukturwandel beschleunigen.

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11 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schneiderbauer · 1.
    Als Gott das Hirn verteilt hat, war Herr Schmal wohl krank!

    Ich sehe es als Chance, nur man müsste auch von Seiten des DBV sagen, ok, weg mit dem Zeug, aber im Gegenzug gibt es eine Herkunftsgarantie und einen Preisaufschlag von mindestens 5 Cent/Liter. Der nächste Schritt wäre jeglichen Import von belasteten Futter(GVO) verbieten, und wir hätten sofort einen Verkäufermarkt....... Aber dafür braucht man Hirn und Eier in der Hose, aber diese beiden Worte können die DBVler nicht mal schreiben

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  2. von Forst Genossenschaft Hardegsen · 2.
    Nur Lippenbekenntnisse fürs Fußvolk

    Herrn Schmal kann man ja zugute halten dass er im Gegensatz zu seinen Vorgängern sich zumindest öfter mal traut anzumerken, dass „ungleiche Kräfteverhältnisse in der Lebensmittelkette“ vorherrschen. Aber nützt das, ohne den wirklichen Willen Veränderungen für uns zu erwirken? Nur mit solchen Lippenbekenntnissen dieses Verbandes wird es wie schon vor 10 Jahren keine Lösungen für uns Bauern geben, egal wer da oben an der Spitze hoch und trocken sitzt, es wird mit der Vielzahl der Betriebe nur immer weiter bergab gehen. Glyphosat hin oder her, die Auflagen werden immer weiter steigen, die Schere für uns Bauern immer enger mit dem jetzigen System der Agrarindustrie. Die Funktionäre des DBV sind Teil des perfiden Agrar-Industrie-Systems und somit auch Teil des Problems.

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  3. von Armin Brenner-Schmid · 3.
    Sehr geehrter Herr Schmal,

    sie hätten lieber mal bei der Bergdesgadener Molkerei die als erstes Glyphosat ihren Lieferanten verboten hat einzusetzeen, verärgert sein sollen! Denn wenn eine Molkerei im absoluten Dauergrünland ihren Lieferanten Glyphosat verbietet, hätten sie sich auch denken können das bald andere Molkereien auf diesen Trend aufspringen!! Kommt mir vor wie wenn das eine Reaktion von Ihrer Seite sein muss so wie OK der Bauernverband ist verärgert wir haben ja was gesagt!!

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  4. von Dieter Müller · 4.
    Die Machtfrage stellt sich über die Verfügbarkeit der Milch!

    Als 2013 eine die hohe Nachfrage der Chinesen nach Milchpulver bestand, hatten Molkereivertreter beim Handel die besten Karten. Die Verhandlungen mit Aldi und Co. liefen nach dem Muster ab, wenn ihr unsere Bedingungen nicht akzeptiert, dann geht die Milch nach China. Solange jedoch nur 1% über dem Bedarf produziert wird, spielen wir dem Handel in die Karten. Herr Schmal hat kürzlich mit Recht festgestellt, das in der letzten Krise eine Mengenreduzierung von 3% eine Steigerung des Milcherzeugerpreises von 30 % bewirkt hat. Das z. B. Aldi, kurz vor Weihnachten 2017, diese Forderungen aufgestellt hat, lag doch daran, dass in dieser Zeit die Meldungen über die Übermengen an Milch und den Preisrutsch der Butter von minus 30% bekannt wurde. Schon vor dieser Entwicklung hätte eine flexible Mengensteuerung, mit einer geringen Mengenanpassung, dieses Ärgerniss verhindert. Eigentlich ist es doch sehr einfach, der Handel darf erst gar nicht in die Lage versetzt werden die Lieferkonditionen zu diktieren.

