ISN-Schlachthofranking – Konsolidierungskurs schreitet weiter voran

Die ISN - Interessengemeinschaft der Schweinehalter hat ihr neues Schlachthofranking veröffentlicht, dass erneut den hohen Konzentrationsgrad in der Schlachtbranche bestätigt.
 
So haben die vier größten Unternehmen zusammen einen Marktanteil von fast 60 %. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt aber auf, dass die großen Wachstumsschritte bei den Schlachtzahlen ausgeblieben sind. Selbst beim Primus Tönnies gab es keine Steigerung der Schlachtungen in Deutschland. Ein Novum in der Tönnies-Geschichte, schreibt der Verband in einer Pressemitteilung.
 
Investiert wurde dennoch kräftig: In Dänemark wurden die Kapazitäten ausgebaut und in Deutschland wurde insbesondere in die Erweiterung der Geschäftsfelder investiert. So baut Tönnies aktuell das europaweit größte und modernste Werk zur Heparinherstellung.
 
Bei Vion konnten zumindest teilweise die Marktanteile, die 2012 verloren gingen, zurückgewonnen werden, heißt es weiter. Über die unpopulären Maßnahmen der Vergangenheit, wie verlängerte Zahlungsziele ist nach Aussage der ISN offenbar wieder Gras gewachsen. In 2013 habe Vion ansonsten in erster Linie mit sogenannten Restrukturierungen von sich reden gemacht.
 
Die wirtschaftlichen Probleme des Konzerns sind nach Ansicht der Schweinehalter aber offenkundig, immerhin habe der Geschäftsbericht in 2012 ein Minus von 830 Mio. Euro ausgewiesen. Als direkte Folge habe der Konzern unter anderem die Ingredients-Sparte verkauft, um an „frisches Geld“ zu kommen. Zudem wurden unrentable Standorte, wie Minden, Kasel-Golzig, Weimar und jüngst Lingen, geschlossen, erklärt die ISN.
 
Relativ unspektakulär verlief das Jahr 2013 dagegen bei Westfleisch. Diese konnte die Schlachtungen leicht auf 7,41 Mio. Schweine steigern. Nicht so Danish Crown in Essen/Oldenburg. Hier gingen bereits im dritten Jahr in Folge die Schlachtungen zurück und zwar auf 2,74 Mio. Schweine. „Keine Erfolgsgeschichte - hatte der ehemalige Besitzer D&S Fleisch doch  bereits annähernd 3,6 Mio. Tiere geschlachtet“, heißt es wörtlich in der Mitteilung.

ISN-Schlachthofranking 2014
 
Mittelstand uneinheitlich

Der Mittelstand hat sich im vergangenen Jahr recht uneinheitlich entwickelt. Vogler (Rang 5) konnte an den Erfolg im Vorjahr anknüpfen und mit 2,3 Mio. die Anzahl der geschlachteten Schweine noch einmal um 13,9 % steigern. Die Müller Gruppe in Birkenfeld konnte die Steigerung der Schweineschlachtungen mit 1,63 Mio. Stück in 2013 gut behaupten. Für das Jahr 2014 erhofft man insbesondere mit dem Argument „Regionalität“ gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel zu punkten. Hierfür wurde eigens ein Rohstoffkonzept „Süddeutsches Schweinefleisch“ entwickelt.
 
Auch bei Böseler Goldschmaus mit Sitz in Garrel steht das Thema Regionalität hoch im Kurs. Durch eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen regionalen Einzelhändlern schafften es die Niedersachsen im diesjährigen Ranking mit 1,53 Mio. geschlachteten Schweinen auf Rang 7.
 
Nur knapp behaupten konnte sich Tummel in Schöppingen mit 1,53 Mio. Schlachtschweinen am Haken. Hier läuft noch immer das Kartellverfahren um die Übernahme durch Tönnies. Ein Ende ist bislang nicht in Sicht. Nach dem deutlichen Zugewinn in 2012 hatte BMR in Garrel in 2013 wieder einen deutlichen Rückgang zu verbuchen. Hier kamen nur noch 1,4 Mio. Schweine zur Schlachtung, was einem Minus von immerhin 11,4 % entspricht. Damit rutschte BMR um zwei Plätze ab auf Rang 9. Die Schlachtzahlen bei Simon in Wittlich zeigten eine feste Entwicklung mit 0,96 Mio. Schlachtungen. Damit rangiert Simon weiterhin auf Rang 10.

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