Afrikanische Schweinepest in Rumänien außer Kontrolle

Wald Rumänien hat die ASP nicht mehr unter Kontrolle
Bild: johnnyb / pixelio.de

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) grassiert in Rumänien und die Veterinärbehörden bekommen die Seuche nicht in den Griff. "Wir beobachten die Entwicklung in Rumänien mit großer Sorge", erklärte eine Sprecherin von EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis in Brüssel. Sie mahnte die rumänischen Behörden, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die vorgeschriebenen Überwachungen, Kontrollen und Sperrzonen aus der EU-Gesetzgebung konsequent umzusetzen, meldet aiz.info.

In Rumänien wurden inzwischen rund 700 Sperrbezirke eingerichtet. Dennoch kommt es wohl dazu, dass Fleisch von infizierten Tieren entgegen der Verbote verbreitet wird. "Der menschliche Faktor ist das größte Risiko", gab Geronimo Branescu, der Präsident der rumänischen Veterinärbehörde ANSVSA, in einem Interview mit der Presse zu. Er wies zudem darauf hin, dass die Afrikanische Schweinepest über das Wasser im Donaudelta übertragen werde. Der Virus könne Schweine infizieren, die aus dem Fluss trinken oder über Insekten und Vögel im Delta übertragen werden.

Bulgarien errichtet einen Sperrzaun an der rumänischen Grenze, um sich gegen die Ausbreitung der Seuche zu schützen. Der rumänische Präsident Claus Johannis hat sich eingeschaltet und die Effizienz seiner Behörden hinterfragt.

Europaabgeordneter fordert politische Eingriffe

Arne Gericke Arne Gericke
Bild: arne-gericke.eu
Auch in Brüssel steigt die Nervosität. Der Rostocker Europaabgeordnete Arne Gericke kritisierte am Rande der Umweltausschusssitzung „das Schweigen in der deutschen Politik“. Es gebe für Bund und Länder eine lange „to do“-Liste.

Konkret nennt Gericke die Änderung des Bundesjagdgesetzes, um das nachtaktive Schwarzwild mit Nachtzielgeräten orten zu können. Bundesinnenminister Horst Seehofer habe auf eine diesbezügliche Anfrage keine Antwort gegeben.

Außerdem fordert Gericke auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und EU-Agrarkommissar Phil Hogan zu „gezielten Maßnahmen“, wie zum Beispiel Bejagungsschneisen in Maisfeldern, auf.

Ein „Runder Tisch“ mit Experten, Landwirten, Jägern und den benachbarten Regierungen sei wichtig, so Gericke. Zudem müsse die Politik unbedingt den Transportsektor ins Visier nehmen und die dort Beschäftigten für die Übertragungswege von ASP sensibilisieren.

Von der dänischen Grenzzaunlösung hält der Europaabgeordnete dagegen nichts. Zum einen bestünden weiterhin hunderte Kilometer lange, grüne Grenzen zu Polen und Tschechien. Zum anderen könnten Lastwagenfahrer durch einen Grenzzaun nicht aufgehalten werden.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Siewecke · 1.
    Menschlicher Faktor....

    Der Transport von potentiell infektiösem Fleisch aus Sperrgebieten heraus, ob nun in der Fahrerkabine oder hinten auf dem Laster, wird wohl nicht mit Sicherheit zu verhindern sein. Auch die effektive Reduzierung der Schwarzwildbestände wird durch den "Heimatminister" und entsprechende "Waidgenossen" nachhaltig behindert: man züchtet doch so gern auf Kosten der Landwirte schöne Trophähen heran. Oder der unterbezahlte und minderqualifizierte Hilfsarbeiter, der sein Wurstbrot wegen Zeitmangel im Stall verdrückt und seinem "Lieblingsborsti" noch was davon abgibt... Oder die nachlässige Lagerung bei manchen Getreidehandlungen (offener Stapel unter freiem Himmel bis zum Weiterverkauf/ Einlagerung/Verarbeitung), wo dann entsprechende Tierchen drankommen... Der Möglichkeiten der Weiterverbreitung der ASP (Dummheit/Gier/Sabotage) gibt es zu viele! Und nur nach einem Handeln der Politik zu rufen ist da bei weitem zu wenig!

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  2. von Wolfgang Daiber · 2.
    Eindruck!

    Solange kann ich mir den Eindruck nicht erwehren,daß es der deutschen "Elite"es egal ist ,ob und wann die Schweinepest uns erreicht.Nur an deren Adresse ,die Restriktionen der EU werden die Industrie mehr treffen,lassen sie die Pest mal in Wolfsburg,Dingolfing,Ingoldstadt oder Sindelfingen ankommen und zum Kerngebiet werden.Vielleicht werden dann Angie und Co wach werden .wir Landwirte werden dafür sorgen ,daß auch in diesen Gebieten dann die Schutzmaßnahmen eingehalten werden. der logistische Supergau ist dann unausweichlich. Gruß an das verschlafene Berlin

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  3. von Peter Landfried · 3.
    Parmaschinken aus Südosteuropa?

    Ich bin gerade auf einer Bildungsreise in der Region Parma, Italien. Hier gibt es jede Menge "Schinkenfabriken". Wenn man die Nationalitäten-Kennzeichen (Südosteuropa) der anliefernden LKWs sieht, fragt man sich, bis wann die Verbreitung der ASP durch "Parmaschinken" seinen lauf nimmt. Es gibt halt zu wenig Schweine in Italien. Ich hoffe, nur einwandfreie Ware kommt nach Parma....

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