Beringmeier: "Preisverfall ist Vertrauensbruch seitens der großen Schlachtunternehmen"

Hubertus Beringmeier, WLV Hubertus Beringmeier, WLV
Bild: WLV

Eins ist klar: Das Angebot an Schlachtschweinen ist reichlich und drängend, doch den Preis innerhalb von acht Tagen von 1,40 €/kg Schlachtgewicht auf 1,30 €/kg Schlachtgewicht herunterzudrücken, stößt auf völliges Unverständnis seitens der Schweinemäster. Der Vorsitzende des WLV-Veredlungsausschusses, Hubertus Beringmeier, bringt es auf den Punkt: „Wir sehen im Vorgehen der großen Schlachtunternehmen einen Vertrauensbruch mit den landwirtschaftlichen Erzeugern.“ Im Unterschied zu den Marktführern seien mittelständische Schlachtunternehmen durchaus bereit gewesen, den von der Vereinigung für Erzeugergemeinschaften gefundenen Schweinepreis in Höhe von 1,34 €/kg Schlachtgewicht zu akzeptieren. Unterm Strich zahlten nun Erzeuger, Erzeugergemeinschaften und manches Viehhandelsunternehmen die Zeche.

Marktbeobachtern zufolge ist das Weihnachtsgeschäft Ende des vergangenen Jahres hervorragend gelaufen und das zwar reichliche Angebot an Schlachtschweinen floss dennoch reibungslos ab. „Nun sieht es danach aus, dass unsere sogenannten Vermarktungspartner die Situation ausnutzen und Preise nennen, die deutlich unter dem VEZG-Preis liegen“, so Beringemeier. Aktuell (Donnerstagnachmittag) nennt...

  • die Firma Tönnies 1,34 €/kg Schlachtgewicht für Donnerstag und 1,30 €/kg Schlachtgewicht ab Freitag,
  • die Westfleisch SCE zahlt 1,32 €/kg Schlachtgewicht für Vertragsmäster und 1,30 €/kg Schlachtgewicht für die sogenannten freien Mäster.
An Schuldzuweisungen der Schlachtunternehmen mangelt es nicht, einmal ist es die Konkurrenz, ein anderes Mal der Einkauf der Lebensmitteleinzelhändler, der für den Preisverfall verantwortlich ist. Beringmeier fordert die Schlachtunternehmen auf, sich wieder an der Preisempfehlung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften zu orientieren. Diese ist erst vor kurzem von vier Vermarktungsorganisationen aus Westfalen-Lippe deutlich gestärkt worden.

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Josef Krahwinkler Jun. · 1.
    Warum mehr bezahlen

    Warum sollen die Schlächter und der Handel mehr bezahlen? der Bauer muß so und so seine Schweine verkaufen!!

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  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Preisschinderei!

    Das ganze sieht auch eher nach einer reinen Preisdrückerei des Handels und der Vermarkter aus. Ich bin mal gespannt, ob in den nächsten Wochen in den Handelsketten die Sonderangebote nur so florieren. Letztendlich ist der Markt gesättigt und der Verbraucher wird deshalb auch nicht mehr kaufen als ein paar Wochen vorher. Aber man kann ja jetzt gut die Preise drücken, da die Ställe voll sind und die Schweine raus müssen. Wie heißt es so schön, den letzten beißen die Hunde. Bei dieser "Nahrungskette" ist das nunmal der Bauer.

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