Hessens Sauenhalter demonstrieren in Baunatal

Sauen Sauen
Bild: Archiv
Vor dem Hintergrund der gravierenden Folgen des so genannten Kastenstandurteils des Oberverwaltungsgerichts des Landes Sachsen-Anhalt (OVG Magdeburg) werden betroffene Sauenhalter am heutigen Montag, unmittelbar vor der Eröffnung der Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen, Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz ein Positionspapier übergeben.

Ein aktueller Erlass des hessischen Landwirtschaftsministeriums bezüglich der Kastenstände und ein dazugehöriger Anhang mit einer Handlungsempfehlung sind ihrer Ansicht nach unzureichend und würden keine ausreichende Rechtssicherheit für die hessischen Betriebe bieten.
 
In dem Papier fordern die hessischen Sauenhalter Rechts- und Planungssicherheit, angemessene Übergangsfristen für notwendige bauliche Änderungen mit entsprechendem Bestandsschutz, klare rechtliche Vorgaben hinsichtlich der Kastenstände im Deckzentrum angelehnt an das „Dänische Modell“ sowie bundesweit, besser europaweit, einheitliche Regelungen. Nach Einschätzung der Branche müssten bei der Umsetzung des Urteils in Hessen mehr als 8.000 Sauen geschlachtet und über 100 landwirtschaftliche Betriebe aufgeben.

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6 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Thilo Frankfurth · 1.
    Bouffier

    Auch unser CDU - Ministerpräsident hat versagt, er lässt Hinz machen, was sie will. Und auf Bundesebene hat unser CSU Minister auch versagt! Die Gerichte machen die Gesetze, weil die Politiker versagen und keinen Arsch in der Hose haben, mal ein Machtwort zu sprechen. Die Kuschen vor den NGO, den Gutmedien und haben es gar nicht im Sinn, die Bürger ordentlich aufzuklären. Es ist ein Trauerspiel. Ob Glyphosat, Nitrat, Schnäbelkürzen, Tierwohl, Männliche Küken, Ferkelkastration, Kastenstände, es gibt täglich neue Beispiele. Und als schlimmstes ist die Umweltministerin Hendricks die wöchentlich eine Sau durch die Presseanstalten treibt! Die Kali und Salz AG, ein Miliardenschwerer Konzern, bekommt am 31.12.2016 noch schnell die Einleitungsgenehmigungen und mit gleichem Datum werden nochmal schnell ein paar Windkraftanlagen genehmigt. Und in der VW-Affäre mit wissentlichen betrügereien passiert nichts...über Wochen und Monate....! Die Politik der letzten 2 Jahre ist Grauenhaft!

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  2. von Wilhelm Grimm · 2.
    @Dr. Billau.

    Fürsorglich mit der Ministerin umgegangen ? Sie hat Euch ausgetrickst ! Das ist normal bei schwarz-grün ! Glaubt nicht eurem Ministerpräsidenten, glaubt mir.

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  3. von Sönke Plöhn · 3.
    Volle Unterstützung und Zuspruch aus SH !!

    Hier erwartet uns wohl kurz über lang das gleiche Schicksal. Was uns Ferkelerzeugern politisch hier in den nächsten Jahren erwartet, sucht in Europa seines gleichen. Zu Lasten (!) des Tierwohls. Und immer dran denken, liebe Politiker: Der Ferkelmarkt ist jetzt schon ein Importmarkt!!

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  4. von Matthias Zahn · 4.
    Super!

    Steh auf wenn du ein Bauer bist! Lasst euch das nicht gefallen....

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  5. von Dr. Willi Billau · 5.
    Haut mal in Baunatal bei der Landw. Woche mal richtig auf den Putz

    Wir sind mit unserer neuen grünen Ministerin Priska Hinz sehr fürsorglich umgegangen. Danke, die Flächenprämien kamen pünktlich. Danke auch für das Milchsoforthilfeprogramm via AGZ. Protest dafür, dass unsere Ministerin nur ausgewählte Bio/Öko-Höfe besucht, dass sie uns nicht das Gefühl gibt, als Konvis gleichberechtigt zu sein, oder gleich ernstgenommen zu werden. Protest dafür, dass sie nicht bereit war, den Umbruchtermin für Greeningflächen um 4 Wochen vorzuverlegen, analog PR, BW und BY, nicht mal für das Kalifornien Hessens (Starkenburg). Protest, dass die mit einem Erlass, ohne vorher mit den Fachverbänden geredet zu haben, die letzten familiären (Sauenhaltung ist in Hessen ausnahmslos familiär strukturiert) Ferkelerzeugerbetriebe zur Ausrottung freigibt. Viele haben neu gebaut um sich fit für die Ansprüche der Zukunft zu machen. Und jetzert? Alles wieder rausreißen? Bestandsschutz? Übergangsfristen? Wir haben es satt, Frau Hinz! Willi Billau, Regionalbauernverband Starkenburg!

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  6. von Harald Finzel · 6.
    "Nach Einschätzung der Branche müssten bei der Umsetzung des Urteils in Hessen mehr als 8.000 Sauen geschlachtet und über 100 landwirtschaftliche Betriebe aufgeben."

    Stand Mai 2016 gab es in Hessen noch rund 400 Ferkelerzeuger mit 40.000 Sauen (https://statistik.hessen.de/sites/statistik.hessen.de/files/CIII1-3_j16.pdf). Die Schätzung, dass durch die überstürzte Umsetzung des Kastenstand-Urteils "nur" 25% der Sauenhalter aufgeben und "nur" 20% des Sauenbestands abgebaut werden, halte ich für zu tief gegriffen.

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