Schmidt hinterlässt der Milchbranche eine Mahnung

Eine der letzten Botschaften als Bundesagrarminister widmet Christian Schmidt der Milchpolitik.
Bild: Messe Berlin

Der scheidende Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat kurz vor Ende seiner Amtszeit noch einmal die Milchbranche zu sich eingeladen. Gehen lässt er sie mit einer Mahnung, sich zu bewegen.

„Es ist an der Zeit, dass die Branche endlich liefert“, sagte Schmidt nach einem Treffen mit der Milchbranche in seinem Ministerium am Montagnachmittag. Er selbst hält an seiner Positionen fest, dass die Branche selbst die Wertschöpfungskette verändern müsse. Seine Initiativen für zahlreiche Milchgipfel und Milchstrukturgespräche sowie die politische Aufforderung eine Branchenorganisation zu gründen, sieht Schmidt als ausreichend an. „Wir haben geliefert: Wir haben den Rechtsrahmen angepasst zur Bildung eines Branchenverbandes und zur Änderung der Rohmilchlieferbedingungen“, sagte er. Aus seiner Sicht komme die Politik mittlerweile nicht mehr darum herum, in Brüssel die Ausnahmen für die Lieferbeziehungen nach dem viel zitierten §148 zu verändern.

Die Milchbranche müsse sich vor der nächsten Milchkrise bewegen, appellierte Schmidt nach einem der letzten Termine, bevor er das Amt des Bundeslandwirtschaftsministers am Mittwoch an seine Nachfolgerin Julia Klöckner übergibt. „Wir brauchen eine faire Risikoverteilung, damit nicht das gesamte Marktrisiko auf den Schultern unserer Michbauern liegt“, wiederholte er einen oft von ihm geäußerten Satz.

Zentrale Themen des Milchgespräches im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) waren laut Schmidt unter anderem die Fortsetzung des Branchendialogs und die Modernisierung der Rohmilch-Lieferbedingungen. An dem Treffen teilgenommen haben laut dem BMEL Vertreter vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV), vom Milchindustrie-Verband (MIV), vom Bundesverband der Privaten Milchwirtschaft, von der Hochwald Milch eG, von der ARLA Foods Deutschland GmbH und vom Deutschen Milchkontor (DMK).

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Siewecke · 1.
    Wertschöpfungskette...

    Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren... die Milchbauern sind die einzigen, die in der Wertschöpfungskette Milch dazu nicht in der Lage sind..... Molkereien wälzen auf die Erzeuger ab und der Handel auf Zulieferer und Abnehmer (Kunden) . Wer will daran bitteschön was ändern und wenn, dann wie?

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  2. von Ottmar Ilchmann · 2.
    Vier vergeudete Jahre

    Wenn man sich den Teilnehmerkreis des letzten Milchgesprächs von Minister Schmidt anschaut, muss man zwangsläufig an das Sprichwort denken: Wenn du den Sumpf trockenlegen willst, frag nicht die Frösche um Hilfe! Die dort vertretenen Verbände und Unternehmen haben keinerlei Interesse an einer Veränderung der für sie sehr komfortablen Situation auf dem Milchmarkt. Aufgrund des dort herrschenden Machtgefüges werden sie sich ohne Druck freiwillig nie bewegen, und das weiß auch Christian Schmidt. Seine Appelle werden auch diesmal wieder ungehört verhallen. Eines muss man ihm lassen: Zu "Milchpolitischem Aktionismus" hat er sich nie hinreißen lassen, im Gegenteil, seine Amtszeit war geprägt von Stagnation und Untätigkeit. Wir Milchbauern stehen immer noch da, wo wir vor vier Jahren standen: Ganz am Ende der Wertschöpfungskette. Eine traurige Bilanz!

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  3. von Karl-Heinz Mohrmann · 3.

    Herr Agrarminister Schmidt hat uns Milchbauernfamilien viel versprochen aber null komma null umgesetzt !! Wir tragen weiterhin das alleinige wirtschaftliche Risiko. Die Molkerein MIV und DRV und DBV lachen sich kaputt

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  4. von Gerd Schuette · 4.

    Im Gehen verteilt er noch einmal eine schallende Ohrfeige an den DRV, MIV ua. Und ja, die Politik sollte zügig den §148 und seine Lesart präzisieren. Freiwillig bewegen sich die oben genannten Verbände nicht aus der Komfortzone.

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  5. von Gerd Uken · 5.
    Da könnten dann

    Ja alle unter sich Herrn Schmidt verabschieden. Wer hat gefehlt bei diesem Gipfel- die Leidtragenden der nächsten Krise.

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