Ferkelerzeuger protestieren morgen in Münster

Erbdrostenhof Erbdrostenhof in Münster
Bild: Archiv
Am morgigen Donnerstag werden Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer und sein NRW-Kollege Johannes Remmel im Erbdrostenhof im westfälischen Münster mit verschiedenen Organisationen und Fachverbänden über die „Zukunft der Schweinehaltung“ sprechen. Ein Thema wird die Diskussion um die Zukunft der Kastenstände im Deckzentrum sein.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) lädt Ferkelerzeuger und Mäster zu einer Demonstration ein. Diese soll dazu genutzt werden, um die Minister darauf aufmerksam zu machen, dass die Zukunft der Ferkelerzeugung in Nordwestdeutschland auf dem Spiel steht. In seiner Einladung fordert der Verband:

  • Ein abgestimmtes bundeseinheitliches Vorgehen.
  • Lange Übergangsfristen (20 Jahre).
  • Die Mitarbeit an Konzepten zur Einführung der Gruppenhaltung im Deckzentrum.
  • Ein deutliches Signal von Bund und Ländern, dass der Beschluss des Bundesverwaltungsgerichtes aktuell nicht von Ländern und Kreisveterinären per Erlass oder per Bescheid umgesetzt wird.
  • Einen Dialogprozess zwischen Bund, Ländern und Berufsstand.
Im Rahmen der Demonstration soll eine Resolution der westfälisch-lippischen Ferkelerzeuger durch den Vorsitzenden des WLV-Veredlungsausschusses, Hubertus Beringmeier, und den Vorsitzenden des Arbeitskreises Ferkelerzeugung, Carsten Spieker, an die Minister Meyer und Remmel übergeben werden.
 
Schweinehalter, die an der Demonstration teilnehmen wollen, treffen sich um 13 Uhr vor der WLV-Hauptgeschäftsstelle, Schorlemerstraße 15 in 48143 Münster.
 

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Wilhelm Gebken · 1.
    @Lars Prigge, ich bin Schweinehalter

    und Du kannst Dir sicher sein, dass Wenzel und Meyer Fotos von mir in ihren Schreibtischschubladen haben. Natürlich ist mir klar, dass es für die meisten Betriebe nicht einfach ist. Es hat schon seinen Grund, dass jede Menge Betriebe aufgeben. Aber die Gründe dafür findet man nicht im derzeitigen Verhalten der Politik, sondern in den längst vergangenen Entscheidungen der Politik. Das Problem ist: Solange man sich selbst nicht bei den abgerutschten (aus welchen Gründen auch immer) 25% Betrieben wähnt, denen es dreckig geht, hat man auch kein Interesse für diese Betriebe auf die Straße zu gehen. Schließlich kann man ja bald deren Land pachten oder sogar kaufen. Was aber keiner bedenkt: Schwups! und schön gehört man selber zu "denen" da unten und dann ist keine Luft mehr da zum Kämpfen. Und die, die es noch könnten warten geduldig darauf, dass sie dein Land pachten oder kaufen können. Ich kann es nur wiederholen: Fangt endlich an zu kämpfen! Einen besseren Zeitpunkt dafür wird es nie wieder geben!

  2. von Lars Prigge · 2.
    Wenn man selber nicht betroffen ist....

    ...kann man leicht über die Forderungen herziehen. Sauenhalter sind die einzigen die immer kämpften mussten um gegen Ihre Ausbeutung zu bestehen. Andere Wirtschaftzweige da fällt mir die Atomlobby ein die ganz elegant an die Wand gefahren wurde.. wollen wir nicht mehr und Basta! (Vielleicht Schadensersatz wenn man langen Atem hat für Prozesse ...) Aber mal im Ernst würde mir auch mehr gefallen wenn wir durch diese Auflage Gruppenhaltung in dem Deckzentrum einfach bei den Ferkelpreisen 20% Aufschlag für Mehraufwendungen festsetzen und der nachgelagerte Bereich endlich die Schweine vermarktet um die Kosten für die ganze Kette Schwein zu erwirtschaften und nicht immer alles nach vorne auf die Sauenhalter abwälzt wenn es nicht läuft! Warum lagern die Mäster keine Schweinehälften ein wenn der Preis nicht stimmt? Warum bringen wir 5xD nicht zu mehr Erlösen? Wir sitzen nicht in einem Boot..... die Arbeit für die Ferkel werden gerne an den Sauenhalter abgegeben aber angemessene Entlonung der Faktoren für die Sauenhalter.... Fehlanzeige! Fair Trade für die Sauenhalter!

  3. von Wilhelm Gebken · 3.
    Demonstration: Absolut Richtig, die aufgestellten Forderungen: absolut falsch!

    Mir fallen zu sowas immer wieder Bilder aus dem Mittelalter ein, wo das niedere Bauernvolk buckelnd und "Mitleid, Mitleid" rufend, neben der Fürstenkutsche her läuft in der Hoffnung, das Brotkrümmel runterfallen. Liebe Kollegen, warum tut das an? Warum tut ihr nicht das, was alle anderen Wirtschaftszweige in so einer Situation auch tun würden?: Legt selbst ein Konzept vor mit dem ihr Leben könnt, fordert, dass dieses Konzept unter Eurer Kontrolle umzusetzen ist, lehnt alles was von Meyer, Remmel und Co kommt, als fachlich und sachlich falsch ab und sucht euch in dem Urteil den Paragraphen der entweder falsch angewendet wurde oder den es aus anderen Gründen gar nicht geben dürfte heraus und lehnt deshalb auch das Urteil ab.Fangt endlich an zu kämpfen! Einen besseren Zeitpunkt wird es nie wieder geben!

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