Angebaute Kurzscheibenegge Köckerling Rebell im Praxistest

Köckerling Rebell Die angebaute Rebell gibt es in 3 m sowie hydraulisch geklappt in 4,1 und 5,2 m Arbeitsbreite. Bei unseren Testeinsätzen lag die neue Köckerling-Kurzscheibenegge wie ein Brett hinter dem Schlepper.
Bild: Küper

Rebellen sind ungehorsam und widersetzen sich – so zumindest die Definition. Unser Eindruck von der Köckerling-Kurzscheibenegge ist ein anderer. Wir haben die Rebell Classic während unserer Testeinsätze nämlich als ein sehr verlässliches Bodenbearbeitungsgerät kennengelernt.

Angriff mit Untergriff

Will der Hersteller mit der herausfordernden Namensgebung also eine Rebellion auf dem Kurzscheibeneggen-Markt auslösen? Dafür müsste das Gerät seine Klasse erst einmal unter Beweis stellen. Denn für einen Bodenbearbeitungs- und Sätechnik-Spezialisten hat Köckerling die Kurzscheibenegge 2015 recht spät ins Programm genommen. So manch anderer Hersteller ist mit seiner Scheibenegge nämlich schon beim Facelift vom Facelift angekommen. Und auch beim Preis reiht Köckerling sich mit 26 780 € für das 4,10 m breite, hydraulisch klappbare Modell eher am oberen Ende ein (alle Preise laut Liste, zzgl. MwSt.).

Wir hatten die Messlatte bei unseren Einsätzen entsprechend hoch gehängt und die Rebell im Frühjahr 2015 auf schwerem Boden durch massige Zwischenfruchtbestände gejagt. Diesen Job erledigen die 51 cm großen und 5 mm starken Scheiben sehr gut. Die Schrägstellung der gezackten Arbeitswerkzeuge beträgt 16° zur Fahrtrichtung. Zusätzlich zur Wölbung hat Köckerling den Scheiben einen Untergriff von 7° spendiert – damit zieht die Scheibenegge auch in harten Boden sicher ein.

Der Scheibenversatz ist fix. 26 cm Abstand innerhalb der Reihe ergeben einen Gesamtstrichabstand von 13 cm. Der Balkenabstand von der vorderen zur hinteren Reihe beträgt 70 cm – das ist im Vergleich nicht der allergrößte Wert, reichte aber auch bei intensiver Erdbewegung immer aus. Der Seitenzug unseres gut 4 m breiten Gerätes hielt sich ebenfalls in Grenzen.

Die Scheiben sind in dreifach abgedichteten und damit wartungsfreien Schrägrollenlagern gelagert. Die mehrlagige Lippendichtung soll neben Staub auch Gülle von den Lagern fernhalten. Alle Scheiben sind einzeln an einer 90 x 13 mm starken Blattfeder am Rahmen aufgehängt. Durch diese Aufhängung können die Scheiben Steinen in alle Richtungen ausweichen (integrierte 3 D-Sicherung). Bei unseren Einsätzen lag die Rebell unabhängig von Geschwindigkeit und Arbeitstiefe immer wie ein Brett im Boden.

Köckerling Rebell

Gute Verstellung

Köckerling gibt einen Arbeitsbereich von 2 bis 12 cm Tiefe an. 4 cm sind die flachste Einstellung, die wir erreicht haben. Dafür sitzen bei tiefstmöglichem Anschlag aber auch durchaus 14 cm drin. Damit eignet sich die Rebell sowohl zum flachen Stoppelsturz, als auch zur tieferen Saatbettbearbeitung nach dem Pflug oder dem Grubber.

Die Tiefenverstellung arbeitet serienmäßig über ein Abstecksystem mit Bolzen. Unsere Testmaschine war für 1 800 € Aufpreis mit einer hydraulischen Verstellung ausgerüstet – nicht gerade günstig, trotzdem eine feine Sache! Über eine kleine Bohrung im Kolbenboden kann das Öl im Endanschlag ausströmen, so sind alle vier Zylinder gleich eingestellt und die Verstellung erfolgt immer parallel. Leider mussten wir noch ohne Tiefenanzeige auskommen, eine Skala soll aber folgen.

An der hinteren Scheibenreihe sind außen jeweils Sternscheiben montiert, wovon sich die rechte verstellen lässt. Sie verhindern wirkungsvoll die Dammbildung im Anschlussbereich.

Zuverlässiger Nachläufer

Zur Tiefenführung und Rückverfestigung kommt bei der Rebell die von Köckerling bekannte Doppel-STS-Walze (soil-to-soil) mit 53 cm Durchmesser zum Einsatz. Die Ringe bestehen aus 80 mm breiten, in die Runde gebogenen U-Profilen. In die Profile setzt sich Erde und bildet so einen Ring. Die Walze, die wir auch schon beim Universalgrubber Allrounder getestet haben, funktioniert vor allem auf mittleren bis schweren Böden einwandfrei. Da vordere und hintere Ringe etwas ineinandergreifen, setzt sich die Walze auch unter extremen Bedingungen nicht zu.

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