Neue Trends bei Silofolien

Siloabdeckung Das System hat sich in Aulendorf bewährt: Siloabdeckung mit einer Unterziehfolie und einer mehrfach verwendbaren Gewebefolie.
Bild: Nußbaum

Das Angebot an Silofolien wird immer vielfältiger. Worauf kommt es bei der Abdeckung von Silos an? Welche neuen Entwicklungen gibt es? Antworten hat Dr. Hansjörg Nußbaum top agrar-Autor Hinrich Neumann verraten.

Wenn Silagen nicht richtig abgedeckt werden, drohen Schimmelbildung, Fäulnis, Nacherwärmung oder Totalverluste. Daher müssen Silofolien luftdicht, säure- und lichtbeständig sowie stabil sein.

Je schneller nach der letzten Befüllung und dem Nachwalzen ein luftdichter Abschluss mittels Silofolien hergestellt wird, desto günstiger sind die Gärbedingungen. Zudem verhindert eine sorgfältige Abdeckung das Eindringen von Regenwasser.

Standard sind heute eine 40 µm starke transparente Unterziehfolie („Saugfolie“) plus eine eingefärbte, UV-stabilisierte und 110 bis 200 µm starke Silofolie plus Siloschutznetz bzw. -gewebe.

Lange Bahnen, schwere Rollen
 
Mit größeren Silos werden auch die Folienbahnen länger und die Rollen schwerer. Das Aufbringen der Folie, besonders bei Wind, bedeutet dann harte Arbeit. Deshalb gibt es verschiedene Ansätze, wie man diese unbeliebte und zeitraubende Tätigkeit erleichtern kann.

Silofolie Die schwarze Abdeckung ist eine O2-Barrierfolie, bei der Unterzieh- und Silofolie aneinanderhaften. An der rechten Wand sieht man die nach innen gelegte Randfolie.
Bild: Nußbaum
Unabhängig von der Art der eingesetzten Silofolie, sollte die Siloabdeckung bei festen Siloanlagen über den seitlichen Rand gezogen werden. Damit wird verhindert, dass Regenwasser und folglich Sauerstoff in die Silage eindringt. Verfaulte, modrige Silageecken können so verhindert werden. Schräg stehende Wände und ein seitlicher Erdwall begünstigen diese Art der Qualitätssicherung.

Aufgrund der besonderen Beanspruchung (Säureangriff, Sonnenlicht, mechanische Belastung) bestehen hohe Anforderungen an die Folienqualität. Hier bietet das DLG-Gütezeichen für Silofolien eine gute Orientierung (www.guetezeichen.de). Dabei werden Folien u. a. auf UV-Beständigkeit, Gasdurchlässigkeit sowie Dehn- und Reißfestigkeit geprüft und weitere Materialeigenschaften getestet.

Bisher kommen überwiegend Folien aus Polyethylen (PE) zum Einsatz, die unterschiedlich eingefärbt sein können. Dabei sind zwei Entwicklungen zu beobachten. Zum einen gibt es einen Trend zu dickeren, mehrjährig verwendbaren Multifolien mit einer Stärke von 500 μm, die jährlich mit einer neuen Unterziehfolie kombiniert werden. Alternativ kommen auch Gewebefolien (650 g/m2) bzw. dicke Vliese direkt über der Unterziehfolie zum Einsatz.

Zum anderen werden als zweite Abdeckung immer dünnere Folien (110 bis 120 μm) verwendet. Bei diesem System werden sowohl Unterzieh- als auch Silofolie nur einmal eingesetzt.

Unterziehfolien aus PA
 
Silofolie Hier sind Unterzieh- und Silofolie separat erzeugt und zusammengefaltet worden. So kann man beide Folien zusammen aufbringen. Dieses System bieten immer mehr Firmen an.
Bild: Nußbaum
Inzwischen gibt es Unterziehfolien, die aus Polyethylen (PE) und Polyamid (PA) bestehen. PA weist eine sehr geringe Gasdurchlässigkeit und hohe Dehn- und Reißfähigkeit auf.

Andere Folien bestehen aus EVOH (Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer), das sonst in der Lebensmittelbranche Verwendung findet. Diese Folien baut man meistens als Zwischenschichten in landwirtschaftlichen PE-Folien ein, weil sie eine zusätzliche gasdichte Barriere bilden. Nachteilig sind die hohen Kosten sowie das Materialgemisch im Recycling-Prozess.

Neu sind Silofolien, bei denen die Unterziehfolie an der Silofolie anhaftet und beide Folien zusammen ausgelegt werden (O2 Barrier 2in1).

Diese Silofolie von RKW kombiniert eine Unterziehfolie aus PA (20 μm) mit einer 80 μm starken UV-stabilen PE-Folie (siehe Foto oben). Die Unterziehfolie löst sich nach dem Auslegen durch Wasseraufnahme aus der Silage von der Silofolie.

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