Backhaus verhandelt über Lösung bei Drama um Ferkelkastration

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Bild: till-backhaus.de

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus will sich weiter für eine tierschutzgerechte und zugleich für die Sauenhalter im Land wirtschaftlich vertretbare Lösung bei der Ferkelkastration einsetzen. Der Agrarausschuss des Bundesrates hatte am 3. September die Anträge aus Bayern, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Thüringen abgelehnt, die bis zum 31.12.2016 laufende Übergangsfrist für die betäubungslose Ferkelkastration zu verlängern.

„Ich bedauere das Abstimmungsergebnis sehr“, so Backhaus. „Natürlich brauchen wir im Sinne des Tierschutzes schnellstmöglich Methoden zur Schmerzausschaltung bei der Ferkelkatration. Die Forschung dazu ist schon sehr weit, braucht aber noch etwas Zeit. Deshalb setze ich mich für eine befristete Verlängerung der Übergangszeit ein“, erklärte der Minister.

Backhaus verwies auf Befragungen von Interessenverbänden, wonach besonders die kleineren Betriebe wirtschaftlich unter dem Auslaufen der Übergangsfrist leiden. So hätten laut Interessenvertretung der Schweinehalter in Deutschland (ISN) 84,5 Prozent der befragten Betriebe mit einer Betriebsgröße von bis zu 150 Sauen angegeben, aus der Sauenhaltung auszusteigen.

Auch zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen kommen zu dem Ergebnis, dass ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration einschneidende Auswirkungen auf die Sauenhaltung in Deutschland haben wird.
„Die Verunsicherung besonders in den kleineren Familienbetrieben ist groß. Ich nehme ihre Sorgen ernst. Sie sichern mit der Sauenhaltung nicht nur Arbeitsplätze, sondern diese Betriebe sind es, die mittlerweile hohen Tierschutzstandards folgen und diese künftig ausbauen werden. Wenn jetzt die Sauenhaltung in andere Länder abwandert, verlieren wir die Möglichkeit, Einfluss auf den Tierschutz zu nehmen“, konstatiert der Minister.

Derzeit befinde er sich im intensiven Austausch mit Tierschützern, Produzenten und seinen Kollegen in Bund und Ländern, um in den nächsten Tagen noch eine Kompromisslösung zu finden, so Backhaus. Ziel sei es, den tierschutzpolitischen Erwartungen des Verbrauchers wie auch den Rahmenbedingungen der Produzenten in Deutschland gerecht zu werden.

Unterdessen setzt auch die CSU ihre Bemühungen fort. Man wolle alle verantwortlichen politischen Entscheider in der Koalition und darüber hinaus „im Sinne der heimischen Ferkelerzeuger zu einer tragfähigen Lösung bringen“, versicherte die agrarpolitische Sprecherin der CSU im Bundestag, Marlene Mortler, nach der Sommerklausur der Landesgruppe in Neuhardenberg gegenüber dem Pressedienst AGRA-EUROPE.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Michael Koch · 1.
    Immunokastration

    hat das höchste Skandalpotenzial . Es wird nicht lange dauern bis gewisse Organisationen dieses gegen die Schweinemäster ausnutzen . Erst wird Angst geschürt , dann werden Emotionen geweckt . danach sind alle Argumente und Fakten nutzlos . Das eigentliche Ziel ist es den Betrieben maximalen Schaden zuzufügen .

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  2. von Frithjof Dittrich · 2.
    Immunokastration

    Die Lösung gibt es schon. Die Immunokastration mit Improvac ist die einzige Variante, die das Tierwohl verbessert. Mit einer richtigen Aufklärung würden das auch die Verbraucher akzeptieren. Youtubesuche Immunokastration.

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  3. von Gerhard Steffek · 3.
    Armutszeugnis!!

    Im Grunde ist es doch ein Armutszeugnis für unsere Politik wie diese sich von den NGO's umtreiben und vor deren ideologischen Karren spannen läßt. Praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse werden hier geflissentlich über Bord geworfen und negiert, nur weil ein paar renitente Tierschützer groß das Maul aufreißen.

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