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  5. von Rainer Hoffmann · 5.
    Bin dabei

    Wenn mein Milchabnehmer diese Forderung stellt u auch andere wie Weidegang, Sojaverzicht bin ich sofort dabei bei entsprechender Vergütung , nur daran hapert es das Molkereien Kunden Wünsche bedienen wollen u Landwirte auch bereit sind ,aber eben diese Molkereien nicht im Stande sind beim Handel diese Gegenleistungen/ Aufwandskosten entsprechend honorieren/ bezahlen zu lassen. Das es diesen D eutschen B auern V ernichtern nicht in den Kram passt ist klar ,da evtl größere Preis unterschiede den Spendablen Globalplayern nicht zu spielen in Sachen Lieferanten Verarschung ,wobei diese Trauriger weise sogar noch als Alibieigentümer mit Mitspracherecht genannt werden obwohl sie nur die Deppen sein sollen die das Kapital stellen u ansonsten liefern u keine Fragen stellen sollen.

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  6. von Matthias Zahn · 6.
    Ergebnis der DBV Politik

    Die vehemente Ablehnung jeglicher Mengenreduzierender Ansätze des Bauernverbandes fürt doch erst zu dieser Entwicklung! Es gilt für die Molkereien im Markt zu bleiben. Die Regalplätze nicht zu verlieren. Da braucht es in überversorgten Märkten Alleinstellungsmerkmale. Denn die Konkurrenz um Absatz ist sehr groß! Im Grunde handelt Goldsteig hier sehr Nachhaltig! Sie sichert sich Nachhaltig ihren Absatz! Das ewige gejammere des DBV über die aktuelle Entwicklung (Milchpreis, Auflagen) und das permanente Ablehnen von Lösungsmöglichkeiten geht einem echt auf den Zeiger! Auf der einen Seite möchte jeder Liefern was er will, ohne Rücksicht auf die Marktsituation, auf der anderen Seite wird sich über die Folgen der Überproduktion beschwert. Ziemlich Schizophren...... Hätte sich Schmal mal aufgeregt, als in den Genos die Änderungsbefugnis der Lieferordnungen von der Mitgliederversammlung in den Vorstand übertragen wurde! Dieser Veband agiert komplett am Markt vorbei. Ich saf nur: BDM-in Sachen Milch die Nase vorn!

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  7. von Melf Melfsen · 7.
    Umrechnungsfaktor

    Hier werden doch Äpfel mit Birnen verglichen. Es kann doch nicht sein, das der Handel den Molkereien die Pistole auf die Brust setzt, und Vorstand und Aufsichtsgremien knicken ein. Jenseits allen rechtlichen Rahmens. Der öffentliche Aufruhr gegen Glyposat ist doch nur der Anfang. Also liebe Ehrenämtler in den Molkereien, für eueren Molkeristen ist die Milch auf Jedenfall immer weiß und Ihn interessiert es nicht wie wir sie in den T ank bekommen.

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  8. von Hans Nagl · 8.
    Guten Morgen. Aufgewacht Herr Schmal ???

    "Das Verbot des Wirkstoffes Glyphosat bei der Futtermittelerzeugung durch die Molkerei Goldsteig ist ein Paradebeispiel für die ungleichen Kräfteverhältnisse in der Lebensmittelkette.“ Aber was ist ihre Strategie ? Wird jetzt das Märchen von den Leuchtturm wiederbelebt ? Was bringt es wenn nur noch 2 oder 5 Molkereien die Überproduktion an Milch verarbeiten ? Die Menge muss an dem Verbrauch angepasst werden.

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  9. von Karl-Heinz Mohrmann · 9.

    Was sagt Herr Schmal vom neuen Umrechnungsfaktor von 1,03 von Zott?? Fordert der DBV das die anderen Molkereien insbesondere die Genossenschaften jetzt diesem Beispiel folgen oder bleibt der DBV weiterhin 100% auf Molkereiindustrie Linie?

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  10. von Steffen Hinrichs · 10.
    Wo bleibt denn jetzt die Branchenorgination

    Warum ist der Erzeuger immer noch am Ende der Wertschöpfungskette und hat keine Verhandlungsposition

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  11. von Steffen Hinrichs · 11.
    Deutschland hat schon mehrere Wettbewerbsnachteile !

    Wo bleibt denn da der Einsatz von Herrn Schmal zb. zum Umrechnungsfaktor und die immer höheten Auflagen zur QM usw. ?

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