Schwanzkupieren: "Deutschland verstößt gegen EU-Recht"

Thomas Schröder Thomas Schröder
Bild: ZDF

Der Deutsche Tierschutzbund wirft den Bauern vor, durch routinemäßiges Schwanzkupieren gegen eine seit 1994 bestehende EU-Richtlinie zu verstoßen, wonach dies verboten ist. Hintergrund der neuerlichen Kritik ist ein aktueller Auditbericht der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU-Kommission.
 
Laut dem Tierschutzbund zeige der neue Bericht, dass bei 95 % der Schweine in Deutschland der Ringelschwanz kupiert wird. Vereinspräsident Thomas Schröder fordert daher von der Bundesregierung einen Plan zum schrittweisen Ausstieg aus dem Schwanzkupieren mit verbindlichen Fristen. Zudem müsse die Bundesregierung die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, damit das Halten von Schweinen mit Ringelschwanz keine tierschutzrelevanten Folgen hat.
 
Aus Sicht der Tierschützer sollte die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung dahingehend geändert werden, dass die vorherrschenden Warmställe mit Vollspaltenböden, in denen eine tiergerechte Haltung nicht möglich ist, nicht mehr gebaut werden dürfen. Neu- und Umbauten sollten eine tiergerechte Schweinehaltung ermöglichen - mit ausreichend Platz, strukturierten Buchten, geeigneter Beschäftigung, planbefestigten und eingestreuten Liegebereichen sowie Auslauf.
 
Schröder ist überzeugt, dass die Verhaltensstörung des Schwanzbeißens erst durch die Bedingungen in der industriellen Schweinehaltung entsteht. „Statt die Tiere durch eine Amputation dem Haltungssystem anzupassen, braucht es tiergerechte Haltungssysteme, die sich an dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen der Tiere orientieren“, stellte er in einer Pressemitteilung fest.

Lesen Sie mehr

2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Auslauf

    Jetzt kommt die ASP und der Herr schwadroniert über Auslauf. Unwillkürlich vermute ich, dass irgendwas bei ihm noch nicht so richtig angekommen ist. Aber vielleicht ist auch schon was ausgelaufen????

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Christian Bothe · 2.

    Es war klar,das sich dieser Herr auch noch äußern muß. Deshalb habe ich meine Erfahrungen (Beitrag von vorgestern) noch einmal für ihn kopiert. Ob er das lesen und durchdenken wird oder weiter polemisiert? Eigentlich wollte ich mich nicht an dieser Diskussion beteiligen, aber mir tun die schweinehaltenden Betriebe heutzutage nur noch leid, zumal diese durch die Preispolitik schon genug gebeutelt sind.Mal provokatorisch gesagt, für mich ist die ganze Diskussion über das betäubungslose Kastrieren und das Schwanzkupieren als ehemaliger Manager einer 10000er Schweinemastanlage (den Tierschutz mal außer acht lassend) fachlich nicht nachvollziehbar. Was schadet das dem Ferkel??? Zu meiner aktiven Zeit haben wir wöchentlich 350 Läufer eingestallt, welche im Ferkelalter vom Lieferanten kastriert und kupiert wurden. Binneneber wurden bei Einstallung vom TA kastriert. Den Tieren hat das überhaupt nicht geschadet und ich hatte gute Futterverbräuche,MTZ, Schlachtleistungen und exportfähige Tiere im Betrieb, und das über 10 Jahre. Ich weiß, das ist in der aktuellen Tierwohldebatte nicht mehr up-to-date, aber man sollte trotz des unsinnigen Bundesratsbeschlusses alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen wie von Bayern vorgeschlagen ,um eine Fristverlängerung zu erreichen. Alles andere markiert das Ende der bisherigen Schweineproduktion.

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren