Bauernverband beklagt Wettbewerbsnachteile für deutsche Schweinehalter

Joachim Rukwied Joachim Rukwied
Bild: DBV

Die deutsche Schweinehaltung steht unter gewaltigem Druck und droht im internationalen Wettbewerb ins Hintertreffen zu geraten. Das beklagte kürzlich DBV-Präsident Joachim Rukwied beim Veredlungstag des Verbandes vor rund 400 Teilnehmern im bayerischen Röthenbach an der Pegnitz.

Nationale Sonderwege bei Haltungsanforderungen, hohe Investitionskosten sowie Blockaden beim Bau- und Genehmigungsrecht, ein scharfer innereuropäischer Wettbewerb und die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) lösten größte Besorgnis bei den Schweinehaltern aus, stellte der Landwirt fest.

Er warnte davor, dass „die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen den schweinehaltenden Betrieben die Möglichkeit rauben, im europäischen Wettbewerb mithalten zu können“. Die Gefahr von Strukturbrüchen sei hoch, betonte Rukwied. Dabei sei „der Erhalt und die Förderung regionaler Erzeugung mit ihren hohen Tierschutzstandards auch vom Verbraucher gewünscht“.

DBV-Veredelungspräsident Johannes Röring warnte ebenfalls vor einem Strukturbruch, vor allem im Bereich der Sauenhaltung. „Die Afrikanische Schweinepest, Ferkelkastration und neue Haltungsvorgaben haben die Sprengkraft, die Ferkelerzeugung in Deutschland ins Aus zu führen. Dies gilt es gemeinsam zu verhindern“, forderte Röring.

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Walter Heidl, pochte bezüglich der Ferkelkastration darauf, doch noch eine praktikable Lösung für die deutschen Schweinezüchter zu erreichen „Bei der Ferkelkastration setzen wir darauf, dass der Bundesrat morgen für eine Fristverlängerung stimmt, um den Weg für die Methode der Lokalanästhesie zu ermöglichen“, erklärte Heidl.

Die Politik dürfe die Sauenhalter in dem aktuellen Dilemma, dass es bis jetzt noch kein in der Fläche praxistaugliches Verfahren gebe, nicht allein lassen. Die Fristverlängerung müsse die nötige Zeit geben, dass die lokale Betäubung auch in Deutschland eine Chance bekomme, so wie das bereits in Dänemark der Fall sei.

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Walter Rothenbacher · 1.
    Guten morgen

    wenn ist den der Deutsche Bauernverband aufgestanden ? Wohl aus heiterem Himmel haben die vom Kastrationsverbot erfahren und wurden vom Schlaf erwacht. Mensch die Katz ist längst den Baum hoch. Was wollen die noch unternehmen es ist bereits alles vollbracht.

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  2. von Richard Huber · 2.
    Der Bauernverband

    hat bemerkt, dass es Schweinehalter in Deutschland gibt? Stehen irgendwelche Wahlen vor der Tür? Das Kind Ferkelerzeugung ist doch längst in den Brunnen gefallen.

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  3. von Wilhelm Grimm · 3.
    Taube und Blinde duellieren sich.

    Diskussion überflüssig !

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  4. von Willy Toft · 4.
    Ist so, und was wird dagegen unternommen?

    Wer werden jeden Tag ein Stück mehr abgehängt, die hiesige Landwirtschaft beraubt man der Wettbewerbsfähigkeit im eigenen Land!

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