"Wildschweine als Sündenbock": Tierschutzbund gegen Aufhebung der Schonzeit

Thomas Schröder Thomas Schröder
Bild: ZDF

Am heutigen Freitag entscheidet der Bundesrat über einen Verordnungsentwurf der Bundesregierung, mit dessen Hilfe das Einschleppen der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland verhindert werden soll. Der vom Kabinett am 21. Februar 2018 beschlossene Verordnungsentwurf sieht u.a. vor, die Schonzeit für Schwarzwild aufzuheben.
 
„Wir appellieren an den Bundesrat, dem Verordnungsentwurf in dieser Form nicht zuzustimmen. Es kann nicht sein, dass man aufgrund etwaiger Katastrophenszenarien den Tierschutz in der Verordnung außen vor lässt“, sagt dazu Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
Wildschweine, die das Virus noch nicht einmal selbst nach Deutschland tragen werden, sollen seiner Meinung nach als Sündenböcke herhalten. Schon jetzt würden jedes Jahr über eine halbe Million Wildschweine getötet – ohne dass dies Auswirkungen auf das Populationswachstum hat. „Die Aufhebung von Schonzeiten betrifft vor allem biologisch sensible Zeiten im Spätwinter und beeinträchtigt durch die Unruhe, die eine Bejagung mit sich bringt, auch andere Tierarten. Wenn Schonzeitaufhebungen und Schüsse in Rotten mit führenden Sauen zugelassen oder stillschweigend akzeptiert werden, ist dies aus Tierschutzsicht inakzeptabel. Das gleiche gilt für Saufänge, die in manchen Bundesländern verstärkt zum Einsatz kommen sollen“, so der Tierschützer.
 
Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher, den entsprechenden Artikel ersatzlos aus der Verordnung zu streichen. Stattdessen sollte sich die Bundesregierung auf die anderen in der Verordnung vorgeschlagenen Maßnahmen konzentrieren. Diese betreffen zum Beispiel Hygienemaßnahmen auf landwirtschaftlichen Betrieben, die Reinigung und Desinfektion von Transportfahrzeugen, das Verbringen von Schweinen und Fleischerzeugnissen sowie die Verwendung von Heu, Stroh und Gras aus gefährdeten Gebieten.

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6 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Peter Schmid · 1.
    Dummheit

    Hier kann man nur sagen Dummheit stirbt nicht aus,für was hat dieser Kerl einen Kopf auf,scheinbar damit’s nicht in Hals regnet.

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  2. von Erwin Schmidbauer · 2.
    Neue Aufgabe

    Für Schröder und seine Frauen und Mannen gäbe es eine wertvolle Aufgabe: Die Fernfahrer auf gefährliches Essen zu kontrollieren. Damit käme man dem Kontrollwahn entgegen und die Polizei wäre entlastet. Man muss die überschüssige Energie dieser Leute einfach mal in sinnvolle Bahnen leiten. Wer die Ironie dieses Beitrages mit seinen eigenen Verstand nicht erkannt hat, der sei darauf hingewiesen.

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  3. von Gerhard Steffek · 3.
    @Paul Siewecke

    Da hatten wir zur gleichen Zeit den gleichen Gedanken. Schröder ist anscheinen ein gutes Beispiel für die These von Albert Einstein: Das Universum könnte endlich sein, aber die Dummheit nicht.

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  4. von Gerhard Steffek · 4.
    Dreierlei Schwachsinn -

    Was hat der Kerl geraucht? Die 500.000 getöteten Tiere hätten keine Auswirkung auf die Population! Ist der noch ganz bei Trost. Sicher haben die eine Auswirkung! Man stelle sich nur vor, diese gäbe es noch zusätzlich. Wo kämen wir dann hin? Anscheinend sind noch zuwenig vierbeinige Wildschweine in Berlin. Zweibeinige gibt es ja schon zur Genüge. Den Hunger- und Seuchentod hat ja Wilhelm Gebken schon angesprochen. Dann regt er sich auf über die Aufhebung der Schonzeiten. Da soll er doch mal den Wolf, den er ja angesiedelt sehen will, ob der sich an die Schonzeiten hält. Auch zu den "sensiblen Zeiten" und andere Tierarten. Verlogener und blauäugiger geht wohl nicht mehr, oder? Der dritte Punkt haut ja auch noch dem Faß den Boden raus. Die Ansprüche die er hier stellt sind doch jenseits von Gut und Böse, geradezu perfide infam. Mehr Hygienemaßnahmen im landwirtschaftlichen Bereich! Übernimmt er die Kosten? Verwendung von Heu und Stroh und Gras aus gefährdeten Gebieten! Wer seine Intention der Abschaffung der Tierhaltung kennt, der weiß worauf er abzielt. Wenn diese Güter nicht mehr verwendet werden können, erledigt sich die Tierhaltung von selbst. Das was mir bei dem Kerl in den Sinn kommt schreibe ich jetzt lieber nicht.

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  5. von Paul Siewecke · 5.
    eine halbe Million Wildschweine jährlich....

    werden erlegt ohne Auswirkung auf das Wachstum? Ja sind die den alle steril? Ich denke, eher nicht! Und die zusätzlichen Schweine werden nicht verhungern, eher passiert das den Landwirten, weil nichts mehr wächst! Was noch gar nicht angesprochen wurde: die nicht erlegte halbe Million wird sich über die Jahre potenzieren, Bachen werfen schließlich pro Jahr nicht nur 1 Frischling, eher 6-10! Rechnen wir der Einfachheit mit 6 Aufgewachsenen, davon je die Hälfte weiblich/männlich dann kommen wir im 1. Jahr auf 250000*6= 1,5Mio zusätzliche Wildschweine, im 2. Jahr (250000+750000)*6 =6 Mio, im 3. Jahr dann 24 Millionen Wildschweine!!! Die exakten Zahlen sind sicher abweichend, eher noch höher (Herbstwürfe), aber das Prinzip ist doch wohl erkennbar...

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  6. von Wilhelm Gebken · 6.
    Zitat: "Schon jetzt würden jedes Jahr über eine halbe Million Wildschweine getötet – ohne dass dies Auswirkungen auf das Populationswachstum hat"

    Aha! Wenn die nicht getötet würden, würde der Bestand also exakt derselbe sein? Entweder lügt er uns hier direkt ins Gesicht oder, die andere Möglichkeit: Die 500.000 Tiere würden einfach sterben , weil die biologisch mögliche Populationsdichte aufgrund des Nahrungsangebots überschritten wurde. Was ist besser: Hungern und an den Folgekrankeiten jämmerlich zugrunde gehen oder kurz und (hoffentlich) schmerzlos erschossen werden? Für den Stallbereich wurde die Antwort ja schon gegeben: Täglich gibt es neue Horrormeldungen der moralierenden Spendensammelkonzerne über zu spät oder falsch getötete kranke Tiere. Ich finde diese Leute einfach nur noch zum Kotzen!

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